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Vor Corona-Gipfel: Lauterbach spricht über baldige Lockerungen - düstere Herbst-Prognose folgt

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Von: Martina Lippl

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Klausurtagung des Bundeskabinetts
Karl Lauterbach und Anne Spiegel (r, Bündnis 90/Die Grünen), Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, begrüßen sich. © Bernd von Jutrczenka/dpa

Omikron breitet sich rasend schnell aus. Bei der Inzidenz vermeldet das RKI einen neuen Höchstwert. Vor der MPK sprachen Scholz und Lauterbach über mögliche Lockerungen. Der News-Ticker.

RKI: Bundesweite 7-Tage-Inzidenz jetzt bei 840,3

Update vom 24. Januar, 6.17 Uhr: Die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland liegt am Montagfrüh bei 840,3. (Vortag: 806,8; Vorwoche: 528,2). In den vergangenen 24 Stunden sind 63.393 Corona-Neuinfektionen und weitere 28 Todesfälle an das Robert-Koch-Institut (RKI) gemeldet worden. Das geht aus den Daten des Covid-19-Dashboards hervor. Bei den Corona-Fällen dürfte die Zahl allerdings höher liegen. Die Testkapazitäten und die Gesundheitsämter arbeiten immer mehr am Limit. Viele Infektionen werden nach Ansicht von Experten nicht erfasst.

Auf den Intensivstationen in Deutschland müssen derzeit 2.403 Covid-Patienten behandelt werden, davon werden 1.422 künstlich beatmet. Das geht aus dem DIVI-Intensivregister hervor (Stand: 24. Januar, 6.05 Uhr).

Vor Corona-Gipfel: Lauterbach spricht über baldige Lockerungen - düstere Herbst-Prognose folgt

Update vom 23. Januar, 20.34 Uhr: Vor dem Corona-Gipfel am Montag erteilte Olaf Scholz Lockerungen am morgigen Tag eine Absage. Gesundheitsminister Karl Lauterbach widersprach dem zwar nicht - bei ihm klang die Lage aber dennoch etwas optimistischer. Der Minister gab immerhin eine Öffnungsperspektive: Wenn die Fallzahlen wieder runter gehen, dann kann es bei den Einschränkungen natürlich nicht bleiben. Dann würde man Schritt für Schritt wieder Öffnungen machen“, so Lauterbach am Sonntag im ZDF.

Allerdings wird es laut Lauterbach noch etwas dauern, bis es so weit ist. Er rechnet damit, dass die Omikron-Welle Mitte Februar ihren Höhepunkt erreichen wird. Allerdings sei es richtig, Lockerungen für die Zeit danach schon jetzt ins Auge zu fassen, so der SPD-Politiker. Daneben plädierte Lauterbach einmal mehr für eine allgemeine Impfpflicht.

Trotz der Öffnungsperspektive glaubt der Minister nicht, dass Omikron die letzte Corona-Variante sein wird: „Ich glaube, dass es weitere Varianten geben wird, weil wir weltweit noch so viele Menschen haben, die sich infizieren können“, sagte er in der ZDF-Sendung „Berlin direkt“. Deshalb könnten sich weitere Virus-Kombinationen herausbilden. Er befürchtet: „Im Herbst haben wir wieder ein Problem“.

Corona-MPK: Scholz erteilt Lockerungen Absage

Update vom 23. Januar, 17.06 Uhr: Am Montag beraten Bund und Länder bei der nächsten MPK über die aktuelle Corona-Lage. Vorab sind offenbar weder größere Lockerungen, noch Verschärfungen abzusehen. Kanzler Olaf Scholz meldete sich am Sonntag in der SZ zu Wort und betonte, dass man auf dem „richtigen Weg“ sei. Es brauche „keine Kurskorrektur“. Scholz sagte dem Blatt: „Ich bin dafür, den Weg, den wir eingeschlagen haben, weiterzugehen. Es ist jedenfalls sicher nicht angebracht, mitten in der Omikron-Welle auf breiter Front die Regeln zu lockern“. Die strengen Regeln, die Deutschland seit November eingeführt hatte, hätten dazu beigetragen, dass die Omikron-Welle verzögert in Deutschland eingetroffen sei. Welche Lockerungen und Beschlüsse beim Corona-Gipfel im Gespräch sind, erfahren Sie auch bei ruhr24.de*

Klausurtagung des Bundeskabinetts
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), spricht bei einem Statement vor Beginn der Klausurtagung des Bundeskabinetts im Bundeskanzleramt. © Michael Kappeler/dpa

Update vom 23. Januar, 13.16 Uhr: Am Montag berät die Ministerpräsidenten-Konferenz (MPK) mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie. Schon jetzt zeichnet sich kein einheitlicher Kurs ab: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sprach sich wegen der milder als befürchtet verlaufenen Omikron-Variante für Großveranstaltungen mit wieder mehr Zuschauern aus. Für NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) stehen Lockerungen der 2G- und 2G-Plus-Regel in Handel und Gastronomie bisher nicht zur Debatte. Hier finden Sie mehr Infos zur MPK und die weiteren Maßnahmen.

