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Corona-Gipfel in Deutschland: FDP von Maßnahmen „erschüttert“ - Konzepte „zu wenig innovativ“

Das Coronavirus rückt Deutschland zurück in den strengen Lockdown, zumindest für eine kurze Zeit. Alle Beschlüsse des Gipfels im Überblick. Der News-Ticker:

  • Der Lockdown wird mindestens bis zum 18. April verlängert. Über Ostern (1. bis 5. April) soll das öffentliche Leben noch mehr heruntergefahren werden. (Update vom 23. März, 6.44 Uhr)
  • Der Handel kritisiert den „Tunnelmodus“ von Bund und Ländern mit Blick auf den Oster-Lockdown. (Update vom 23. März, 9.50 Uhr)
  • Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) hält den Oster-Lockdown aufgrund der Ausbreitung der Virus-Mutation B.1.1.7 für notwendig. (Update vom 23. März, 11.20 Uhr)
  • Dieser News-Ticker ist beendet. Die Fortsetzung ab dem 23. März finden Sie hier.

Update vom 23. März, 11.20 Uhr: Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) hält den verschärften Lockdown über Ostern für notwendig, um die dritte Corona-Welle unter Kontrolle zu halten. „Wir müssen damit rechnen, dass diese dritte Welle, die jetzt begonnen hat, durchaus das Zeug hat, heftiger zu werden, als das, was wir an Weihnachten erlebt haben“, erklärte Braun am Dienstag im Radiosender Bayern 2.

„Die britische Mutante hat auch in Deutschland die Führerschaft übernommen und sorgt jetzt für eine sehr ernstzunehmende dritte Welle“, sagte Braun zudem in der ntv-Sendung „Frühstart“. Die britische Mutante des Coronavirus mache in Deutschland mittlerweile mehr als 70 Prozent der Infektionen aus.

Corona-Gipfel in Deutschland: Lindner bemängelt „erschütternde Konzeptlosigkeit“

FDP-Chef Christian Lindner hat das Ergebnis des Corona-Gipfels hingegen als „zu scharf“ und „zu wenig innovativ“ kritisiert. „Es ist eine erschütternde Konzeptlosigkeit, dass das Prinzip ‚Wir bleiben zu Hause‘ auch nach mehr als einem Jahr immer noch die zentrale Antwort auf die Pandemie ist“, bemängelte Lindner am Dienstag im Radiosender WDR 5.

„Es ist ja eine gefährliche Situation und auch eine gefährliche Erkrankung - daran kann kein Zweifel bestehen“, betonte Lindner. Er vermisse allerdings, dass die Politik ausgewogen zwischen gesundheitlichen und wirtschaftlichen Risiken abwäge. Der FDP-Chef nannte unter anderem die Stadt Tübingen als Beispiel für „sehr kreative Konzepte“. Im Rahmen eines Modellprojekts zu mehr Öffnungsschritten in Corona-Zeiten können dort seit rund einer Woche an mehreren Stationen kostenlose Tests gemacht werden. Mit der Bescheinigung über ein negatives Ergebnis kann man beispielsweise in Läden oder zum Friseur gehen.

Corona-Gipfel in Deutschland: Handel kritisiert Oster-Lockdown scharf

Update vom 23. März, 9.50 Uhr: Nach den neuen Corona-Beschlüssen von Bund und Ländern rechnet der Handel mit einem erhöhten Kundenandrang in Lebensmittelmärkten am Mittwoch und Samstag vor Ostern. Die vereinbarte Schließung am Gründonnerstag sei daher kontraproduktiv, teilte der Handelsverband Deutschland am Dienstag mit.

„Bund und Länder agieren nur noch im Tunnelmodus“, kritisierte Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Sie konzentrierten sich auf Infektionszahlen, nicht aber auf die tatsächliche Infektionsgefahr beim Einkaufen. Diese sei gering. Die Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatten in der Nacht zu Dienstag beschlossen, von Gründonnerstag bis Ostermontag das öffentliche, private und wirtschaftliche Leben weitgehend herunterzufahren, um die dritte Welle der Pandemie zu brechen. Nur am Karsamstag soll demnach der Lebensmittelhandel geöffnet bleiben.

Bund und Länder haben bei ihrem Corona-Gipfel einen Oster-Lockdown beschlossen.

