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Luftwaffe fliegt Covid-Patienten von München nach Hamburg - Einer ist nicht mehr transportfähig

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Von: Marcus Giebel, Magdalena Fürthauer, Jonas Raab

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In Deutschland ist die Corona-Lage weiter dramatisch. Die neue Virus-Variante Omikron ist auch in München aufgetaucht. Die Luftwaffe verlegt weitere Covid-Patienten aus Bayern.

Update vom 28. November, 14.36 Uhr: In Deutschland sind offiziell drei Fälle mit der neuen Coronavirus-Variante Omikron nachgewiesen worden. In Hessen habe die Sequenzierung die Variante bei einem Reiserückkehrer aus Südafrika bestätigt, teilte Hessens Sozialminister Kai Klose am Sonntagmittag auf Twitter mit. Die am 21. November über den Flughafen Frankfurt aus Südafrika kommende Person ist den Angaben zufolge vollständig geimpft.

In München wurde die Omikron-Variante nach Angaben des Max-von-Pettenkofer-Instituts bei zwei Reisenden nachgewiesen. Sie waren am 24. November mit einem Flug aus Südafrika eingetroffen (siehe auch Update vom 27. November, 18.54 Uhr).

Luftwaffe fliegt Covid-Patienten von München nach Hamburg - Einer ist nicht mehr transportfähig

Update vom 28. November, 13.24 Uhr: Die Luftwaffe der Bundeswehr fliegt am Sonntagnachmittag mit einem Spezial-Airbus weitere fünf Covid-Intensivpatienten von München nach Norddeutschland aus. Die Maschine wird gegen 14.45 Uhr in Hamburg erwartet. Nach der Landung würden die schwerkranken Patienten aus Oberbayern und Schwaben auf Kliniken in Schleswig-Holstein verteilt, sagte eine Sprecherin des bayerischen Innenministeriums. Einige Intensivstationen in Bayern stehen kurz vor dem Kollaps. Insgesamt werden dann nach Angaben des Ministeriums von Freitag bis Sonntag 29 Patienten aus Bayern in andere Bundesländer verlegt sein. Ursprünglich waren für den Transport am Sonntag sechs Patienten vorgesehen. Einer sei jedoch nicht mehr transportfähig. 

Weltärzte-Chef Montgomery fordert „Verfallsdatum“ für Impfnachweis

Update vom 28. November, 9.11 Uhr: Weltärztebund-Chef Frank Ulrich Montgomery schlägt eine Befristung des Impfstatus vor, um den Impfschutz der Bevölkerung zu verbessern. „Jede Impfung muss ein Verfallsdatum bekommen“, sagte der Mediziner den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntagsausgaben). Wessen Impfung länger zurückliege, falle dann automatisch wieder zurück in den Status des Ungeimpften. Wer sich boostern lasse, gelte wieder als geimpft.

Frank Ulrich Montgomery, Vorsitzender des Weltärzteverbandes, bei einer Rede.
Frank Montgomery sieht die Politik in der Pflicht, strikte Maßnahmen durchzusetzen. © Guido Kirchner/dpa

Corona-Lage in Deutschland: Inzidenz schnellt weiter in die Höhe

Update vom 28. November, 9 Uhr: Die Corona-Inzidenz steigt ungebremst: Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet am Sonntag einen Wert von 446,7 (Vortag: 444,3, Vorwoche: 372,7). Binnen eines Tages sind 44.401 Corona-Neuinfektionen und 104 Todesfälle verzeichnet worden. Das geht aus den Daten des RKI-Covid-19-Dashboards am Sonntagfrüh hervor.

Neue Corona-Mutation im Umlauf: Variante Omikron hat Deutschland erreicht

Update vom 27. November, 18.54 Uhr: Es ist soweit. Nun sind auch in München sind die ersten Fälle der neuen Omikron-Variante des Coronavirus in Deutschland bestätigt worden! Die beiden Reisenden seien am Mittwoch, den 24. November mit einem Flug aus Südafrika eingetroffen, ließ Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Samstag.

