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Omikron-Wende? Experte warnt vor „Trugschluss“ - Lauterbach bringt sogar Verschärfung ins Spiel

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Von: Magdalena Fürthauer, Jennifer Lanzinger

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Seit Beginn der Pandemie gab es noch nie eine so hohe deutschlandweite Inzidenz wie aktuell. Ein Experte warnt nun vor einem Omikron-„Trugschluss“. Der News-Ticker.

Update vom 17. Januar, 18.37 Uhr: Gesundheitsminister Karl Lauterbach sieht angesichts der neuen Omikron-Variante des Coronavirus keinen Grund zur Entwarnung: „Ich warne davor, Omikron zu unterschätzen“, sagte er am Montag in Schwerin bei einer Pressekonferenz mit Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD).

Der größte Teil der für die Intensivversorgung von Corona-Patienten bereitstehenden Betten sei bereits ausgelastet, mit Patientinnen und Patienten, die sich mit der Delta-Variante infiziert hätten. Lauterbach erwartet, dass - wie bei den vorangegangenen Infektionswellen - viele ältere Menschen erst später von der Omikron-Welle erfasst werden.

„Und dann ist hier tatsächlich auch eine Mehrbelastung bei den Intensivbetten, aber auch auf der Allgemeinstation zu erwarten“, so der Gesundheitsminister. Man müsse selbst dann mit einer massiven Belastung der Krankenhäuser und der kritischen Infrastruktur rechnen, wenn die Omikron-Variante tatsächlich nur zu halb so vielen Hospitalisierungen und einem Viertel der Intensivfälle führen würde wie die Delta-Variante. Lauterbach bezog sich hier den Angaben zufolge auf Studienergebnisse der Berkeley Universität in den USA.

Mit Blick auf die Modellierungsdaten bezeichnete er die Omikron-Variante als aktuell noch schwer einschätzbar. Unter Umständen müssten die Schutzmaßnahmen noch einmal verschärft werden. Welche Maßnahmen das sein könnten, wollte Lauterbach mit Blick auf die Ministerpräsidentenkonferenz am 24. Januar jedoch nicht sagen. Man müsse sich die Entwicklung in den nächsten Tagen genau ansehen

Update vom 17. Januar, 15.30 Uhr: Bringt die Omikron-Variante die Pandemie-Wende? Einige Experten sehen in der neuen Mutante den ersten Schritt hin zu einer endemischen Lage, die dann wesentlich besser zu kontrollieren ist. Doch der Direktor des Hygienezentrums Bioscientia, Dr. Georg-Christian Zinn, warnte gegenüber ntv nun.

Nach der Welle werde man mit Omikron eine Entspannung bekommen. Hier stimmt Zinn anderen Epidemiologen und Experten zu. Allerdings warnt er vor einem Omikron-„Trugschluss“. Corona sei dann nicht aus der Welt - man werde weiter neue Varianten haben, die unter Umständen nicht nur hochansteckend, sondern auch gefährlicher sein könnten.

Sind deshalb nun weitere Regel-Verschärfung nötig? Zinn glaubt, dass die Verschärfungen bei der letzten MPK ausreichen sollten. Allerdings müsste man in der kommenden Woche beim anstehenden Bund-Länder-Treffen auf Basis der dann aktuellen Zahlen entscheiden.

Corona in Deutschland: Ungeimpften Beschäftigten in Arztpraxen drohen harte Maßnahmen

Update vom 17. Januar, 14.35 Uhr: Beschäftigte in Hausarztpraxen, die nach Inkrafttreten der Corona-Impfpflicht keinen Impf- oder Genesenennachweis vorlegen können, müssen mit einer Abmahnung und in letzter Konsequenz mit ihrer Entlassung rechnen. Das geht aus einem Informationsblatt des Deutschen Hausärzteverbandes hervor, über das als erstes das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtete.