Corona in Deutschland: 7-Tage-Inzidenz steigt auf 108,1

Update vom 23. März, 6.45 Uhr: Lockdown statt Lockerungen - angesichts der steigenden Infektionszahlen wird der Lockdown mindestens bis zum 18. April verlängert. Vom 1. bis einschließlich 5. April, also von Gründonnerstag bis Ostermontag, soll das öffentliche, private und wirtschaftliche Leben weitgehend heruntergefahren werden, um die dritte Welle der Pandemie zu brechen. Einkaufen ist dann nur am Karsamstag (3. April) möglich.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet 7.485 Corona-Neuinfektionen und 250 neue Todesfälle in den vergangenen 24 Stunden. Vor genau einer Woche hatte das Institut binnen eines Tages 5.480 Neuinfektionen und 238 neue Todesfälle verzeichnet. Die 7-Tage-Inzidenz liegt am Dienstagmorgen bei 108,1 (Vortag 107,3).

Update vom 23. März, 3.20 Uhr: Nachdem Kanzlerin Merkel, Markus Söder und Michael Müller in der Nacht vor die Presse getreten waren, steht nun fest: Deutschland kehrt zurück in den strengen Lockdown. Zumindest für wenige Tage. Um die steigenden Corona-Zahlen in den Griff zu bekommen, soll das Leben in der Osterwoche vom 1. April bis zum 5. April runtergefahren werden. Zusätzlich zu den Osterfeiertagen sollen dann der Gründonnerstag und der Ostersamstag als „Ruhetage“ mit „Ansammlungsverbot“ definiert werden, heißt es in dem Beschluss.

Ostergottesdienste mit Präsenzpublikum soll es demnach nicht geben, religiöse Versammlungen sollten nur virtuell abgehalten werden. Der „Lebensmitteleinzelhandel im engen Sinne“ dürfe am Ostersamstag öffnen. Soweit Außengastronomie geöffnet ist, soll sie während der fünf Tage geschlossen werden. Der allgemeine Lockdown werde bis zum 18. April fortgesetzt. Verschärfte Maßnahmen sollen zudem in Landkreisen mit einem Inzidenzwert von über 100 gelten - „wir müssen von der Notbremse Gebrauch machen“, sagte Merkel dazu.

Bundeskanzlerin Angela Merkel, Michael Müller (r, SPD) und Markus Söder (CSU) kommen zu einer Pressekonferenz im Kanzleramt.

Doch zusätzlich zur Notbremse sollen auch weitere Maßnahmen in Kraft treten. Etwa eine Tragepflicht medizinischer Masken von Mitfahrern auch im privaten Pkw, soweit diese nicht dem Hausstand des Fahrers angehören. Zudem werden „Ausgangsbeschränkungen“ und „verschärfte Kontaktbeschränkungen“ genannt - allerdings ohne Details.

Bund und Länder beschlossen zudem neue Hürden für den Urlaubsreiseverkehr. Fluggesellschaften sollen künftig alle Urlaubsrückkehrer bereits vor dem Abflug auf das Coronavirus testen, um eine weitere Ausbreitung der Pandemie zu bremsen: Von den Fluglinien würden „konsequente Tests“ von Crews und Passagieren vor dem Rückflug und keine weitere Ausweitung der Flüge während der Osterferien erwartet, heißt es weiter. Zudem wolle die Bundesregierung eine generelle Testpflicht für Flugreisende nach Deutschland einführen - unabhängig vom Infektionsgeschehen im Startland. Das Infektionsschutzgesetz solle dahingehend geändert werden, dass ein Test zur Einreisevoraussetzung bei Flügen nach Deutschland“ wird.

Update vom 23. März, 2.15 Uhr: Die Verhandlungen nehmen offenbar wieder an Fahrt auf, noch immer beratschlagen Bund und Länder über die aktuellen Maßnahmen innerhalb der Corona-Pandemie. Wie ntv nun berichtet, soll aktuell über das Reiseverhalten der Deutschen und die damit einhergehenden Maßnahmen diskutiert werden. Demnach sollen Fluggesellschaften zukünftig alle Urlauber vor dem Rückflug testen. Auch Flüge während der Osterferien sollen nicht ausgeweitet werden. Wie der TV-Sender weiter berichtet, soll aus diesem Grund auch das Infektionsschutzgesetz geändert werden. Demnach solle die generelle Testpflicht vor dem Abflug eine Vorraussetzung für die Rückkehr nach Deutschland sein.

