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Spahn will 2G+ einführen und witzelt über Impfpflicht: „Wagenknecht mit der Polizei zur Impfstelle schleppen“

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Von: Momir Takac

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RKI-Chef Wieler nennt die aktuelle Corona-Lage „sehr besorgniserregend“, und Gesundheitsminister Spahn schlägt weitere Verschärfungen vor. Das Wichtigste der PK in Berlin.

Berlin - Dem Robert-Koch-Institut sind binnen 24 Stunden mehr als 48.640 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Das geht aus dem Dashboard des RKI von Freitagmorgen hervor. Zudem wurden 191 neue Todesfälle verzeichnet.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz stieg in Deutschland erneut stark an, auf den neuerlichen Rekordwert von 263,7. Die Corona-Lage sei nach wie vor „sehr besorgniserregend“, erklärte das RKI in seinem Wochenbericht zur Pandemie. Das Institut riet „dringend dazu, größere Veranstaltungen möglichst abzusagen oder zu meiden, aber auch alle anderen nicht notwendigen Kontakte zu reduzieren“.

Spahn spricht sich für 2G-Plus aus - „Schritt, den wir gehen müssen“

Angesichts massiv steigender Corona-Zahlen will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn den Zugang zu öffentlichen Veranstaltungen vehement erschweren. Künftig solle hier eine 2G-Plus-Regelung gelten, sagte Spahn in Berlin. Bedeutet: Einlass wird nur denjenigen gewährt, die von einer Infektion mit dem Coronavirus genesen sind oder geimpft sind, und einen negativen Test vorweisen können. „Das ist ein schwerer Schritt, aber ein Schritt, den wir gehen müssen“, sagte Spahn.

Des Weiteren wolle er noch am Freitag eine Verordnung für die Wiedereinführung kostenloser Bürgertests unterzeichnen, kündigte Spahn an. Er gehe davon aus, dass dann ab Montag diese Tests wieder angeboten werden könnten. Zudem soll die Vergütung für Mediziner für Corona-Impfungen deutlich erhöht werden. Pro Impfung würden künftig 28 Euro statt bislang 20 Euro bezahlt, am Wochenende sogar 36 Euro. Per Verordnung werde er außerdem sicherstellen, dass die Impfzentren der Länder bis Mitte April hälftig vom Bund finanziert seien.

Corona-Impfpflicht: Spahn hat „absurdes“ Bild mit Sarah Wagenknecht vor Augen

Spahn äußerte sich auch zu einer allgemeinen Impfpflicht, nachdem er aus Reihen der anwesenden Journalisten gefragt worden war. „Heißt das, dass wir von Haustür zu Haustür gehen und jeder muss der Polizei einen Impfnachweis zeigen? Und was machen wir, wenn sie ungeimpft sind? Was machen wir mit denjenigen, die sich weigern?“, fragte er zurück.

Bereits vor der PK hatte Spahn deutlich gemacht, dass eine allgemeine Impfpflicht nicht durchsetzbar wäre. „Ich habe das Bild schon vor Augen, wie wir Sahra Wagenknecht dann mit der Landespolizei zum Impfen schleppen. Das ist absurd“, hatte er dem Spiegel gesagt.

Wieler zur aktuellen Corona-Lage: „Es ist fünf nach zwölf“

RKI-Präsident Lothar Wieler sprach auf der Pressekonferenz von einer dramatischen Lage. „Es ist fünf nach zwölf“, sagte Wieler. Er forderte, bei Großveranstaltungen über eine Reduzierung der Besucherzahlen oder eine Absage zu sprechen. „Am besten wäre es, wenn man bestimmte Großveranstaltungen absagen würde - ganz klar.“

Auch wies er darauf hin, dass Booster-Impfungen einen starken Schutz bewirken können und eine Impfquote von zwei Drittel nicht ausreiche, das Coronavirus einzudämmen. „Je mehr Menschen eine Immunität haben, desto geringer wird die Krankheitslast“, warb Wieler für Impfungen.

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