Statt Biontech gab es eine Anzeige

Ehepaar wird Corona-Impfung wegen Tattoo verweigert - Promi-Doc klärt nach bitterer Geschichte auf

Kriminalbiologe Dr. Mark Benecke zeigt bei Facebook sein Impfpflaster. Auch er wurde durch ein Tattoo gepiekst.
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Kriminalbiologe Dr. Mark Benecke zeigt bei Facebook sein Impfpflaster. Auch er wurde durch ein Tattoo gepiekst.

In einem Impfzentrum in Aschaffenburg verweigert der Arzt einem tätowierten Paar die Corona-Spritze. Sind Tattoos beim Impfen wirklich gefährlich? Ein Experte klärt auf.

Aschaffenburg - Tinte vs. Impfe: In einem Impfzentrum in Aschaffenburg soll es kürzlich zu einer folgenschweren Auseinandersetzung gekommen sein. Dort soll sich ein Arzt geweigert haben, ein tätowiertes Ehepaar zu impfen. Seine Begründung: Das sei zu gefährlich wegen der Metalle in der Tattoofarbe. Kurz darauf eskalierte die Situation völlig.

Das betroffene Paar berichtete dem Kriminalbiologen Dr. Mark Benecke auf dessen Facebook-Seite vom Vorfall. Dort beantwortet der aus mehreren TV-Formaten bekannte Spezialist für forensische Entomologie User-Fragen rund um das Coronavirus. Die abgewiesene Impfgängerin schrieb: „Meine Frage ist jetzt an Sie als Mann, der schon viele Leichen in seinem Leben gesehen hat: Ist einer von denen gestorben, weil er eine Impfung durchs Tattoo bekommen hat?“, fragte die Betroffene, die sich bei Facebook unter dem Namen „Mary Jane“ an Benecke wandte.

Arzt verweigert Corona-Impfung wegen Tattoo: Die Meinung hat er exklusiv

„Für uns hörte sich das nach Quatsch an und das sagten wir ihm auch“, berichtet die tätowierte Frau weiter. Sie und ihr Mann seien schließlich ohne Impfung weggeschickt worden, erklärte Sie. Dass man durch frisch gestochene Tattoos nicht impft, sei ihr klar. „Aber wo liegt das Problem bei abgeheilten?“, wollte sie von Benecke wissen – schließlich hätte sie dazu keine Studien gefunden.

„Genau so ist es“, antwortete der Kriminalbiologe bei Facebook. Natürlich könne man durch abgeheilte Tätowierungen impfen. „Zack, einfach machen! Und wenn Euch ein Arzt etwas anderes sagt, bittet ihn um die wissenschaftliche Studie. Die gibt es nämlich nicht“, schrieb Benecke, der sich mit ein paar entsprechenden Emojis recht amüsiert vom Standpunkt des Arztes im Impfzentrum zeigte. Dazu postete er ein Foto, das seinen eigenen volltätowierten Oberarm mit einem Impfpflaster zeigt. Benecke grinst darauf über beide Ohren.

Auch in der Kommentarspalte unter dem Beitrag sorgte der Vorfall im Impfzentrum für Verwunderung – und für viel Belustigung. Zwischen Zahlreichen Fotos von Impfpflastern auf bunter Haut schrieb eine Facebook-Userin: „Was für eine Käse.“ Eine andere scherzte, sie werde sich für künftige Impfungen eine Zielschiebe auf den Oberarm stechen lassen – mit untätowierter Mitte für die Spritze.

Corona-Impfung wegen Tattoo verweigert: Situation eskaliert - und endet mit Anzeigen

Das betroffene Paar aus Aschaffenburg hatte allerdings weniger zu lachen als die Facebook-User, denn die Situation im Impfzentrum geriet scheinbar völlig außer Kontrolle. „Der Arzt hat jetzt eine Anzeige wegen Körperverletzung und der Mann der Frau eine wegen Beleidigung und Hausfriedensbruch“, schrieb „Mary Jane“. Was genau vorgefallen war, führte die Frau nicht näher aus.

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