Update vom 27. November, 17.29 Uhr: Aus dem am Freitagabend in München angekommenen Flug mit Passagieren aus Kapstadt sind zwei positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das gab eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums Bayern auf Nachfrage der dpa bekannt. Die beiden Personen seien isoliert - um welche Virusvariante es sich handelt, war zunächst unklar. Es laufe die Genomsequenzierung, um herauszufinden, ob es sich bei den Proben tatsächlich um die neue besorgniserregende Variante Omikron handelt. Die Öffentlichkeit werde über das Ergebnis sofort informiert, sobald es vorliege.

Corona-Variante Omikron: Neue Unbekannte im Kampf gegen Sars-CoV-2

Update vom 27. November, 11.35 Uhr: Die Befürchtungen vieler Experten dürften sich bestätigt haben, die neue Corona-Mutation Omikron ist nun offenbar in Deutschland aufgetreten. Laut dem hessischen Sozialminister Kai Klose habe man Freitagabend bei einem Reiserückkehrer aus Südafrika „mehrere für Omikron typische Mutationen gefunden.“

Es bestehe ein hochgradiger Verdacht, weswegen der Betroffene auch häuslich isoliert sei, so Klose via Twitter. Mehr wisse man jedoch noch nicht, da die vollständige Sequenzierung noch ausstehe. Wie die dpa berichtet, sei der Mann über den Frankfurter Flughafen eingereist.

Neue Corona-Mutation: Bundesregierung trifft weitreichende Entscheidung - sie gilt ab sofort

Update vom 26. November, 21.10 Uhr: Wegen der Verbreitung einer neuen Coronavirus-Variante im südlichen Afrika beschränkt die Bundesregierung die Einreise aus insgesamt acht Ländern der Region drastisch. Südafrika, Namibia, Simbabwe, Botsuana, Mosambik, Eswatini, Malawi und Lesotho werden ab Sonntag als Virusvariantengebiete eingestuft, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitag mitteilte.

Fluggesellschaften dürfen damit im Wesentlichen nur noch deutsche Staatsbürger oder in Deutschland lebende Personen von dort nach Deutschland befördern. Es handelt sich aber nicht um ein Flugverbot. Für Einreisende gilt eine zweiwöchige Quarantänepflicht - auch für Geimpfte und Genesene. Sie kann auch nicht durch negative Tests verkürzt werden.

Das Bundesgesundheitsministerium wies auf der RKI-Internetseite darauf hin, dass bereits ab sofort die jeweils zuständigen Gesundheitsämter für Einreisende aus den acht Ländern eine Quarantäne und eine Untersuchung auf eine Corona-Infektion anordnen können. Außerdem würden Einreisende aus der Region von der Bundespolizei und anderen zuständigen Behörden „vorsorglich auf ein infektionseindämmendes Verhalten in Deutschland“ hingewiesen.

Flieger aus Südafrika landet am Freitagmorgen in Deutschland - keine Quarantäne

Update vom 26. November, 18.27 Uhr: Einreisen aus Südafrika sind wegen der neuen Mutation in Deutschland eingeschränkt - ab Freitagnacht. Doch noch am Freitagfrüh landete ein Flieger aus Kapstadt in Frankfurt am Main. Die neue Mutation B.1.1.529 war da längst bekannt, und Kapstadt liegt in der von den zweitmeisten Neuinfektionen betroffenen Provinz Westkap. Doch für die Passagiere gelten offenbar keine besonderen Regeln.

Gesundheitsminister Jens Spahn sagte auf der Pressekonferenz: „Ich kann diese Personen, die eingereist sind, noch bevor die Maßnahmen in Kraft treten, nur darum bitten, dazu auffordern, zu Hause zu bleiben, einen Test vorzunehmen, sich selbst zu beobachten.“ Dabei hatte Spahn betont, unbedingt verhindern zu wollen, dass sich die Variante auch in Deutschland verbreitet. Womöglich ist dies aber bereits zu spät.

Was sagen die Experten zur neuen Corona-Variante aus Südafrika?

