Einfach dem Trubel entfliehen

Corona-Krise: Dieses Edeka-Foto soll zum Vorbild dienen - doch in Bayern ist das unmöglich

Ein Auto steht einsam auf einem großen Kundenparkplatz.
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Einkaufstour zu später Stunde? Hier hat offenbar ein pflichtbewusster Bürger den besten Zeitpunkt abgewartet.

Ein Fahrzeug steht einsam auf einem riesengroßen Parkplatz. Ansonsten ist keine Menschenseele zu sehen. In dieses Foto lässt sich immens viel hineininterpretieren. Was bei Twitter auch getan wird.

München - Dieses Foto soll zum Nachdenken anregen. In Zeiten der Corona-Pandemie*. Wenn Abstandhalten* und Menschenmassen meiden die wichtigsten Gebote neben dem Maskentragen sind. Das gestaltet sich - gerade in Großstädten - natürlich nicht immer einfach. Aber der aufmerksame und pflichtbewusste Bürger kann auch selbst gehörig nachhelfen. Und so manche Gefahrenquellen umschiffen.

Ganz so wie eben auf diesem Foto. Darauf ist ein einsames Fahrzeug auf einem großen Kundenparkplatz zu sehen. Angestrahlt wird es von einer Laterne, wodurch der gelbe Lack noch besser zur Geltung kommt. Nicht weit entfernt stehen die Einkaufswagen in einem Unterschlupf griffbereit. Was neben der herrschenden Dunkelheit vor allem ins Auge sticht: die gähnende Leere! Keine Menschenseele ist weit und breit um das Gefährt herum zu sehen. Heißt auch: Abstands-Regel: check! Menschenmassenvermeidung: check!

Video: Supermärkte in Alarmstimmung! Strenge Corona-Regeln fordern Geschäfte heraus

Vorbildwirkung in der Corona-Krise: Abends nach 20 Uhr allein im riesen Supermarkt

Aufmerksam gemacht auf das Foto des einsamen Autos hat ein Twitter-Nutzer, der mutmaßt, bei dem Fahrer handele es sich um einen besonders gesetzestreuen Menschen. So lobt der User die Eigenverantwortung und promotet den Schnappschuss als „Symbolbild“ mit dem Motto: „zum Einkaufen abends aufs Dorf fahren, weil man dort ab 20 Uhr in einem riesigen Edeka* ganz alleine ist“. Wobei wir pflichtschuldigst anmerken möchten: Das wäre im Rewe*, Penny*, Netto*, Aldi* oder Lidl* natürlich genauso möglich.

Was früher mitunter schwer kritisiert wurde, ruft angesichts des Corona-Schreckens heutzutage also Schulterklopfer hervor. Späteinkäufer, die für ihre Shoppingtour sogar einen Umweg in Kauf nehmen, sind jetzt also der letzte Schrei. Wobei allein das abgebildete Stillleben natürlich noch keinen Beweis für die Vermutung des Twitter-Freundes darstellt, hier würde ein Stadtmensch spät am Abend auf dem Land einkaufen gehen. Das Auto könnte ja genauso gut einem Pendler gehören. Oder einem Angestellten.

Vorbildwirkung in der Corona-Krise: Ladenschlussgesetz macht Bayern seinen Strich durch die Rechnung

Zum Vorbild-Charakter gereicht es ohnehin nicht in ganz Deutschland. Darauf weist auch ein anderer User hin, der den späten Supermarkt-Besuch* so kommentiert: „In Bayern auf jeden Fall, weil der dann geschlossen ist und dich jemand vergessen hat.“ Im Freistaat gilt auch in der Corona-Krise das Ladenschlussgesetz, wonach um 20 Uhr die Türen geschlossen werden. Von einer Abweichung machten die Betreiber selbst im Frühjahr keinen Gebrauch, als ihnen diesbezüglich freie Hand gewährt wurde.

Damit ist also klar: Für Bayern ist diese Corona-Gefahr-Umgehungstaktik alles andere als empfehlenswert. Hier wird nur der frühe Vogel wirklich glücklich. (mg) *merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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