Die einrichtungsbezogene Impfpflicht sieht vor, dass Beschäftigte in Einrichtungen wie Arztpraxen, Kliniken und Pflegeheimen bis zum 15. März nachweisen müssen, dass sie geimpft oder genesen sind. Die Impfpflicht gilt den Angaben zufolge für das medizinische Personal, aber auch für alle weiteren Beschäftigten wie Reinigungskräfte, Hausmeister, Transport- oder Küchenpersonal. Falls Mitarbeiter den Nachweis verweigern, kann das Gesundheitsamt ihnen verbieten, die Arztpraxis zu betreten oder in dieser tätig zu sein, heißt es weiter. „In diesen Fällen dürfte im Ergebnis für betroffene Arbeitnehmende der Vergütungsanspruch in der Regel entfallen.“

Corona in Deutschland: Ungeimpften Beschäftigten in Arztpraxen drohen harte Maßnahmen

Weigere sich der Arbeitnehmer dauerhaft, einen Impf- oder Genesenennachweis oder ein Attest vorzulegen, wonach eine Impfung aus medizinischen Gründen nicht angezeigt sei, könne als letztes Mittel auch eine Kündigung in Betracht kommen, erklärt der Verband. „Entsprechend dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit dürfte hier jedoch regelmäßig zunächst eine Abmahnung erfolgen müssen.“

Der Deutsche Hausärzteverband geht allerdings nicht davon aus, dass viele Beschäftigte von Abmahnungen und Kündigungen betroffen sein werden. „Der überragend große Teil der Hausärztinnen und Hausärzte und des Praxispersonals haben sich bereits früh impfen lassen – sowohl aus Selbstschutz, als auch natürlich um die Patientinnen und Patienten zu schützen“, sagte der Bundesvorsitzende Ulrich Weigeldt dem RND. „Daher wird die Zahl derer, die von den neuen Regelungen zur Impfpflicht in den Praxen betroffen sein werden, eher klein sein.“

Deutschlands Hotspots und Sorgenkinder haben sich komplett geändert

Update vom 17. Januar, 12.35 Uhr: Ein absolutes Corona-Wunder zeichnet sich auf der RKI-Karte ab, ein Berliner Bezirk meldet bereits seit einer Woche keinen einzigen Fall. Doch dahinter steckt vielmehr eine kuriose Technik-Panne.

Update vom 17. Januar, 10.45 Uhr: Sie waren lange Zeit die absoluten Sorgenkinder in Deutschland, nun zeigen sich die Corona-Zahlen in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Während Deutschland erneut einen Höchstwert verzeichnet, das RKI mit einer Inzidenz von 528,2 sogar erneut einen Rekord vermeldet, scheint sich die Situation in diesen drei Bundesländern weiter zu entspannen.

Das RKI gibt die Inzidenz in Thüringen am Montag mit 197,9 an, in Sachsen beträgt der Wert 248,5 und in Sachsen-Anhalt 280,4. Damit verzeichnen die drei Bundesländer nicht nur eine niedrigere Inzidenz als der bundesweite Wert. Laut RKI-Angaben belegen Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt damit zugleich die Plätze mit der aktuell niedrigsten Inzidenz. In den vergangenen Monaten hatten die drei Bundesländer mit sehr hohen Werten und Infektionszahlen für Schlagzeilen gesorgt.

Aktuelle Sorgenkinder sind nun das einstige Inzidenz-“Vorbild“ Bremen mit einer Inzidenz von 1389,3 und Berlin mit einem Wert von 947,7.

Corona-Inzidenz knackt 500er-Marke: RKI meldet erneut Höchstwert

Update vom 17. Januar, 6.20 Uhr: Erneut sind die Corona-Zahlen in Deutschland gestiegen, erneut meldet das RKI einen Inzidenz-Höchstwert über 500. Das Institut gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Montagmorgen mit 528,2 an. Zum Vergleich: Bereits am Vortag hatte der Wert bei 515,7 gelegen, vor einer Woche bei 375,7 (Vormonat: 413,7). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 34.145 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche waren es 25.255 Ansteckungen. Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 30 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 52 Todesfälle gewesen.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 3,23 an (Donnerstag 3,09, Mittwoch 3,13). Sie war damit erstmals seit einigen Tagen wieder gestiegen. Am Wochenende wird sie nicht veröffentlicht.

Corona in Deutschland - Gesundheitsminister beraten über Vorgehen in der Pandemie

Update vom 16. Januar, 20.47 Uhr: Die Gesundheitsminister der Bundesländer beraten am Montag ein weiteres Mal über ihr Vorgehen in der Corona-Pandemie. An der Videokonferenz, die unter dem Eindruck der Ausbreitung der Omikron-Variante und eines damit verbundenen starken Anstiegs der Neuinfektionen steht, wird auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) teilnehmen. Die Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Sachsen-Anhalts Ressortchefin Petra Grimm-Benne (SPD), wird im Anschluss über die Ergebnisse informieren (20.00 Uhr).

