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Corona: Gesundheitsminister Lauterbach und Länderkollegen beenden Quarantäne-Pflicht ab 1. Mai

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Von: Jennifer Lanzinger

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Karl Lauterbach (SPD), Bundesminister für Gesundheit, kommt zu einer Pressekonferenz in Berlin
Karl Lauterbach hat eine Lockerung bei den Quarantäne-Regeln verkündet. © Bernd von Jutrczenka/dpa

Die Corona-Inzidenz sinkt unter 1.400 teilt das RKI am Dienstagmorgen mit. Die Quarantäne-Regeln werden gelockert. Der News-Ticker.

Update vom 5. April, 8.26 Uhr: Stiko-Chef Thomas Mertens hat das vorläufige Aus der allgemeinen Impfpflicht gegen Corona begrüßt. „Für eine allgemeine Impfpflicht ab 18 Jahre wäre der Schutz vor weiterer Ausbreitung des Virus das wichtigste Argument. Da man dies aber derzeit mit einer Impfung nicht erreichen kann, fehlt aus meiner Sicht das Hauptargument für diese Impfpflicht. Deswegen halte ich es für konsequent, dass man das aufgibt“, sagte Mertens der Schwäbischen Zeitung. Mertens befürwortete die Pläne für eine Impfpflicht für ältere Menschen. „Aus meiner Sicht ist es vernünftiger, die Impfpflicht auf die vulnerablen Gruppen zu begrenzen.“ Die Fortsetzung dieses News-Tickers ab dem 5. April finden Sie hier.

Corona in Deutschland: Inzidenz sinkt unter 1.400

Update vom 5. April, 6.57 Uhr: Die bundesweite Inzidenz ist am Dienstagmorgen weiter auf 1394,0 gesunken (Vortag: 1424,6). Das teilt das Robert-Koch-Institut (RKI) mit. Binnen eines Tages sind 180.397 Corona-Neuinfektionen verzeichnet worden. Vor einer Woche waren es 237.352 positive Corona-Tests. Allerdings wird ein Vergleich der Daten zunehmend schwieriger. Einige Bundesländer melden verzögert oder nicht vollständig. Das wiederum führt zu Nachmeldungen an Folgetagen. Das Infektionsgeschehen ist weiterhin hoch. Derzeit gibt es etwa 4.311.100 aktive Corona-Fälle in Deutschland.

Zudem sind 316 Todesfälle sind in den vergangenen 24 Stunden gemeldet worden. Seit Beginn der Corona-Pandemie sind damit 130.368 Menschen mit oder an Corona gestorben.

Corona in Deutschland - Quarantäneregeln werden ab 1. Mai gelockert

Update vom 4. April, 18.26 Uhr: Für Corona-Infizierte gibt es ab 1. Mai gelockerte Quarantäneregeln. Für sie gilt dann laut Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach nur noch eine „dringende Empfehlung“ für eine fünf Tage lange Isolation. Der SPD-Politiker einigte sich am Montag auf eine entsprechende Regelung mit den Gesundheitsministern der Länder.

Der Empfehlung nach sollen Personen, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, Kontakte meiden. Für die Betroffenen erfolgt jedoch keine Anordnung vom Gesundheitsamt mehr. Lediglich bei infizierte Menschen, die einer Beschäftigung in Gesundheits- oder Pflegeeinrichtungen nachgehen, ist dies weiter der Fall. Frühestens nach fünf Tagen kann ein vorzeitiges Quarantäneende durch einen negativen Schnell- oder PCR-Test erfolgen.

Ein weiterer Aspekt des Plans der Gesundheitsministerkonferenz ist es, dass auch Kontaktpersonen von Corona-Infizierten „dringend empfohlen“ wird, sich fünf Tage zu isolieren. Außerdem sollen sich die Infizierten und Kontaktpersonen regelmäßig selbst testen. Bislang wurde eine zehntägige Quarantäne vorgegeben. Aus der Isolation konnte sich mit einem negativen Test nach sieben Tagen freitesten. Allerdings kommt es bereits jetzt häufig nicht mehr zu einer formellen Anordnung des Gesundheitsamtes.

Corona-Impfpflicht: Lauterbach wirbt für Kompromissvorschlag

Update vom 4. April, 15 Uhr: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat für den Kompromissvorschlag für eine allgemeine Corona-Impfpflicht geworben. Es nehme das Wichtigste aller Anträge zur Impfpflicht auf, sagte er am Montag. „Jeder, der die Impfpflicht will, kann sich hier wiederfinden. Wer aber dagegen stimmt, riskiert erneut Lockdowns und Leid im Herbst“, so der SPD-Politiker weiter.