Corona: Expertenrat kritisiert dünne Datenlage in Deutschland

Update vom 23. Januar, 11.45 Uhr: Der Corona-Expertenrat der Bundesregierung kritisiert eine zu dünne Datenlage bei der Pandemiebeobachtung in Deutschland und mahnt „dringende Maßnahmen für eine verbesserte Datenerhebung und Digitalisierung“ an.

Auch zwei Jahre nach Beginn der Pandemie bestehe weiterhin kein Zugang zu einigen wichtigen, aktuellen Versorgungsdaten, heißt es in einer aktuellen Stellungnahme des Gremiums. Die Omikron-Welle verstärke und verdeutliche das Defizit.

„Eine Echtzeitübersicht über alle verfügbaren Krankenhausbetten mit aktueller Belegung auch außerhalb der Intensivmedizin wird dringend benötigt.“ Die Expertinnen und Experten fordern „zeitnahe“, „tagesaktuelle“ Daten etwa zu Krankenhauseinweisungen in allen Altersgruppen und zu freien und belegten „Ressourcen“.

Vor dem Corona-Gipfel: Inzidenz so hoch wie noch nie -RKI meldet mehr als 85.000 Infektionsfälle

Erstmeldung vom 23. Januar 2022

Berlin - Die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland liegt bei 806,8! Noch nie lag der Wert höher. In den vergangenen 24 Stunden sind 85.440 positive Corona-Tests gemeldet worden. Vergangene Woche lag der Wert noch bei 52.500. Zudem verzeichneten die Gesundheitsämter 54 weitere Todesfälle. Seit Beginn der Corona-Pandemie starben bisher 116.718 Menschen mit oder an Corona. Das geht an diesem Sonntagmorgen aus den Daten des Covid-19-Dashboards des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervor.

Das Corona-Infektionsgeschehen ist extrem dynamisch. Kein Land- oder Stadtkreis registriert eine Inzidenz unter 150. Besonders betroffen sind derzeit Hamburg (1552,9) und Berlin (1483,8). Fünf Berliner Bezirke sind unter den Top 10. In Berlin-Mitte liegt die Inzidenz am höchsten.

Top 10 Corona-Inzidenz in Deutschland (Stand 23. Januar)

Stadt-LandkreisInzidenz (Stand: 23. Januar) laut RKI
Berlin-Mitte2.845,8
Berlin-Pankow1.872,4
Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg1.919,8
Berlin Spandau1790,1
Berlin-Neukölln1768,2
SK Potsdam1627,0
SK Hamburg1552,9
SK Wiesbaden1529,4
LK Storman1496,4
LK Uckermark1494,3

Corona: Expertenrat fordert Vorbereitung von weiteren Schutzmaßnahmen

Der Expertenrat der Bundesregierung fordert wegen der rasanten Ausbreitung der Corona-Variante Omikron Vorbereitungen für mögliche weitere Schritte. „Das hochdynamische Infektionsgeschehen erfordert aktuell eine Beibehaltung und strikte Umsetzung der bisherigen Maßnahmen“, heißt es in einer am Samstagabend veröffentlichten Stellungnahme. Wenn infolge weiter steigender Inzidenzen kritische Marken etwa bei Klinikeinweisungen erreicht würden, könnten weitergehende Maßnahmen zur Infektionskontrolle nötig werden. „Diese sollten daher jetzt so vorbereitet werden, dass sie ohne Verzögerung umgesetzt werden können.“ Sowohl Kontaktbeschränkungen als auch Booster-Impfungen seien notwendig, um die Dynamik der aktuellen Welle zu bremsen und das Gesundheitssystem und die kritische Infrastruktur zu schützen, heißt es in der einstimmig gefassten Empfehlung der 19 Ratsmitglieder. 

Auf eine Intensivierung der Booster-Kampagne sei daher Wert zu legen. Durch die bestehende Kontaktreduktionen und das besonnene Verhalten der Bürger sei der international beobachtete steile Anstieg der Infektionszahlen in Deutschland zunächst verlangsamt worden. Der Expertenrat erwartet aber einen weiteren Anstieg. In der Spitze könnten Sieben-Tages-Inzidenzen „von mehreren Tausend regional erreicht werden“. (ml/dpa) *tz.de und ruhr24.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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