News-Ticker

Festnahmen und Randale am Wochenende: Polizei muss bei Corona-Partys in Deutschland durchgreifen

Am Wochenende gab es trotz der geltenden Corona-Beschränkungen vielerorts in Deutschland Menschenansammlungen auf den Straßen - nicht alle verliefen friedlich. Der News-Ticker.

  • Einige Straßenfeiern am Wochenende eskalierten (Siehe Update vom 30. Mai, 21.36 Uhr).
  • Die Sieben-Tage-Inzidenz geht bundesweit nach unten (siehe Update vom 30. Mai, 8.38 Uhr).
  • Die aktuelle Corona-Lage in Deutschland stimmt optimistisch. Die 7-Tage-Inzidenz geht weiter runter (Siehe Update vom 29. Mai, 7.16 Uhr).
  • Dieser News-Ticker ist beendet. Die Fortsetzung ab dem 31. Mai finden Sie hier.

Update vom 30. Mai, 21.25 Uhr: Frühlingshafte Temperaturen, sinkende Inzidenzen, Öffnungen der Außengastronomie - die aktuelle Situation lockt viele Menschen nach einem langen Corona-Winter nach draußen. Am Wochenende schlugen dabei jedoch deutschlandweit zahlreiche Feierwütige über die Stränge. Vielerorts trafen sich große Gruppen, ohne den nach wie vor geltenden Mindestabstand einzuhalten. In München versammelten sich beispielsweise mehrere hundert Menschen nach Schließung der Außengastronomie im Univiertel, um dort weiterzufeiern. Die Polizei räumte die Straßen-Party. Am Morgen danach war der Geschwister-Scholl-Platz völlig zugemüllt. In der Nacht zum Samstag war es nach einem Flaschenwurf auf einen Streifenwagen zu einem Tumult am Odeonsplatz gekommen.

Auch in anderen Städten berichtet die Polizei von Eskalationen auf den Straßen - dabei kam es auch zu Festnahmen. In der Stuttgarter Innenstadt wurden am späten Samstagabend bei Auseinandersetzungen zahlreicher Jugendlicher und junger Erwachsener mit der Polizei mehrere Polizisten verletzt und Randalierer vorläufig festgenommen.

Corona in Deutschland: Hamburger Polizei räumt Schanzenviertel

In Weiden in der Oberpfalz hinterließen rund 60 Randalierer laut Polizei eine „Schneise der Verwüstung“. Sie beschädigten in der Nacht zum Samstag parkende Autos, eine Werbetafel und eine Schranke. In Hamburg räumte die Polizei nach einer illegalen Rave-Party in der Nacht zu Sonntag das Schanzenviertel. In der Spitze hatten dort etwa 4500 Menschen zusammen gefeiert und getrunken, wie die Polizei mitteilte.

Polizisten drängen Besucher in der Nacht zum Sonntag aus dem Hamburger Schanzenviertel.

Update vom 30. Mai, 20.12 Uhr: Laut DIVI-Intensivregister liegen aktuell so wenige Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen wie seit Anfang November nicht mehr. Demnach sind liegt die Zahl momentan bei 2.511.

Corona in Deutschland: Bundesweite Inzidenz erneut gesunken

Update vom 30. Mai, 8.38 Uhr: In Deutschland sinkt die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Infektionen weiter. Bundesweit gab es laut Angaben des Robert Koch-Instituts vom Sonntagmorgen 35,2 Fälle pro 100.000 Einwohner (Vortag: 37,5). Von den Gesundheitsämtern bekam das RKI 3852 Neuinfektionen und 56 Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus binnen eines Tages vermeldet.

Seit Beginn der Corona-Pandemie gab es in Deutschland 3.679.148 registrierte Corona-Infektionen, insgesamt verstarben 88.406 Menschen in Verbindung mit Covid-19.

Corona in Deutschland: Gewaltsame Angriffe auf Polizisten in Leipzig

Update vom 29. Mai, 14.15 Uhr: Mit gewaltsamen Attacken auf Polizeibeamte haben sich Gäste einer Bar in Leipzig gegen eine Corona-Kontrolle gewehrt. Drei Beamte wurden bei dem Einsatz in der Nacht zum Samstag verletzt, zwei von ihnen mussten im Krankenhaus behandelt werden, wie die Polizei am Samstag mitteilte. Die Angreifer hätten erst von einem bereits am Boden liegenden Beamten abgelassen, als ein weiterer Polizist einen Warnschuss abgegeben habe.

Die Kriminalpolizei ermittelt den Angaben zufolge nun wegen Landfriedensbruch, gefährlicher Körperverletzung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. Nach Verdächtigen werde gefahndet.