Im Ringen um eine Mehrheit im Parlament hat die Abgeordnetengruppe, die eine Impfpflicht ab 18 Jahren anstrebt, ihre Pläne aufgeweicht (siehe Update vom 4. April, 11.35 Uhr). Sie schlägt nun eine Impfpflicht ab 50 Jahren zum 1. Oktober vor. Der Bundestag soll demnach aber Anfang September darüber entscheiden, ob sie noch auf alle Erwachsenen ausgeweitet wird. „Zentral ist, dass wir damit die Älteren sofort schützen“, sagte Lauterbach. So sei es möglich, auf eine Verschlechterung der Corona-Lage in Deutschland zu reagieren und die Jüngeren zu schützen. Aufgebaut werden solle zudem ein Impfregister, wie die CDU es wolle. Lauterbach hat sich ursprünglich wie auch Kanzler Olaf Scholz (SPD) für eine Impfpflicht ab 18 Jahren starkgemacht.

Montgomery gibt Prognose: Corona-Zahlen werden „natürlich wieder nach oben gehen“

Indes prognostizierte Frank Ulrich Montgomery, Vorsitzender des Weltärztebundes, nach dem weitgehenden Wegfall bundesweiter Corona-Schutzmaßnahmen einen erneuten Anstieg der Infektionszahlen. „Natürlich werden die Zahlen wieder nach oben gehen. Es wird sehr viele milde Verläufe und ein paar sehr schwere Verläufe geben“, sagte der Radiologe dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Er rechnet dem Bericht zufolge damit, dass sich nun die große Mehrheit der Bevölkerung infizieren wird. Ungeimpfte Menschen über 60 müssten sich nun isolieren oder ins Risiko gehen. Die Entscheidung der Bundesregierung gegen die Maskenpflicht, bei der sich die FDP durchgesetzt habe, sei eine „Entscheidung gegen die Vernunft“ gewesen.

Corona-Impfpflicht ab 18 vom Tisch - Neuer Vorschlag

Update vom 4. April, 11.35 Uhr: In Deutschland wird es vorerst keine Pflicht zur Corona-Impfung für alle Erwachsenen geben. Die parlamentarischen Befürworter einer allgemeinen Impfpflicht ab 18 Jahren legten das Vorhaben am Montag mangels Erfolgsaussichten auf Eis, wie die Initiatoren des Bundestags-Antrags bekannt gaben. Eine Impfpflicht solle es stattdessen nun für Menschen ab 50 Jahren geben. Bürgerinnen und Bürger zwischen 18 und 49 Jahren sollten sich jedoch einer verpflichtenden Impfberatung unterziehen.

Corona in Deutschland: Inzidenz sinkt weiter

Update vom 4. April, 6.40 Uhr: Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist weiter gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Montagmorgen mit 1424,6 an. Am Vortag hatte der Wert bei 1457,9 gelegen, vor einer Woche bei 1700,6. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 41 129 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.55 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche waren es 67 501 Ansteckungen.

Ein Vergleich von Tageswerten wird allerdings aufgrund diverser Verzögerungen in manchen Bundesländern zunehmend schwierig. Zudem gehen Experten seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - wegen überlasteter Gesundheitsämter und weil nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur diese zählen in der Statistik.

Corona in Deutschland: Inzidenz sinkt weiter - Maskenpflicht im Einzelhandel entfällt

Mit dem gestrigen Freedom Day fällt zudem mit der Öffnung des Einzelhandels ab dem heutigen Montag die dortige Maskenpflicht. Bund und Länder hatten ihre Corona-Maßnahmen entsprechend gelockert. Am Freitag war die Maskenpflicht bereits in Berlin gefallen, am Sonntag dann in den meisten anderen Bundesländern.

Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern halten im Rahmen einer sogenannten Hotspot-Regelung aber vorerst an der Tragepflicht fest. Andere Bundesländer verzichteten auf einen Sonderweg. Seit Ende April 2020 war das Tragen einer Maske in Geschäften bundesweit vorgeschrieben gewesen.

Corona: Ende der Maskenpflicht - wenige Sonderwege - große Ketten verzichten auf Tragepflicht

Im Einzelhandel sorgt das Ende für gemischte Gefühle. In einer Umfrage des Handelsverbands Bayern unter Einzelhändlern gab eine knappe Mehrheit an, das Ende der Maskenpflicht für falsch zu halten. 11,7 Prozent der Einzelhändler in Bayern wollen der Umfrage zufolge in ihren Geschäften an der Maskenpflicht festhalten, 77,4 Prozent dagegen nicht über das Hausrecht Masken vorschreiben.

Die großen Handelsketten gehören aber nicht dazu - bei ihnen entfällt die Tragepflicht, etwa bei Rewe, Lidl, Aldi und Edeka im Lebensmittelbereich, beim Möbelhändler Ikea, bei der Buchhandelskette Thalia oder den Textilketten H&M und Primark. Mitunter wird den Kunden aber empfohlen, freiwillig weiterhin Maske zu tragen.

