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„Lage ist ernster, als die meisten glauben“: Leopoldina-Ansage sorgt für Aufruhr – Söder spricht von „Weckruf“

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Markus Söder gestikuliert im bayerischen Landtag in München während einer Regierungserklärung im November 2021.
CSU-Chef Markus Söder (Archivbild) ermahnt wegen neuer Leopoldina-Vorgaben in der Corona-Krise. © Peter Kneffel/dpa

Neue Virus-Mutationen wie Omikron erfordern schnelles Handeln, warnen Wissenschaftlicher. Zahlreiche Spitzenpolitiker sind alarmiert.

Berlin - Die neue Corona-Warnung der Leopoldina hat einen gewaltigen Widerhall ausgelöst. Von einem „Warn- und Weckruf aus Berlin“, spricht Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. „Die Politik sollte dem Rat der Wissenschaft ohne Zögern folgen“, sagte die amtierende Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) laut dpa.

Die wissenschaftliche Akademie hatte am Samstag unter anderem vorgeschlagen, mehrwöchige Kontaktbeschränkungen auch für Geimpfte sofort zu verhängen, eine Impfpflicht zunächst für Klinikpersonal einzuführen und bis Jahresende 30 Millionen Booster-Impfungen in Deutschland zu ermöglichen.

„Die Lage ist ernster, als die meisten glauben“, sagte Söder auf dpa-Anfrage. „Und Omikron könnte zu einer neuen Bedrohung werden“, betonte er im Hinblick auf die im südlichen Afrika neu entdeckte Virusvariante. „Wir sollten daher die Hinweise der Leopoldina sehr ernst nehmen und rasch beraten“, so der CSU-Chef. Karlickzek wiederum sagte der dpa: „Es ist eine unmissverständliche Aufforderung an jeden und jede, die im Land politische Verantwortung tragen oder in Kürze tragen werden.“

Leopoldina-Ansage in Corona-Krise: Holetschek für schnelle MPK

Der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz (GMK), Bayerns Ressortchef Klaus Holetschek (CSU), hat sich der Leopoldina-Forderung für ein schnelles Bund-Länder-Treffen ausgesprochen. Die Äußerungen des wissenschaftlichen Beratergremiums könnten nicht ignoriert werden, sagte Holetschek am Samstag der dpa. „Das ist ein Weckruf par excellence der Leopoldina“, sagte er. Der Bund müsse dieses Signal nun unverzüglich aufnehmen.

Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier reagierte auf die neue Omikron-Mutation. Er sagte seine dreitägige Reise in die Golfregion wegen der hiesigen Entwicklung der Corona-Pandemie kurzfristig ab. Auch der Leopoldina-Appell spielte eine Rolle bei der Entscheidung. In der aktuellen Bild am Sonntag (BamS) appellierte der SPD-Politiker an alle Menschen in Deutschland, ihre Kontakte freiwillig einzuschränken, um einen weiteren Lockdown zu verhindern.

Die Omikron-Variante (B.1.1.529) wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als „besorgniserregend“ eingestuft. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC spricht von ernsthaften Sorgen, dass die Variante die Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe erheblich verringern und das Risiko von Reinfektionen erhöhen könnte.

Welche genauen Auswirkungen die neue Variante hat, steht allerdings noch nicht fest. Bis es darüber Klarheit gebe, kann es laut WHO noch Wochen dauern. (dpa/AFP/frs)

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