Update vom 26. November, 18.07 Uhr: Wie groß ist die Besorgnis wegen der neuen Südafrika-Variante bei Experten? „Das Ding ist bis an die Zähne bewaffnet“, sagt Friedemann Weber, Leiter des Instituts für Virologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Das Virus bringe einen „Riesen-Strauß an Mutationen mit sich“, allein mehr als 30 seien im Spike-Protein. Von einigen der festgestellten Mutationen sei bereits bekannt, dass sie die Wirkung von Antikörpern abschwächen. Allerdings sei es zu früh, um Aussagen über den weiteren Verlauf zu machen, betont Weber. „Es ist durchaus denkbar, dass die Variante wieder verschwindet.“

Auch der Berliner Virologe Christian Drosten sieht noch viele offene Fragen. So sei unklar, ob die Variante tatsächlich ansteckender ist oder ob ein anderer Faktor Grund für die momentan beobachtete Ausbreitung ist. „Für eine veränderte Krankheitsschwere gibt es derzeit keine Hinweise“, teilte Drosten am Freitag der Deutschen Presse-Agentur mit.

Die Variante verdiene auf jeden Fall besondere Aufmerksamkeit, sind sich Experten einig. Aufgrund der festgestellten Mutationen sei es durchaus vorstellbar, dass die Variante sowohl sehr übertragbar sei, als auch Teilen der Immunantwort entkomme, sagt Neher.

Frankfurt Airport During Covid-19 Pandemic Busy Terminal at Frankfurt Airport. On Monday, October 18, 2021, in Frankfurt
Noch durfte ein Flugzeug aus Südafrika in Frankfurt landen. © Artur Wida/imago

Biontech äußert sich zu Super-Mutation

Update vom 26. November, 14.15 Uhr: Biontech will sich die neue Mutation des Coronavirus ins Tests genau anschauen. „Wir können die Besorgnis von Experten nachvollziehen und haben unverzüglich Untersuchungen zur Variante B.1.1.529 eingeleitet“, teilte das Unternehmen in Mainz mit. Erkenntnisse sollten demnach spätestens in zwei Wochen vorliegen.

Die Variante unterscheide sich deutlich von bisher beobachteten Varianten, da sie zusätzliche Mutationen am Spike-Protein habe. Die Daten aus nun laufenden Labortests würden Aufschluss geben, ob eine Anpassung des Impfstoffs erforderlich werde, wenn sich diese Variante international verbreite.

Biontech teilte weiter mit, gemeinsam mit dem US-Partner Pfizer habe man schon vor Monaten Vorbereitungen getroffen, um im Fall einer sogenannten Escape-Variante des Virus den Impfstoff innerhalb von sechs Wochen anzupassen und erste Chargen innerhalb von 100 Tagen auszuliefern. Dafür seien klinische Studien mit „variantenspezifischen Impfstoffen“ gestartet worden, um Daten zur Sicherheit und Verträglichkeit zu erheben. Diese könnten im Fall einer Anpassung bei den Behörden als Musterdaten vorgelegt werden. Als Escape-Variante bezeichnet man eine Virusvariante, die sich der Wirkung der derzeit verfügbaren Impfstoffe entzieht.

RKI-Chef Wieler wird bei Spahn-PK emotional: Erst hält er inne, dann wird er direkt

Update vom 26. November, 10.45 Uhr: Es ging emotional zu auf der wöchentlichen Corona-Pressekonferenz von Jens Spahn und Robert Wieler. Der RKI-Chef hielt zunächst inne, um der mittlerweile 100.000 Pandemie-Toten zu gedenken, ehe er angefasst fragte: „Was muss denn noch passieren?“ Es brauche nun einschränkende Maßnahmen von Bund und Ländern und eine Zusammenarbeit. Nur so sei die vierte Welle zu brechen.