Update vom 3. April, 14.20 Uhr: Er war schon einmal aufgefallen, nun wurde ein Mann aus Sachsen auf frischer Tat ertappt. Er soll sich bereits rund 90 Mal gegen Corona impfen haben lassen, sein perfider Trick ist nun jedoch aufgefallen.

„Freedom Day“ in Deutschland: Maskenpflicht fällt - Umfrage zeigt, wie viele sie dennoch tragen wollen

Update vom 3. April, 12.40 Uhr: Mehr als zwei Jahre beschäftigt die Corona-Pandemie Deutschland und die Welt bereits, ein großer Bestandteil davon war lange Zeit die Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr, Einrichtungen oder im Supermarkt. Am heutigen Sonntag läuft diese Maskenpflicht nun vielerorts, beispielsweise in vielen Supermärkten, aus. Trotzdem plant zumindest eine Mehrheit der Menschen in Deutschland vor allem im Supermarkt auch weiterhin auf den Schutz durch die Mund-Nasen-Bedeckung zu setzen.

Bei einer Umfrage für die Bild am Sonntag gaben 63 Prozent der Befragten an, weiterhin eine Maske tragen zu wollen, 29 Prozent möchten das nicht. Acht Prozent der Befragten wollten sich nicht festlegen. Befragt wurden 1001 Menschen vom Institut Insa.

An diesem Wochenende lief die Übergangsfrist für die breit angelegten Corona-Schutzmaßnahmen im Infektionsschutzgesetz aus. Damit endete in fast allen Bundesländern die Maskenpflicht etwa im Einzelhandel und der Gastronomie. Ausnahmen bilden Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern, dort greift die Hotspot-Regelung. Ansonsten gilt bundesweit die Maskenpflicht nur noch im Nahverkehr und in medizinischen Einrichtungen.

„Freedom Day“ in Deutschland: Dobrindt äußert harsche Kritik und appelliert an Bürger

Ursprungsmeldung vom 3. April 2022: Berlin - Die Corona-Pandemie scheint sich langsam aber sicher in Deutschland wieder zu entspannen, am Sonntag, 3. April 2022, ist die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz weiter gesunken. Währenddessen fallen bislang wichtige Corona-Maßnahmen vielerorts weg, für CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt ein verfrühter Schritt.

Corona in Deutschland: RKI meldet aktuelle Zahlen - Werte sinken im Vergleich zur Vorwoche

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist auch am Sonntag weiter gesunken. Das Robert Koch-Institut gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Sonntagmorgen mit 1457,9 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 1531,5 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 1723,8 (Vormonat: 1174,1). Und auch die Zahl der Neuinfektionen entspannt sich im Vergleich zur Vorwoche. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 74.053 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche waren es 111.224 Ansteckungen. Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 42 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 49 Todesfälle.

Bei den Werten ist zu berücksichtigen, dass einzelne Länder nicht an jedem Wochentag Daten melden, am Wochenende zum Beispiel Baden-Württemberg, Niedersachsen und Brandenburg nicht oder nicht vollständig. Das wiederum führt zu Nachmeldungen an Folgetagen. Ein Vergleich von Tageswerten wird damit zunehmend schwierig. Zudem gehen Experten seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - wegen überlasteter Gesundheitsämter und weil nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur diese zählen in der Statistik..

Corona in Deutschland: Dobrindt hält Ende fast aller Schutzmaßnahmen für verfrüht

Rund zwei Jahre nach dem Pandemie-Beginn in Deutschland, fallen an diesem Sonntag viele staatliche Corona-Auflagen wie 2G, 3G oder die Maskenpflicht weg. Für CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt ist der Wegfall dieser Maßnahmen aktuell falsch. „In einer Zeit mit sehr hohen Infektionszahlen ist es verfrüht, fast alle Schutzmaßnahmen zu beenden“, sagte der Chef der CSU-Abgeordneten im Bundestag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Er hätte sich ein Festhalten an der Maskenpflicht zum Beispiel beim Einkaufen gewünscht.

Dobrindt appellierte an die Bürger, sich weiter mit einer Maske gegen Corona zu schützen - und zwar nicht nur dort, wo es weiter vorgeschrieben ist wie in Bussen und Bahnen. „Masken tragen bleibt sinnvoll. Auch außerhalb des öffentlichen Personenverkehrs ist es ratsam, weiter zum Eigenschutz Masken zu tragen.“ Der CSU-Landesgruppenchef kritisierte die Linie der Ampel-Koalition in der Corona-Politik: „Die Ampel-Regierung hat mit dem neuen Infektionsschutzgesetz den Instrumentenkasten der Länder abgeschafft und gleichzeitig maximale Rechtsunsicherheit geschaffen.“

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