Corona-Gipfel in Deutschland: Weitere Details durchgesickert - Notbremse könnte verstärkt werden

Update vom 23. März, 1.30 Uhr: Knapp sechs Stunden lang waren die Verhandlungen unterbrochen, nun sickern weitere Details im Rahmen des Corona-Gipfels durch. Wie Bild berichtet, beratschlagen Bund und Länder aktuell über eine verstärkte Notbremse. Demnach sollen ab einer Inzidenz von über 100 nicht nur die zuvor getroffenen Öffnungsschritte zurückgenommen werden, weitere Maßnahmen sollen außerdem in Kraft gesetzt werden können. Unter anderem von Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen sei die Rede. Wie das Portal weiter berichtet, soll auch überlegt werden, Oster-Gottesdienste über die Feiertage nur virtuell zu erlauben.

Während die Corona-Beschlüsse für Schlagzeilen sorgen, rückt auch das Verhalten so mancher Teilnehmer in den Fokus. Vor allem ein Tweet von Bodo Ramelow sorgt aktuell für Verwunderung. In der kurzen Nachricht informiert der Politiker nicht über die aktuellen Beschlüsse, ein langes „ÄÄÄÄÄÄ“ sorgt stattdessen für Verwirrung.

Corona-Gipfel: Sogar Supermärkte dicht? Merkel und Söder wollen offenbar Knallhart-Lockdown über Ostern

Update vom 23. März, 1.20 Uhr: Noch gibt es zwar keine Einigung beim Corona-Gipfel, doch die Pressekonferenz zur Verkündung der beschlossenen Maßnahmen soll weiterhin noch an diesem Abend stattfinden. Das zumindest berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Update vom 23. März, 00.55 Uhr: Es geht weiter! Das berichtet zumindest das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Der Corona-Gipfel soll in diesen Minuten fortgesetzt werden.

Update vom 23. März, 00.10 Uhr: Während der Corona-Gipfel nach außen hin pausiert, werden intern noch immer über wichtige Beschlüsse diskutiert. Wie nun Journalist Florian Gathmann vom Spiegel erfahren haben will, wollen Merkel, Scholz, Söder und Müller durchsetzen, dass über die Osterfeiertage alle Lädchen in Deutschland schließen müssen. Davon sollen dann erstmals auch Supermärkte betroffen sein. Wie er weiter berichtet, soll es um den Zeitraum vom 1. bis einschließlich 6. April gehen. „So gut wie alles schließen in der Zeit“, zitiert das RND aus Teilnehmerkreisen. Demnach solle das Land in dieser Zeit komplett heruntergefahren werden. Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland jedoch berichtet, soll es um den Zeitraum von 1. bis einschließlich 5. April gehen.

Update vom 22. März, 23.45 Uhr: Wird der Corona-Gipfel am Abend noch fortgesetzt oder werden die Beratungen vorerst auf Eis gelegt? Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland aus Teilnehmerkreisen erfahren haben will, wollen die Beteiligten noch am Abend mit einem Konzept vor die Kameras treten. Die ersten Ministerpräsidenten hätten jedoch die Pressekonferenzen in ihren Landeshauptstädten abgesagt. Wie RND aus Teilnehmerkreisen zitiert, habe es keinen Sinn um zwei Uhr in der Nacht vor die Kameras zu treten. „Wenn die MPK denn bis dahin überhaupt zu Ende sei“, so das RND.

Corona-Gipfel: Trotz Unterbrechung einige Beschlüsse schon fix!

Update vom 22. März, 22.30 Uhr: Seit genau vier Stunden pausieren die Verhandlungen zwischen Bund und Ländern bereits, eine Einigung in der Corona-Politik ist nicht in Sicht. Bislang ist unklar, ob der Corona-Gipfel sogar kurz vor einem Abbruch steht. Eine Einigung scheint noch in weiter Ferne. Obwohl die Verantwortlichen ihre Runde bereits am Nachmittag verspätet begonnen hatten, sollen ein paar wenige Punkte bereits beschlossen worden sein.

Wie bereits am frühen Abend durchgesickert war, soll der Lockdown grundsätzlich bis zum 18. April verlängert werden. Darin waren sich Bund und Länder einig. Doch anders als am Sonntag noch durch eine Beschlussvorlage angestrebt, sollen die Kontaktbeschränkungen über die Osterfeiertage nicht gelockert werden. In der Beschlussvorlage war die Rede von möglichen Familienbesuchen zwischen einem Haushalt und vier weiteren haushaltsfremden Personen.

