1. tz
  2. Welt

Neue Corona-Variante gibt „Anlass zur Sorge“ in Südafrika - „weist sehr hohe Anzahl von Mutationen auf“

Erstellt:

Von: Martina Lippl

Kommentare

In Südafrika soll eine neue Coronavirus-Variante entdeckt worden sein.
In Südafrika soll eine neue Coronavirus-Variante entdeckt worden sein (Symbolfoto). © Michael Bihlmayer/imago

Eine neue Corona-Variante breitet sich in Südafrika aus. Die Variante soll für den „exponentiellen“ Anstieg der Corona-Fälle im Land verantwortlich sein.

Johannesburg - In Südafrika ist laut Wissenschaftlern eine neue Corona-Variante namens B.1.1.529 entdeckt worden. B.1.1.529 wurde bislang auch in Botswana und Hongkong bei Reisenden aus Südafrika festgestellt. Noch sind die Fallzahlen gering, doch die Virologen in Südafrika sind besorgt. Die Corona-Variante „weist eine sehr hohe Anzahl von Mutationen auf“, sagte der Virologe Tulio de Oliveira auf einer Pressekonferenz am Donnerstag, wie die Nachrichtenagentur afp berichtet. Sie gebe in dem Land „Anlass zur Sorge“. Corona-Forscher befürchten, dass die neue Corona-Variante eine weitere Krankheitswelle auslösen könnte. Die Wirksamkeit der Vakzine gegen diese Virusvariante sei noch unklar.

Corona-Variante B.1.1.529 in Südafrika entdeckt

Südafrikas Gesundheitsminister Joe Phaahla bezeichnete die Variante als „ernsthaft besorgniserregend“ und als Ursache für einen „exponentiellen“ Anstieg der gemeldeten Fälle in Südafrika.

Nur zehn Fälle in drei Ländern sind bislang durch Genomsequenzierung bestätigt worden, berichtet der britische The Guardian. In Botswana, wo die neue Corona-Variante zuerst entdeckt worden sei, wurden inzwischen drei Fälle sequenziert. Sechs weitere Fälle seien in Südafrika bestätigt worden und einer in Hongkong bei einer Reisenden aus Südafrika.

Die Variante B.1.1.529 weist 32 Mutationen im Spike-Protein auf. Mutationen im Spike-Protein können die Fähigkeit des Virus Zellen zu infizieren und sich auszubreiten verändern. Aber auch Immunzellen den Angriff auf den Erreger erschweren.

Beim britischen Virologen Dr. Tom Peacock vom Imperial Collage London schrillen bei der ungewöhnlichen Anzahl der Spike-Mutationen die Alarmglocken. „Wegen dieses schrecklichen Spike-Profils sollte es sehr, sehr gut überwacht werden“, twittert Peacock in einer Reihe von Tweets. Es könne sich aber auch um einen sehr kleinen Varianten-Cluster in Südafrika handeln, der nicht sehr ansteckend ist, führt er weiter aus.

Corona-Lage in Südafrika

Die Zahl der täglich gemeldeten Infektionen stieg in Südafrika am Mittwoch auf mehr als 1200. Anfang des Monats waren es noch rund 100 Neuansteckungen. Südafrika ist mit rund 2,95 Millionen Corona-Fällen und mehr als 89.600 Toten das am schwersten betroffene Land in Afrika. In Südafrika war vergangenes Jahr bereits die Beta-Variante des Corona-Virus entdeckt worden.

Besorgniserregende Corona-Varianten - „Variants of concern“ (VOC)

Variants of Concern - VOCNameVOC-Sublinien
AlphaB.1.1.7Mutation E484K oder E484Q
BetaB.1.351B.1.351.1, B.1.351.2 und B.1.351.3
GammaP.1P.1.1 und P.1.2
DeltaB.1.617.2AY.1, AY.2 und AY.3.

Immer wieder tauchen neue Corona-Mutationen auf. Im Sommer war es die Delta-Variante AY.3, die in Großbritannien für Unruhe sorgte. Die Delta-Variante Mu (alternativ auch My) aus Kolumbien stufte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Anfang September als „Variante von Interesse“ (englisch: Variants of Interest) ein.

Corona „Variante von Interesse“ - „Variants of Interest“ (VOI)

Variants of Interest VOIsLinieErste Dokumentation
LambdaC.37Peru, Dezember 2020
MuB.1.621Kolumbien, Januar 2021

Karl Lauterbach warnte via Twitter vor der Virusvariante Mu*. Sie sei auch für Geimpfte und Genesene gefährlich. (ml mit afp) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Auch interessant

Kommentare