Lauterbach hatte die Bürgerinnen und Bürger im Vorfeld der Gesundheitsministerkonferenz in einem Interview dazu aufgerufen, sich mehrmals pro Woche mit einem Schnelltest auf das Coronavirus zu testen. Außerdem forderte er, dass zur Erfüllung der geplanten Impfpflicht drei Corona-Impfungen vorgeschrieben werden.

Coronavirus: Niedersachsen verlängert Winterruhe

Update vom 16. Januar, 14.30 Uhr: Wegen der weiterhin rasch steigenden Zahlen gibt es nun in Niedersachsen eine neue Corona-Verordnung*. Dabei wurde die Winterruhe bis 2. Februar verlängert und überarbeitet. Unter anderem gelten somit die Kontaktbeschränkungen schon ab 14 Jahre, die Quarantänepflicht wurde verkürzt und Veranstaltungen ab 500 Personen verboten.

Neuer Allzeit-Rekord der Corona-Infektionen - Tausende Maßnahmengegner auf den Straßen

Erstmeldung vom 16. Januar: München - Corona begleitet die Welt nun seit rund zwei Jahren und noch immer jagt ein Rekord den nächsten. Am Sonntag wurde laut RKI mit 515.7 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner erneut ein Höchststand der Sieben-Tages-Inzidenz erreicht. Maßnahmengegner haben sich auch dieses Wochenende nicht davon abhalten lassen und sind deutschlandweit auf die Straße gegangen.

Corona-News: Allzeit-Rekord der Neuinfektionen - Tausende Maßnahmengegner auf den Straßen

Noch am Samstag betrug die Inzidenz 497.1, demnach kamen am Sonntag 52.504 Corona-Fälle hinzu. Ebenso seien laut RKI 47 weitere Todefälle zu verzeichnen. Zum Vergleich: Vor einer Woche waren es 362.7 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und 36.552 neue Fälle, jedoch 77 Tote. Die zehn Landkreise mit der höchsten Inzidenz liegen außerdem in Berlin, Niedersachsen, Bremen, Hessen und Schleswig-Holstein.

Die rasant steigenden Zahlen sind auch für Karl Lauterbach ein Zeichen, dass Omikron nicht zu unterschätzen sei. Im Bild-Interview spricht er außerdem von einer Notwendigkeit der Impfpflicht, wenn man gegen etwaige neue Mutationen etwas tun möchte. Auf den Intensivstationen sei zwar noch kein harter Niederschlag der Variante zu spüren, entwarnen dürfe man trotzdem nicht.

Corona in Deutschland: Tausende Demonstranten auf den Straßen

Doch gegen eben jene geforderte Impfpflicht und weitere Corona*-Maßnahmen sind am Samstag deutschlandweit tausende Menschen auf die Straße gegangen. In Düsseldorf demonstrierten 7000 Menschen, in Freiburg 6000, in Hamburg 2500, wie die jeweiligen Polizeidienststellen der dpa erklärten. Auch in München kam es zu einem großangelegten Protest.

Demo von Corona-Maßnahmengegner in München.
Unter anderem in München gingen die Menschen gegen die Corona-Maßnahmen auf die Straße. © IMAGO / aal.photo / Alexander Pohl

Größtenteils seien die Demonstrationen friedlich verlaufen. Es habe jedoch zahlreiche Verstöße gegen die Maskenpflicht gegeben und eine Person befinde sich in Polizeigewahrsam, weil sie ein Messer bei sich getragen habe. Laut Polizei sei es auch zu zahlreichen Gegenkundgebungen gekommen, bei denen zahlreiche Befürworter der Maßnahmen teilgenommen hätten. So hätten beispielsweise in Osnabrück 450 Menschen unter dem Motto „Impfen statt Schimpfen“ demonstriert.

Corona: Demos in ganz Deutschland - Hermann spricht Warnung aus

In Hamburg habe außerdem ein Bündnis gegen Rechts zu „Solidarität und Aufklärung statt Verschwörungsideologien“ aufgerufen. Bundesweit beklagen sich derartige Organisationen über die Teilnahme rechtsextremer Gruppierungen an den Protesten.

Bayerns Innenminister Joachim Hermann bekräftigte daher gegenüber der Bild am Sonntag, Rechtsextremisten und Reichsbürger auf den Demos nicht zu tolerieren. „Meine ausdrückliche Warnung richtet sich auch an die extremistischen Brandstifter, die zunehmend die Proteste für ihre Zwecke ausnutzen wollen. Unser Verfassungsschutz hat hier insbesondere Rechtsextremisten im Visier“, so Hermann. (mef/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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