Und auch bei der Notbremse sollen sich Bund und Länder bereits einig geworden sein. Diese wurde bereits im Rahmen des letzten Corona-Gipfels beschlossen, ab sofort solle jedoch die strikte Einhaltung der Notbremse erfolgen.

Update vom 22. März, 20.30 Uhr: Wie das RND nun berichtet, soll die auf eine 15-minütige-Pause anberaumte Pause bereits auf eine Stunde ausgedehnt worden sein. Wann der Corona-Gipfel fortgesetzt wird, ist noch unklar. Doch wie Bild schreibt, soll es bereits eine erste Einigung gegeben haben. Demnach sollen sich die deutschen Fluggesellschaften nun doch bereit erklärt haben, die Mallorca-Rückkehrer selbst zu testen. Demnach sollen sich Touristen noch auf der Insel einem PCR-Test unterziehen.

Corona in Deutschland: Merkel watscht Verkehrsminister Scheuer ab

Update vom 22. März, 19.25 Uhr: Dass es beim Corona-Gipfel durchaus hitzig zugehen kann, haben bereits die Termine in der Vergangenheit gezeigt. Und auch heute soll eine Diskussion zu einer kurzen Unterbrechung geführt haben. Wie der Spiegel berichtet, soll der Grund für die Unterbrechung die Urlaubs-Regelung gewesen sein. Nachdem Mallorca für Urlaubs-Reisen geöffnet wurde, Hotels in Deutschland jedoch auch weiterhin geschlossen bleiben müssen, bündelt sich hier besonders viel Konflikt-Potenzial.

Doch auch mit Verkehrsminister Scheuer soll Kanzlerin Merkel aneinander geraten sein. Wie die Bild berichtet, soll Scheuer den Auftrag bekommen haben, bei Airlines nachzufragen, ob Passagiere bei der Einreise getestet werden könnten. Doch ein zufriedenstellendes Ergebnis soll Scheuer dabei nicht abgeliefert haben, mit lediglich einer Airline habe der CSU-Politiker telefoniert. „Immerhin hast du mit einer Airline telefoniert“, soll Kanzlerin Merkel Scheuer daraufhin ironisch geantwortet haben.

Corona in Deutschland: Kanzlerin will Gipfel vorerst unterbrechen

Update vom 22. März, 18.20 Uhr: Nächster Paukenschlag beim Bund-Länder-Gipfel! Wie Bild nun erfahren haben will, sollen die strengen Kontaktregeln über Ostern nun doch nicht gelockert werden. Zuvor wurde darüber nachgedacht, die Kontaktregeln zu lockern, über Ostern sogar Verwandtenbesuche mit vier haushaltsfremden Personen zuzulassen. Ob die aktuelle Regelung, zwei Haushalte mit höchstens fünf Personen, beibehalten wird, ist noch unklar.

Doch damit nicht genug, will Kanzlerin Merkel offenbar eine Unterbrechung des Gipfels. Das zumindest berichtet der Spiegel.

Update vom 22. März, 17.55 Uhr: Es ist die „Lieblings-Insel“ der Deutschen, und scheinbar ist es auch eine Art „Lieblings-Streitthema“ in den aktuellen Verhandlungen des Corona-Gipfels: Die Urlaubs-Reisen nach Mallorca. Wie die Bild nun berichtet, soll sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nun klar positioniert haben. „Ich persönlich gehöre ja nicht zu den Mallorca-Fahrern ...“, so die wörtliche Aussage der Regierungschefin. Bleibt abzuwarten, wie der endgültige Beschluss zu Mallorca- und Auslandsreisen im allgemeinen dazu schlussendlich aussieht.

Corona-Gipfel in Deutschland: Söder hält offenbar an Lockerungen fest

Update vom 22. März, 17 Uhr: Der Corona-Gipfel tagt noch immer, doch einzelne Details sind bereits durchgesickert. So scheint bereits jetzt klar zu sein: der Lockdown in Deutschland wird verlängert. Doch Details werden aktuell noch immer eifrig zwischen Bund und Ländern ausgehandelt.

