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„Er hatte viele Ausreden“: Schock-Fotos sollen Impfskeptiker in deutschem Nachbarland überzeugen

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Ein im Juni 2021 in Tschechien aufgenommenes Symbolfoto für eine Intensivstation mit verschiedenen Geräten.
Wegen des Andrangs auf Krankenhäuser (Symbolbild) gibt es in Tschechien seit November 2021 eine umstrittene Corona-Impfkampagne. © Libor Sojka/Imago

Es sind Aufnahmen von Covid-Patienten in Krankenhäusern, die sprachlos machen. Die neue Kampagne für die Corona-Impfung ruft in Tschechien Widerspruch hervor.

Prag - Vielleicht helfen abschreckende Bilder, wie man sie von Zigarettenschachteln kennt? Mit einer neuen Schockkampagne will Tschechien Corona-Impfgegner zum Umdenken bewegen. Die Anzeigenaktion startete am Dienstag, wie das Gesundheitsministerium in Prag auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa bestätigte.

Auf einem Bild ist zum Beispiel zu sehen, wie ein toter Mann auf einer Intensivstation in einen blauen Leichensack gelegt wird. Dazu steht der Text: „Er hatte viele Ausreden.“ Ein anderes Foto zeigt einen Sarg, daneben der Satz: „Sie hat die Impfung immer wieder hinausgeschoben“.

„Brutale Kampagne“: Corona-Plakate in Tschechien lösen Irritationen aus

Der scheidende Ministerpräsident Andrej Babis sprach im Vorfeld von einer „brutalen Kampagne“, die von den abschreckenden Bildern und Warnhinweisen auf Tabakprodukten inspiriert sei. Es soll sich um reale Aufnahmen aus Krankenhäusern handeln. Bisher hatte das Gesundheitsministerium eher auf positive Motivation in der Corona-Pandemie gesetzt - mit dem Slogan „Wir machen einen Punkt hinter das Coronavirus“.

Der ARD-Korrespondent Danko Handrick twitterte einige der Plakate:

Corona-Zahlen im EU-Land Tschechien: Inzidenz Anfang November 2021 über 500

Bisher sind erst 6,1 Millionen der insgesamt rund 10,7 Millionen Einwohner des Landes vollständig geimpft. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums (Stand: 10. November) sind aktuell fast 3300 Covid-Patienten in Krankenhäusern.

Dabei kämpft Tschechien mit stark steigenden Ansteckungszahlen. Die 7-Tage-Inzidenz lag zuletzt bei mehr als 510 und somit höher als im benachbarten Bayern. Seit Beginn der Pandemie gab es in dem EU-Land mehr als 31.000 Tote im Zusammenhang mit einer Infektion. (dpa/frs)

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