Prostitutionsverbot wegen Covid-19

Corona-Krise: Stuttgart reagiert mit pikanter Maßnahme - „Trifft uns sehr hart“

Stuttgart hat wegen des Corona-Virus drastische Maßnahmen getroffen. 
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Stuttgart hat wegen des Corona-Virus drastische Maßnahmen getroffen. 

Drastische Ereignisse erfordern drastische Maßnahmen. So hat auch Stuttgart wegen der aktuellen Corona-Krise gerade eine besondere Regelung getroffen. 

  • Das Coronavirus* hat Deutschland längst erreicht. 
  • Um Covid-19 den Kampf anzusagen, wurden bereits verschiedenste Maßnahmen getroffen. 
  • In Stuttgart soll ab sofort die Prostitution verboten werden. 

Stuttgart  - Covid-19 - fünf Buchstaben und zwei Ziffern, die in Deutschland bereits zu einer Vielzahl an Maßnahmen geführt haben, um die Verbreitung derLungenkrankheit einzudämmen. Seit uns das Corona-Virus vor einigen Wochen erreicht hat, wurden so schon die verschiedensten Veranstaltungen abgesagt sowie einige Einrichtungen geschlossen. Ab sofort soll in Stuttgart nun sogar die Prostitution verboten werden.

Wegen des Coronavirus: Stuttgart schließt Bordelle

Als erste Stadt Deutschlands hat Stuttgart beziehungsweise dessen Oberbürgermeister Fritz Kuhn in der Corona-Krise eine Entscheidung getroffen, die für manche überraschend kam, für andere aber umso plausibler klingt. So sollen in der baden-württembergischen Hauptstadt ab sofort alle Bordelle geschlossen werden. Dieser Infektionsschutz-Erlass trifft dabei über 100 derartiger Etablissements und insgesamt beinahe 4.000 Prostituierte besonders hart. 

Stuttgarter Prostitutionsverbot hat weitreichende Konsequenzen

„Jetzt gilt es, soziale Kontakte auf das Nötigste zu beschränken“, wird Fritz Kuhn vom SWR zitiert. Dazu gehört für den Stuttgarter Oberbürgermeister nicht nur die Schließung von Museen oder Diskotheken, sondern auch von Freudenhäusern. „Diese Regelung trifft uns sehr hart“, klagt Bordellbetreiber John Heer gegenüber bild.de über die Konsequenzen jenes Infektionsschutz-Erlasses, denn die könnten sich für ihn und seine Einrichtung als durchaus weitreichender erweisen, als zunächst erwartet. 

Was geschieht nach den Bordellschließungen mit den Prostituierten?

So sei das Prostitutionsverbot für Heer sehr kurzfristig und überraschend am Freitagnachmittag gekommen: „Wir konnten diesbezüglich nicht handeln, vor allem auch in Bezug auf die Frauen“, erklärt der Chef im City-Eroscenter im Leonhardsviertel weiter. Noch sei nämlich unklar, was mit den Frauen nun geschehen werde; wo sie hingehen könnten, ob sie Flüge in ihre Heimatländer buchen könnten oder Ähnliches. „Da fühlen wir uns sehr alleine gelassen und können hier nicht dementsprechend agieren“, so der 53-Jährige weiter. 

Corona-Krise legt Stuttgarter Freudenhäuser lahm

Außerdem sei die Länge der Schließungen unklar; Heer vermutet aber, es sie werde für den Zeitraum bis nach Ostern gelten - entsprechend auch der Schulschließungen in zahlreichen deutschen Bundesländern, wie sie ebenfalls wegen der Corona-Krise gerade bekannt gegeben wurden. Für den baden-württembergischen Bordellbetreiber bedeutet die Schließung seiner Einrichtung besonders hohe Verluste, denn er erwartet einen Schaden in Höhe von 100.000 Euro monatlich. Auch wenn die Corona-Krise wieder abebben oder das Prostitutionsverbot aufgehoben werden sollte, werde es immer noch eine gewisse Zeit dauern, bis der Betrieb bei ihnen wieder anlaufe, prophezeit Heer. Ob eine Schließung seines Freudenhauses überhaupt nötig gewesen wäre, scheint er dagegen zu bezweifeln, denn der 53-Jährige verspricht hohe Standards in seiner Einrichtung. 

War das Stuttgarter Prostitutionsverbot wirklich unumgänglich?

„Auf Grund des neuen Prostitutiertenschutzgesetzes 2017 haben wir extreme Sicherheitsmaßnahmen und ich denke nicht, dass hier eine Ansteckungsgefahr größer wäre als beispielsweise in einem Restaurant, die interessanterweise in Stuttgart nicht geschlossen werden“, gibt sich John Heer im Interview bedenklich. Ändern kann er die Situation als Reaktion in der aktuellen Corona-Krise nun aber so oder so nicht mehr. Schon längst hat das Virus nämlich auch Baden-Württemberg erreicht, wo bereits über 400 Fälle positiv getestet wurden. 

lros

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