Wie ntv nun nämlich berichtet, beharrt Bayerns Ministerpräsident Markus Söder in den Gesprächen beispielsweise auf eine lokale Notbremse. So solle die Notbremse aber einer Inzidenz von 100 nicht direkt für das ganze Bundesland, sondern nur auf Landkreis-Ebene angewendet werden. Damit habe er Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher widersprochen. Wie Söder dabei weiter gefordert haben soll, sollten Landkreise weiter offen gehalten werden, solange die kritische Inzidenz nicht überschritten werde.

Update vom 22. März, 16.45 Uhr: Im Kampf gegen die Corona-Pamdemie soll der bestehende Lockdown in Deutschland grundsätzlich bis zum 18. April verlängert werden. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Montag aus mehreren Quellen aus den Beratungen von Bund und Ländern. Ein endgültiger Beschluss über die künftigen Maßnahmen stand aber noch aus. Über
weitere konkretere Regelungen auch mit Blick auf die Osterzeit wollten Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten
weiter beraten. Der generelle Lockdown mit der Schließung zahlreicher Einrichtungen war bisher zunächst bis zum 28. März vereinbart.

Corona-Gipfel: Forscher konfrontieren Regierung mit Mutanten-Studie

Update vom 22. März, 16.25 Uhr: Der Corona-Gipfel in Deutschland könnte heute für eine Überraschung sorgen, schließlich könnten tatsächlich die erst Anfang März beschlossenen Lockerungen zurückgenommen werden. Doch eine Studie, die laut Business-Insider auf dem Corona-Gipfel vorgestellt werden soll, zeigt auf, dass sich die Zahlen in Deutschland noch einmal dramatisch zuspitzen könnten. Die Forscher sollen die Lage in Deutschland aus diesem Grund noch kritischer sehen, als je zuvor. Wie das Portal berichtet, soll in dem Bericht unter anderem erklärt werden: „Unsere Simulationen zeigen, dass selbst mit den Restriktionen vom Januar die dritte Welle höhere Inzidenzen aufweisen wird als die zweite.“

Grund für die dritte Welle sei die besonders ansteckend und auch tödlichere Mutation aus Großbritannien. Diese sei mit den bisher getroffenen Maßnahmen nicht in den Griff zu kriegen. Aus diesem Grund müsse eine bessere Strategie gefunden werden, als sie Bund und Länder in den vergangenen Monaten getroffen hatten. Wie Business Insider unter Berufung auf das Modell der Forscher weiter berichtet, hätten die Experten bereits den positiven Effekt der wärmeren Temperaturen ab April berücksichtigt. Doch auch dieser Faktor hätte es nicht in der Hand, die dritte Welle positiv abschwächen zu können.

Corona-Gipfel in Deutschland: Ein Ministerpräsident stellt sich bereits quer

Update vom 22. März, 15.30 Uhr: Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff will sich in den Corona-Beratungen von Bund und Ländern gegen pauschale nächtliche Ausgangsbeschränkungen stark machen. „Eine generelle Ausgangssperre wird es mit dem Ministerpräsidenten nicht geben“, sagte ein Regierungssprecher am Montagnachmittag, kurz vor Beginn der Beratungen.

Bund und Länder sollten am Montagnachmittag über das weitere Vorgehen in der Pandemie beraten, es könnte auf schärfere
Corona-Beschränkungen bis in die Osterzeit hinauslaufen. Ein Beschlussentwurf aus dem Kanzleramt enthält auch eine besonders strittige Passage, die wegen des exponentiellen Fallzahlenwachstums weitere Verschärfungen für Landkreise mit einer Sieben-Tages-Inzidenz von mehr als 100 vorsieht. Unter anderem ist dort die Rede von einer nächtlichen Ausgangsbeschränkung bis 05.00 Uhr, „sofern dem nicht gewichtige Gründe entgegenstehen“. Die Anfangsuhrzeit ist hier offen gelassen - auch sie müsste verhandelt werden.

Der Entwurf hatte für viel Kritik gesorgt. Auch Haseloffs Koalitionspartner SPD erteilte dem Vorschlag eine Absage. „Eine Ausgangssperre und die zu ihrer Durchsetzung und Kontrolle erforderlichen Polizeimaßnahmen greifen unverhältnismäßig in das
Leben der Menschen ein“, teilte SPD-Fraktionschefin Katja Pähle am Montag mit. Auch die FDP lehnte den Vorschlag ab. „Diese
Ausgangssperren bedeuten eine massive Einschränkung unserer Freiheiten, ohne dass ein Mehrwert für den Gesundheitsschutz zu
erkennen ist“, teilte Landeschefin Lydia Hüskens mit.