Die Beamten waren vom Ordnungsamt im Rahmen der Amtshilfe um die Kontrolle gebeten worden, hieß es in der Polizeimitteilung. Dem Amt hätten Hinweise vorgelegen, dass sich in der Bar Gäste aufhielten, die nach Vorgaben der Corona-Schutzregeln nicht dort hätten sein dürfen. Als die Polizei die Personalien der rund 40 Gäste feststellen wollte, seien die Beamten angegriffen und aus der Bar gedrängt worden. Mehrere der Gäste seien währenddessen durch das Toilettenfenster ins Freie geflohen.

Update vom 29. Mai, 7.16 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) binnen 24 Stunden 5426 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Samstagmorgen (Stand 5.02 Uhr) hervor. Vor einer Woche hatte der Wert bei 7082 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt laut RKI bundesweit bei 37,5 (Vortag: 39,8; Vorwoche: 66,8). An Feiertagen wie Pfingstmontag suchen weniger Menschen einen Arzt auf, wodurch auch weniger Proben genommen werden und es weniger Laboruntersuchungen gibt. Daher werden weniger Neuinfektionen gemeldet.

In ganz Deutschland wurden den Angaben nach binnen eines Tages 163 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 170 Tote gewesen.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Freitagabend bei 0,72 (Vortag: 0,72). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 72 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Corona in Deutschland: Boris Palmer mit Verbal-Attacke gegen Karl Lauterbach

Update vom 28. Mai 2021, 20.09 Uhr: Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) schießt heftig gegen SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. Er wirft ihm vor, dafür zu sorgen, „immer Recht“ zu behalten.

„Ich möchte keine dunklen Motive unterstellen, aber es ist schon erkennbar, dass mit düsteren Szenarien auch mit Angst versucht wurde, Verhalten zu ändern. Diese Katastrophenwarnungen waren von Karl Lauterbach immer zu hören“, poltert Palmer in einem Podcast des Kölner Stadt-Anzeigers, „entweder kam es schlimm, dann hatte er Recht. Oder es kam nicht schlimm, dann konnte er sagen: ‚Nur weil ich euch gewarnt habe, ist es nicht so schlimm gekommen.‘ Das hat mich schon das ganze Jahre gestört. Ich habe mich häufig mit Lauterbach gestritten, dass er immer die dunkle Seite als die wahrscheinliche dargestellt hat.“

Das Präventionsparadoxon will Palmer nicht als allgemeingültige Erklärung für nicht eingetretene Szenarien hinnehmen. Es besagt, dass Menschen unzufrieden reagieren, wenn präventive Maßnahmen tatsächlich das verhindern, was sie verhindern sollten. Gefahr wurde abgewendet und dadurch nicht offen erkennbar. Die Maßnahmen erscheinen vielen deshalb unangebracht gewesen zu sein.

Corona in Deutschland: EMA gibt grünes Licht - Impfstoff ab 12 in der EU zugelassen

Update vom 28. Mai 2021, 16.48 Uhr: Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hat grünes Licht gegeben für die Zulassung des Corona-Impfstoffs der Hersteller Biontech und Pfizer für Kinder ab zwölf Jahren. Das teilte die EMA am Freitag in Amsterdam mit. Es ist der erste Impfstoff in der EU, der auch für Menschen unter 16 zugelassen ist.

Update vom 28. Mai 2021, 15.09 Uhr: In Deutschland sind erneut mehr Zweit- als Erstimpfungen durchgeführt worden. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) erhielten am Donnerstag 994.155 Menschen eine Spritze, 600.675 davon bekamen ihren vollen Impfschutz. Insgesamt sind den Angaben zufolge bisher 42,1 Prozent (35 Millionen) der Bevölkerung mindestens einmal geimpft und 16,4 Prozent (13,7 Millionen) vollständig.

Corona-Knall: Österreich streicht Personen-Begrenzung für Stadien und Kultur - unter einer Voraussetzung

Update vom 28. Mai 2021, 12.41 Uhr: Während in Deutschland trotz niedriger Inzidenzen und hohe Impf-Quote nur vorsichtig gelockert wird, gehen unsere Nachbarn aus Österreich gleich mehrere Schritte weiter. Die Alpenrepublik schafft ab 1. Juli alle Obergrenzen für die Besucherzahl bei Veranstaltungen im Freien und sogar in Gebäuden ab. Die einzige Voraussetzung sei dann, dass die Besucher getestet, genesen oder geimpft seien. Das kündigte Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) am Freitag in Wien an. Das komme nicht zuletzt der Kultur und dem Sport zugute.

Grundlage für alle anstehenden Lockerungen sei die insgesamt sehr erfreuliche Entwicklung sowohl bei der Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus wie auch bei der immer geringeren Belegung der Kliniken mit Corona-Patienten, sagte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP). Als weiterer Schritt werde der Platzbedarf für Kunden im Handel bereits ab 10. Juni von 20 auf 10 Quadratmeter halbiert. Die Sperrstunde werde von 22.00 auf Mitternacht verlegt, hieß es. Die Sieben-Tage-Inzidenz in Österreich liegt aktuell bei etwa 40.

