„Erleichterungen für Leben und Reisen“

Corona: Bayerischer Landkreis prescht vor - Erster digitaler Impfpass Deutschlands eingeführt

Ein europaweit anerkannter Nachweis soll Geimpften bald weitgehende Freiheiten ermöglichen.
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Ein digitaler Corona-Impfpass soll auch das Reisen erleichtern.

Die Menschen sehnen sich nach Lockerungen. Für Geimpfte soll das ein digitaler Impfpass ermöglichen. Ein bayerischer Landkreis hat ihn bereits eingeführt.

Ebersberg / München - Der Wirbel um einen Corona-Impfpass ist groß. Gesundheitsminister Jens Spahn hatte angekündigt, den digitalen Impfpass schnellst möglich zugänglich zu machen. Schon in der zweiten Hälfte des zweiten Quartals soll dieser einsatzbereit sein.

Überschattet wurde diese Neuigkeit von einem Bericht über Sicherheitslücken. Demnach seien Corona-Impfnachweise problemlos zu fälschen. So sei bei der Prüfung der analogen Impfpässe „besondere Vorsicht geboten“, räumte das Bundesgesundheitsministerium gegenüber der Welt am Sonntag ein. Das gelte auch, „wenn die Informationen in einen digitalen Impfpass übertragen werden“, hieß es weiter.

Indes stellte sich heraus: Ein Landkreis in Oberbayern hat bereits einen digitalen Impfpass eingeführt*, wie unter anderem Merkur.de berichtete.

Erster Landkreis Deutschlands führt digitalen Corona-Impfpass ein - „Erleichterungen im Leben und bei Reisen“

„Der Impfpass ist durch den Freistaat Bayern in Vertretung durch den Landkreis Ebersberg zugelassen“, sagte Liam Klages, Leiter des Impfzentrums gegenüber Merkur.de. In einem Impfzertifikat werden die Nummer des Ausweises, das Datum der Impfung und der Impfstoff samt Chargennummer vermerkt. Eine App ermöglicht es schließlich, dass Corona-Geimpfte sich das Zertifikat anzeigen lassen können. Laut Impfzentrum soll sowohl das Impfzertifikat als auch die dazugehörige App kostenlos sein. Möglich sei es außerdem, sich das Dokument bereits nach der ersten Impfung herunterzuladen.

Mehr als 1000 Bürger aus dem Landkreis Ebersberg nutzen die App laut Bild.de bereits. Gegenüber der Zeitung sagte Robert Niedergesäß, Landrat von Ebersberg: „Der Impfausweis soll schon bald zu Erleichterungen im täglichen Leben und bei Reisen führen. Er ist fälschungssicher, datenschutzkonform und hat eine Schnittstelle zur einheitlichen europäischen Lösung - wann immer sie kommt, Ebersberg ist bereit und vorn dabei.“

Wie sicher ist der digitale Corona-Impfpass aus Ebersberg? - „Sicherer als der klassische gelbe Impfpass“

Dennoch stellen sich noch Fragen zur Fälschungssicherheit. So ist es theoretisch möglich, dass sich jemand, der die Nummer des Personalausweises eines in Ebersberg Geimpften kennt, mit seinem Namen den Impfnachweis annimmt. Gegenüber Merkur.de klärte Klages auf. Eine Doppelregistrierung sei nicht möglich. „Die Idee ist, dass sich die Geimpften auch sofort registrieren“, sagte er. Sobald der Geimpfte sich eingetragen hat, sei es für einen Zweiten nicht mehr möglich die App zu verwenden.

Gegenüber Merkur.de versprach Impfzentrums-Chef Klages, der digitale Impfnachweis sei „auf jeden Fall sicherer als der klassische gelbe Impfpass“.

Vorerst fehlt es dem digitalen Modell allerdings noch an seiner Bekanntheit. So scheiterte der Ebersberger Impfzentrums-Chef selbst mit der App an einem Security-Mann eines Einzelhandelsgeschäftes. Dieser wusste nämlich noch gar nichts von dem digitalen Impfpass, erzählte Klages gegenüber Merkur.de. Spätestens kommende Woche sollen in Deutschland für Geimpfte Lockerungen gelten. (mbr) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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