Corona in Deutschland: Bundesregierung spricht eindeutige Warnung aus

Update vom 22. März, 15 Uhr: Die Bundesregierung hat angesichts steigender Corona-Zahlen erneut vor weiteren Öffnungen gewarnt. An Lockerungen sei nur bei stabilen oder sinkenden Inzidenzzahlen zu denken, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Martina Fietz am Montag in Berlin anlässlich von Beratungen zwischen Kanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten. „In dieser Situation sind wir gegenwärtig nicht.“ Die Infektionszahlen nähmen deutlich zu, die ansteckendere britische Virusvariante sei inzwischen die dominierende in Deutschland geworden, die Intensivbetten-Belegung sei gestiegen.

Damit sei nun der Fall eingetreten, in dem die von Bund und Ländern vereinbarte „Notbremse“ zum Tragen komme, sagte Fietz. Sie sieht die Rücknahme von Öffnungen vor, wenn die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen in einer Region oder in einem Land an drei aufeinander folgenden Tagen über die Schwelle von 100 steigt. Bundesweit lag diese Inzidenz nach Angaben des Robert Koch-Instituts von Montag nun bei 107,3 - und damit etwas höher als am Vortag mit 103,9.

Es gelte nun, ein weiteres Ansteigen der Werte zu verhindern. Nächste Öffnungsschritte seien so lange zurückstellen, „bis wir wieder stabile Inzidenzwerte haben“, sagte Fietz. Vor diesem Hintergrund solle auch über Urlaubsreisen gesprochen werden. Einen Anstieg der Todeszahlen und eine Überlastung der Kliniken müsse man verhindern. Ziel sei, nicht in eine Situation wie vor Weihnachten zu kommen.

Corona in Deutschland: Handelsverband übt massive Kritik an Corona-Politik

Update vom 22. März, 13.28 Uhr: Thüringen weist derzeit mit einer 7-Tage-Inzidenz von 209,7 den bundesweiten Höchstwert auf. „Wir sind seit mehreren Wochen immer genau doppelt so hoch wie der Durchschnitt der Bundesrepublik“, erklärte Ministerpräsident Bodo Ramelow am Montag im Deutschlandfunk. Dennoch verteidigte er die Corona-Lockerungen der vergangenen Wochen. „Sie waren kein Fehler, sondern sie folgen der Logik, dass wir ausprobieren wollen, was geht, was nicht geht“, so der Ministerpräsident.

Der Handelsverband Deutschland hat vor dem Gipfel hingegen massive Kritik an der Corona-Politik geübt. „Das bundesweite Durcheinander unterschiedlicher Corona-Maßnahmen muss ein Ende haben“, sagte Hauptgeschäftsführer Stefan Genth der Bild. „Wir müssen die Inzidenzzahl hinter uns lassen und Aspekte wie die höhere Testquote und die Auslastung der Intensivbetten einbeziehen.“

Viele Händler kämpften jeden Tag um ihre Existenz. „Ihre Zukunft von einem Regelchaos und Inzidenzzahlen abhängig zu machen, ist nicht tragbar“, kritisierte Genth. Das Ansteckungsrisiko im Einzelhandel sei gering. „Funktionierende Konzepte sind da, jetzt bedarf es einer neuen Öffnungsstrategie“, so seine Forderung.

Corona in Deutschland: Unverständnis für Mallorca-Urlaub wächst

Update vom 22. März, 12.40 Uhr: Die dritte Welle der Corona-Pandemie rollt über Deutschland. Nach dem heutigen Corona-Gipfel steht wohl eine Verlängerung des Lockdowns, sowie die Rückkehr strengerer Maßnahmen bevor. Zeitgleich fliegen Menschen in den Urlaub nach Mallorca. Für viele Menschen ist das unverständlich. So auch für Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU).

„Ich kann den Menschen nicht erklären, warum es Sonderflüge nach Mallorca gibt“, soll er laut Bild-Informationen in einer CDU-Präsidiumssitzung außer sich gewesen sein. Niedersachsens Wirtschaftsminister, Bernd Althusmann (CDU), vertritt dieselbe Meinung: „Mallorca zu öffnen, ist nicht nachvollziehbar. Das kann man nicht erklären.“ Er kritisierte demnach auch das Auswärtige Amt für die Entscheidung, die Reisewarnung aufgehoben zu haben - weil die Infektionszahlen auf der Insel niedrig waren. „Während Reisen nach Mallorca stattfinden, wird in Deutschland über Ausgangssperren diskutiert. Das versteht niemand mehr!“, sagte auch Hamburgs CDU-Landeschef, Christoph Ploß, am Montag in der RTL-Sendung „Guten Morgen Deutschland“.

