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Nur noch aus dringenden Gründen auf die Straße: Österreich beschließt Lockdown für Ungeimpfte ab heute

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Von: Franziska Schwarz

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Polizisten kontrollieren im November 2021 in die Einhaltung von 2G-Regeln.
Polizisten kontrollieren in Wien aktuell die Einhaltung von 2G-Regeln. © Hans Punz/dpa

„3G“ oder „2G“ gelten im deutschen Nachbarland Österreich bereits. Nun kommen Ausgangsbeschränkungen hinzu. Die Impfquote liegt unter dem EU-Schnitt.

Wien - Die Entscheidung wurde erwartet, jetzt steht sie: In Österreich gilt ab Montag (15. November) ein Lockdown für Corona-Ungeimpfte. Das haben Bundeskanzler Alexander Schallenberg (ÖVP) und die Regierungschefs der Länder am Sonntag in Wien beschlossen. Die Maßnahme gilt dem Kampf gegen die Pandemie. „Wir setzen den Schritt nicht leichten Herzens“, sagte Schallenberg. Die Zahlen sprächen aber eine eindeutige Sprache.

Die neuen Restriktionen sollen für Bürger gelten, die weder über einen Impfnachweis noch über den Nachweis einer in den vergangenen 180 Tagen überstandenen Corona-Infektion verfügen. Die Einhaltung der Vorschrift soll mit Stichproben überprüft werden. Ziel ist, die Impfbereitschaft zu erhöhen und die sozialen Kontakte deutlich zu verringern. Die weitreichenden Ausgangsbeschränkungen sind laut dpa zunächst auf zehn Tage befristet. Betroffen seien etwa zwei Millionen Menschen.

Ungeimpften-Lockdown in Österreich: Heim nur noch aus dringenden Gründen verlassen

Ungeimpfte dürfen dann nur noch ihr Zuhause verlassen, um Lebensmittel oder andere unerlässliche Waren einkaufen zu gehen, zur Arbeit oder Ausbildung zu gehen, Sport zu treiben oder wenn sie medizinische Hilfe benötigen.

Der Lockdown muss zwar am Sonntagabend noch vom Hauptausschuss des Nationalrats - also des österreichischen Parlaments - gebilligt werden. Eine Mehrheit gilt dort laut der Nachrichtenagentur APA aber als gesichert. Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) kündigte zudem eine Impfpflicht im Gesundheits- und Pflegesektor an.

In Österreich lag die 7-Tage-Inzidenz bei Corona zuletzt bei mehr als 800, unter den Ungeimpften laut Schallenberg zuletzt sogar bei 1700. Das Land liegt bei der Corona-Impfrate unter dem EU-Durchschnitt, und liegt mit 65 Prozent auch hinter Deutschland zurück. Bereits seit Anfang November gelten Verschärfungen, die auch Wirkung zeigen. Die Zahl der Impfungen stieg sprunghaft an und liegt nun wieder auf dem Niveau von Juli.

Lockdown für Ungeimpfte in Österreich: Corona-Impfrate unter EU-Durchschnitt

Als erste Region in der EU will die Landeshauptstadt Wien indes ab Montag auch mit der Impfung von Kindern zwischen fünf und elf Jahren beginnen. Und die Bewohner Wiens können schon vier Monate nach ihrer zweiten Impfung eine Booster-Impfung erhalten.

Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) veröffentlichte am 12. November eine neue Einschätzung zur Corona-Lage. Österreich zählt die Behörde zu den 13 EU-Ländern, in denen sie „besorgniserregend“ ist. Auch Deutschland, Dänemark, Finnland und Luxemburg sind auf dieser Liste.

Als „sehr besorgniserregend“ gelten laut ECDC unter anderem Belgien, die Niederlande (die bereits seit Samstag einen Lockdown für Ungeimpfte haben), Polen und Tschechien. Die Behörde wies darauf hin, dass die Länder mit geringerer Impfrate weiterhin am stärksten betroffen seien. (AFP/dpa/frs)

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