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Lauterbach warnt vor Delta-Rückkehr – und will Impfstoff-Strategie wechseln: „Wird sehr teuer“

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Von: Kathrin Reikowski

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Karl Lauterbach (SPD), Bundesminister für Gesundheit, spricht bei einer Pressekonferenz zur weiteren Entwicklung der Corona-Lage teil.
Karl Lauterbach (SPD), Bundesminister für Gesundheit, spricht bei einer Pressekonferenz zur weiteren Entwicklung der Corona-Lage teil. © Carsten Koall/dpa

Karl Lauterbach warnt wegen einer Studie aus Israel vor der Rückkehr der Delta-Variante zum Herbst. Die wirtschaftlichen Folgen könnten unbezahlbar sein.

Berlin - Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) mahnt, dass die Corona-Pandemie noch nicht vorbei ist. Dabei beruft er sich auf eine neue Studie aus Israel, die zur weiteren Vorsicht mahne. „Eine Omikron-Welle im Herbst ist zwar wahrscheinlich. Aber selbst die gefährlichere Delta-Variante könnte zurückkommen“, sagte Lauterbach der Rheinischen Post.

Der Grund für die Besorgnis: Die Studie aus Israel hat laut Rheinischer Post Abwasser analysiert. Sie kommt zu dem Schluss, dass sich neben der mittlerweile vorherrschenden Variante auch die Delta-Variante halten könnte. Delta gilt als gefährlicher, weil die Variante mehr schwere Verläufe auslöst.

Corona: Lauterbach schlägt Wechsel in der Impfstoffstrategie vor

Lauterbach (SPD) will nun die Strategie bei den Impfungen, vor allem in der Impfstoffproduktion ändern. Man müsse sich auf beide Szenarien - Delta und Omikron - einstellen. „Wir brauchen Impfstoff gegen beide Varianten“, sagte er. „Das wird sehr teuer. Aber ein weiterer verpasster Herbst wäre für die Wirtschaft unbezahlbar“, so der SPD-Gesundheitsminister.

Schon jetzt könne man etwas tun: „Auch im Sommer sollten wir achtsam bleiben“, sagte Lauterbach. „Dazu gehört die Maskenpflicht im ÖPNV und auch im Flugzeug. Wer jetzt den Menschen vorgaukelt, Corona sei Geschichte, wird das im Herbst bitter bereuen.“

Corona: Lauterbach macht der Union schwere Vorwürfe - Impfpflicht hätte Tote und Beschränkungen vermeiden können

Dass die Impfpflicht im Bundestag nicht durchgesetzt werden konnte, ist für Lauterbach (SPD) weiter ein schwerer Fehler. Seine Vorwürfe gelten dabei der Union: „Die Impfpflicht hätte alles einfacher gemacht“, sagte Lauterbach der Rheinischen Post.

„Die Union trägt die Schuld, wenn die Impflücke zu vermeidbaren Toten und Beschränkungen führt. Ohne ihre parteitaktische Blockade wäre die Impfpflicht gekommen“, sagte Lauterbach. Auch andere Forscher hatten bereits vor einem Delta-Comeback gewarnt. (kat)

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