Corona-Gipfel in Deutschland: SPD mit Konzept für „kontaktarmen Urlaub“ - Lindner fordert Vertrauen

Vor dem heutigen Corona-Gipfel hatten SPD-Länder ein Konzept eines „kontaktarmen Urlaubs“ im eigenen Bundesland ins Gespräch gebracht. Es zielt auf die Möglichkeit, Urlaub in Ferienwohnungen oder -häusern, Appartements oder Wohnmobilen zu machen.

FDP-Chef Christian Lindner forderte im ZDF-„Morgenmagazin“ mehr Vertrauen: „Warum vertrauen wir nach einem Jahr nicht stärker Handel, Hotellerie, Gastronomie, Kultur und auch unseren Mitbürgerinnen und Mitbürgern, die sind nämlich in der Regel alle sehr vernünftig und verantwortungsvoll und haben Vertrauen verdient.“ Hotels beispielsweise seien imstande, professionelle Hygienekonzepte anzubieten. Auch dort sei kontaktarmer Urlaub möglich, so Lindner

Corona-Gipfel in Deutschland: Ausgangsbeschränkungen, Oster-Regeln, Schulschließungen

Update vom 22. März, 12.10 Uhr: Zwei wichtige Punkte, die aus einer Beschlussvorlage von Montagmorgen für den Corona-Gipfel hervorgehen, die unserer Redaktion vorliegt, sind nächtliche Ausgangsbeschränkungen und Oster-Sonderregeln. Demnach wollen die Länder durchsetzen, dass sich an Ostern, also vom 2. bis 5. April, der eigene Hausstand mit vier Familienmitgliedern treffen darf. Kinder bis 14 Jahre werden dabei nicht mitgezählt. Generell sollen heute jedoch strenge Kontaktbeschränkungen (Treffen maximal zu zweit) für Landkreise, die den Inzidenzwert 100 überschreiten, beschlossen werden.

Weiterhin sind in der Beschlussvorlage umstrittene nächtliche Ausgangsbeschränkungen enthalten, falls die Inzidenz über 100 klettert. Laut Business Insider geht der Plan vor allem auf das Kanzleramt und Bayern zurück, wobei auch weitere Länder die Notwendigkeit sehen, Kontakte wieder deutlich zu reduzieren. Auch Schul- und Kitaschließungen scheinen weiter im Gespräch zu sein. Ab einer Inzidenz über 200 soll diese Maßnahme nach derzeitigem Verhandlungsstand auf jeden Fall greifen, zwischen 100 und 200 seien Öffnungen nur mit regelmäßigen Schnelltests, zweimal pro Woche, möglich.

Corona in Deutschland: Intensivmediziner fordert „einheitliche Verschärfungen“

Update vom 22. März, 9.25 Uhr: „Wir starten jetzt auf den Intensivstationen in die dritte Welle und das auf einem sehr hohem Niveau. Davor hatten wir bereits Ende Februar gewarnt und das bereitet uns große Sorgen“, sagte DIVI-Präsident Gernot Marx. Nach den ersten vorsichtigen Lockerungen ist die Zahl der Corona-Patienten auf Deutschlands Intensivstationen wieder auf mehr als 3000 angestiegen - so hoch wie zu den Spitzenzeiten der ersten Welle im Frühjahr 2020. Das geht aus dem Register der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) hervor.

„Wir erwarten in den nächsten Wochen einen rasanten Anstieg der Patienten, da die Welle der Intensivpatienten immer zwei bis drei Wochen der Infektionswelle nachrollt“, erklärte Marx weiter. Es lasse sich daher erst für die Zeit ab Mitte April etwas an den Zahlen ändern.