Außerdem appellierte Wieler: „Bitte lassen Sie sich impfen und auffrischen. Halten Sie überall die AHA-Regeln ein und tragen Sie eine Maske, auch wenn Sie geimpft sind.“ Der Anteil von Covid-Patienten auf den Intensivstationen liege bereits bei 18,9 Prozent. Freie Betten gebe es nur noch, weil geplante Operationen verschoben würden. Weiter fordert der RKI-Chef: „Wir brauchen eine massive Reduktion der Kontakte.“ Die Pandemie müsse nun bekämpft werden, „als ob unser Leben davon abhinge“.

Von Spahn hieß es: „Die Lage ist dramatisch ernst, so ernst, wie noch zu keinem Zeitpunkt in der Pandemie.“ Es sei mittlerweile nicht mehr „fünf nach zwölf“, sondern bereits halb eins. Der Gesundheitsminister forderte: Die Zahl der Kontakte muss runter, deutlich runter. Es braucht mehr Kontaktbeschränkungen, konsequentes 2G-Plus und die Absage von Großveranstaltungen.“

Update vom 26. November, 9.50 Uhr: Trotz der neuen Corona-Mutation in Südafrika will die Lufthansa das Land weiter anfliegen „Wir setzen die Vorgaben um und werden weiter fliegen, auch um Menschen nach Hause zu bringen und Fracht zu transportieren“,
betonte ein Konzern-Sprecher. Lufthansa werde die Lage intensiv beobachten und sich an alle gesetzlichen Auflagen und Regeln halten.

Update vom 26. November, 9.00 Uhr: Wegen der neu aufgetretenen Variante des Coronavirus schränkt die Bundesregierung den Flugverkehr mit Südafrika drastisch ein. Das Land gelte ab der Nacht zum Samstag als Virusvariantengebiet, teilte das Bundesgesundheitsministerium am Freitag mit. „In der Folge dürfen Fluggesellschaften nur noch deutsche Staatsbürger nach Deutschland befördern.“ Zudem müssten alle Eingereisten für 14 Tage in Quarantäne - auch wenn sie vollständig geimpft sind.

Neue Corona-Mutation - Lauterbach und Merkel-Vertrauter in größter Sorge: „Nichts ist schlimmer“

Ursprungsmeldung vom 26. November 2021: Berlin - Während die Corona-Pandemie in Deutschland bereits seit Wochen an Fahrt aufnimmt, könnte die nun entdeckte neue Corona-Mutation aus Südafrika noch einmal Öl ins Feuer gießen. Die ersten Nationen reagierten bereits, Großbritannien und Israel schränken den Flugverkehr mit sechs Ländern ein. Und auch der geschäftsführende Kanzleramtsminister Helge Braun rechnet mit einer raschen Entscheidung zur Aussetzung des Flugverkehrs mit Südafrika.

Neue Corona-Mutation: „Nichts ist schlimmer“ - Lauterbach fordert Reisebeschränkungen - Braun zeigt sich besorgt

„Die Wissenschaftler sind alle hochalarmiert, deshalb werden wir heute Morgen auch mit dem Robert-Koch-Institut darüber sprechen“, sagte Braun am Freitag im ARD-“Morgenmagazin“ mit Blick auf die Variante B.1.1.529. Auch ihm selbst mache die Variante „sehr große Sorgen“. Angesichts des neuen Höchststandes bei den täglich gemeldeten Corona-Neuinfektionen in Deutschland forderte Braun eine „Notbremse“. In einigen Bundesländern drohe bereits jetzt eine Überlastung des Gesundheitssystems.

„Die vielen Infizierten, die wir momentan insgesamt im Land haben, sorgen auch dafür, dass wir insgesamt in eine schwere Belastungssituation in Krankenhäusern kommen werden“, warnte der CDU-Politiker. „Es muss sehr klar sein: Wer nicht geimpft ist, steht voll in der Pandemie und muss deshalb eine weitgehendste Kontaktreduzierung machen“, sagte Braun.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach, der auch als möglicher neuer Bundesgesundheitsminister gehandelt wird, schrieb auf Twitter: „Wir müssen Zeit gewinnen. Nichts ist schlimmer als eine neue Variante in eine laufende Welle hinein.“ Wenn vorläufige Daten sich als korrekt herausstellten, „müssen sofort Reisebeschränkungen erfolgen“.

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