Corona in Deutschland: Betriebsärzte könnten für nächsten Impf-Schub sorgen

Update vom 28. Mai 2021, 11.44 Uhr: Im Juni könnte das Impfen weiter Fahrt aufnehmen. Nicht nur Impfstoff steht dann zur Verfügung, sondern es wird auch mehr verimpfende Ärzte geben. Mehr als 6000 Betriebsärzte hätten eine Bestellung abgegeben, teilte eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums am Freitag in Berlin mit. Beschäftigte können sich dann in tausenden deutschen Betrieben ab 7. Juni gegen Corona impfen lassen. Die Betriebsärzte erhalten zum Start in der Woche vom 7. Juni 702.000 Dosen des Impfstoffs von Biontech/Pfizer. Jeder Betriebsarzt solle in dieser Woche eine zugesicherte Mindestmenge von 102 Dosen erhalten. „Geimpft werden kann flächendeckend - in den großen Betrieben ebenso wie in kleinen und mittleren“, sagte die Sprecherin. Jeder Betriebsarzt habe die Möglichkeit, eine Bestellung aufzugeben.

Corona in Deutschland: Inzidenz sinkt immer weiter - Zahl der Toten wird niedriger

Update vom 28. Mai 2021, 9.50 Uhr: Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) wurden binnen eines Tages 7380 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Vor einer Woche hatte der Wert noch bei 8769 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Freitagmorgen mit bundesweit 39,8 an (Vortag: 41; Vorwoche: 67).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 192 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es hier 226 Tote gewesen. Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Donnerstagabend bei 0,70 (Vortag: 0,71). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 70 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Corona in Deutschland: Inzidenz weiter unter 50 - Impfangebot für Kinder ab zwölf Jahren

Erstmeldung vom 27. Mai 2021:

München - Das Impftempo in Deutschland nimmt an Fahrt auf. Am 7. Juni fällt die Impfpriorisierung. Ab diesem Datum können sich jetzt auch Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren um einen Impftermin bemühen können. Das teilte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach dem Impfgipfel mit. Impfungen für alle ab zwölf Jahren! Die wichtigsten Fakten und Ziele:

  • Einen zugelassenen Corona-Impfstoff für Kinder ab zwölf Jahren gibt es bislang noch nicht. Die europäische Arzneimittelbehörde EMA will jedoch an diesem Freitag über eine Zulassung von Biontech/Pfizer entscheiden.
  • Eine allgemeine Impf-Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) für Kinder und Jugendliche liegt noch nicht vor, wird aber in zehn bis 14 Tagen erwartet.
  • Der Impfstoff ist weiterhin knapp. Der Bund will aber für Kinder und Jugendliche sechs Millionen Impfdosen reservieren.
  • Alle Jugendlichen über 12 Jahre sollen bis Ende August ein Impfangebot bekommen. Dabei handelt es sich um eine Gruppe von knapp 5,3 Millionen Menschen.
  • Die Länder sollen die Impfungen durchführen.

Corona in Deutschland - Inzidenz sinkt rasant

Vor ein paar Wochen undenkbar - die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland liegt unter 50. Momentan bundesweit bei 41. Die Corona-Karte auf dem Covid-19-Dashboard des Robert-Koch-Instituts (RKI) färbt sich heller. Nur einige Regionen sind noch rot markiert. Der Landkreis Tirschenreuth an der bayerisch-tschechischen Grenze hat momentan die niedrigste 7-Tage-Inzidenz. Dabei galt die Region lange als der Corona-Hotspot schlecht hin.

Der R-Wert liegt weiter unter der 1: Laut dem RKI-Lagebericht von Donnerstagabend liegt der 7-Tage-R-Wert bei 0,70 (Vortag: 0,71). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 70 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert spiegelt das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Bei den Fallzahlen ist jedoch Vorsicht angesagt. Darauf weist auch das RKI hin. Über das lange Pfingstwochenende gingen weniger Personen zum Arzt, weniger Testungen fanden statt. Zudem meldeten Gesundheitsämter weniger. Ist die dritte Corona-Welle bald überstanden? Das RKI schätzt die Lage in Deutschland weiterhin als „sehr hoch“ ein, trotz des aktuellen Rückgangs. Die Fallzahlen seien immer noch hoch und das Berliner Institut verweist auf die Corona-Varianten.

Bundesland7-Tage-Inzidenz (Stand: 27. Mai 2021; 3.11 Uhr)
Thüringen59,0
Saarland54,0
Baden-Württemberg51,4
Hessen49,9
Nordrhein-Westfalen46,2
Bayern40,8
Rheinland-Pfalz39,5
Sachsen39,4
Bremen33,2
Sachsen-Anhalt34,8
Berlin34.1
Niedersachsen27,9
Mecklenburg-Vorpommern22,3
Hamburg25,4
Schleswig-Holstein21,8

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Rubriklistenbild: © Daniel Bockwoldt/dpa

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