Christian Karagiannidis, wissenschaftlicher Leiter des DIVI-Intensivregisters, forderte eine Rückkehr zu einem strengeren Corona-Lockdown wie Anfang März. Kontaktmöglichkeiten sollen „massiv“ beschränkt und Schulen und Kitas geschlossen werden bis ausreichende Testmöglichkeiten vorliegen. „Ich erwarte von den Ministerpräsidenten und der Kanzlerin, dass sie sich an diesem Montag auf bundesweit einheitliche und ganz einfache Verschärfungen einigen“, sagte Karagiannidis der Rheinischen Post. Das derzeitige Tempo der Ansteckungen werde ansonsten „im April bis Mai für eine Überlastung der Intensivstationen sorgen“.

Corona in Deutschland: RKI meldet erneut steigende 7-Tage-Inzidenz

Update vom 22. März, 7.25 Uhr: Am Tag des Corona-Gipfels zwischen Bund und Ländern haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem Robert-Koch-Institut (RKI) 7709 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Zudem wurden 50 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus den Zahlen des RKI vom Montagmorgen hervor. Vergangenen Montag hatte das RKI noch 6604 Neuinfektionen und 47 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

Die 7-Tage-Inzidenz ist ebenfalls erneut angestiegen. Am Montag lag der Wert laut RKI bundesweit bei 107,3 - und damit höher als am Vortag (103,9). Laut RKI-Lagebericht vom Sonntagabend lag der bundesweite 7-Tage-R-Wert bei 1,22. Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 122 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flacht das Infektionsgeschehen ab, liegt er anhaltend darüber, steigen die Corona-Fallzahlen.

Corona in Deutschland: RKI meldet ungewöhnlich hohe Sonntagszahlen - und bedenkliche Inzidenz

Erstmeldung vom 22. März: Berlin - Das Coronavirus bestimmt den Alltag der Menschen in Deutschland, Europa und der Welt auch weiterhin, noch immer gilt in Deutschland ein Lockdown. Nachdem Bund und Länder beim vergangenen Corona-Gipfel erste vorsichtige Öffnungsschritte beschlossen hatten, folgt nun jedoch die bittere Erkenntnis: die dritte Welle ist auch in Deutschland angekommen. Die Infektionszahlen steigen wieder stark an, die Inzidenz überschreitet bereits die kritische Marke. Folgt nun ein Rückgang in den strengen Lockdown?

Wie das Robert Koch-Institut am Sonntag gemeldet hatte, registrierten die Gesundheitsämter innerhalb der vergangenen 24 Stunden 13.733 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Im Vergleich der letzten beiden Tage ein minimaler Rückgang, hatten die Gesundheitsämter doch beispielsweise am Samstag noch rund 16.000 Neuinfektionen gemeldet. Für einen Sonntag sind die aktuellen Zahlen jedoch ein ungewöhnlich hoher Wert. Melden an diesem Tag doch nicht alle Gesundheitsämter ihre Zahlen vollständig. Das RKI registrierte außerdem weitere 99 Todesfälle. Am Sonntag vor einer Woche wurden dem RKI noch 10.790 Infektionen gemeldet.

Für besonderes Aufsehen sorgte am Sonntag jedoch der Inzidenz-Wert. Hatte dieser doch bereits am Samstag an der kritischen Marke gekratzt, verzeichnete das RKI nun einen Wert über der magischen Grenze von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Aufgrund der steigenden Corona-Zahlen kletterte der Wert am Sonntag auf eine Inzidenz von 103,9.

Corona-Gipfel in Deutschland: Erste Details bereits durchgesickert - Lockdown-Verlängerung bis in den April?

Obwohl Bund und Länder erst am Montag im Rahmen des Corona-Gipfels über die weiteren Massnahmen beratschlagen, sickerten bereits am Sonntag erste Details an die Öffentlichkeit. Demnach wollen die SPD-Länder den derzeitigen Corona-Lockdown bis in den April hinein verlängern. Dies geht aus einem ersten Entwurf für die Bund-Länder-Spitzenberatungen am Montag hervor, der AFP am Sonntag vorlag. Die Vorschläge sind aber noch nicht mit den anderen Beteiligten abgestimmt. Generelle neue Öffnungsschritte sehen sie nicht vor - allerdings sollen Länder und Regionen in Modellprojekten Öffnungskonzepte erproben. Für Reiserückkehrer aus dem Ausland soll eine allgemeine Test- und Quarantänepflicht eingeführt werden.

Mit dem Entwurf zeichnet sich ab, dass Deutschland auch das Osterwochenende im Lockdown verbringen könnte. Ein exaktes Datum für das Ende der Maßnahmen wird darin noch nicht genannt.

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa

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