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Lauterbach verkündet Impfstoff-Coup - doch ein Satz sorgt für Irritationen

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Von: Momir Takac, Patrick Mayer

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Karl Lauterbach hat weitere fünf Millionen Dosen Impfstoff organisiert. Doch an seiner Ankündigung stört ein Satz. Der News-Ticker zur Pandemie in Deutschland.

Update vom 12. Januar, 17.44 Uhr: In Schleswig-Holstein wird die Lizenz für die Luca-App nicht verlängert. Die Entscheidung zur Kündigung mit Wirkung zum März sei vor allem deshalb gefallen, weil die Corona-Landesverordnung seit September 2021 keine Pflicht mehr zur Erhebung der Kontaktdaten beinhaltet, wie eine Sprecherin des Schleswig-Holsteinischen Landkreistages der Deutschen Presse-Agentur sagte. „Da sich dies - entgegen anderslautender Anregungen von unserer Seite, zum Beispiel mit Blick auf Veranstaltungen und Gastronomie - nicht geändert hat, besteht kein Grund, an Luca festzuhalten.“ Über die Entscheidung berichtet auch die Neue Osnabrücker Zeitung.

Die Luca-App soll Restaurantbesitzern und Event-Veranstaltern helfen, die gesetzlich vorgeschriebene Erfassung der Kontakte der Besucher ohne Zettelwirtschaft zu erledigen. Die Anwendung ist seit Monaten Gegenstand einer öffentlichen Kontroverse. Zuletzt entzündete sich die Kritik an einem Vorfall in Mainz. Dort hatte die Polizei gemeinsam mit dem Gesundheitsamt bei der Suche nach Zeugen eines tödlichen Sturzes in einer Gaststätte auf Daten aus der Luca-App zurückgegriffen. Danach hatten einzelne Politiker öffentlich dazu aufgerufen, die Luca-App von den mobilen Telefonen zu löschen, und die Bundesländer aufgefordert, auslaufende Verträge mit dem Anbieter nicht zu verlängern.

Der Rapper Smudo hat die Luca-App gegen Vorwürfe von Netzpolitikern der Grünen und der FDP verteidigt. Für deren Aufruf, die App zu deinstallieren, habe er kein Verständnis, sagte der Künstler der „Bild“. Smudo hat die App mitentwickelt, um seiner Band und anderen Künstlern in der Corona-Pandemie wieder Auftritte zu ermöglichen. Der Sänger ist an der Betreibergesellschaft der Luca-App wirtschaftlich beteiligt.

Update vom 12. Januar, 14.01 Uhr: Karl Lauterbach, der Gesundheitsminister der Regierung, verkündet einen Impfstoff-Coup. Mit der Zustimmung der EU hat er „5 Millionen Dosen Biontech-Impfstoff von Rumänien erworben“, schreibt er via Twitter. Es heißt, dort werde der Impfstoff „nicht gebraucht“. In Deutschland soll der neue Stoff wohl helfen, Kinder und Jugendliche von 12 bis 17 Jahren noch besser zu schützen, wie Lauterbach weiterschreibt. „Die Impfung schützt oft vor Schulausfall und ist wichtig“.

Irritierend daran ist der Satz: „In Rumänien wird er nicht gebraucht“. Was auch viele User anmerken. Lediglich 40,7 Prozent der rumänischen Bevölkerung ist vollständig geimpft. Genaue Hintergründe erläutert auch Lauterbach nicht.

Neue Corona-Regelung bringt Ärzte und Experten auf die Palme - „Das geht nicht“

Update vom 12. Januar, 9.15 Uhr: In der Debatte um die Zuverlässigkeit von Antigentests warnt ein Experte vor falscher Sicherheit durch negative Testergebnisse. „Ein Freitesten nur mit Antigentest, das geht nicht“, sagte der Vorsitzende des Berufsverbandes Deutscher Laborärzte, Andreas Bobrowski, der Deutschen Presse-Agentur. Er bezog sich auf Pläne der Bundesregierung, ein vorzeitiges Freitesten aus der Quarantäne nicht nur mit PCR-Tests, sondern auch mit „hochwertigen“ Antigentests zu ermöglichen.

Weil besonders bei geringerer Viruslast Antigentests, zu denen Selbst- und Schnelltests gehören, oft nicht anschlügen, sei das aber ein problematisches Signal, so Bobrowski. Die Viruslast falle speziell bei Omikron insbesondere bei Geimpften tendenziell recht rasch ab. Der Unterschied bei der Zuverlässigkeit aller Antigentests sei speziell bei asymptomatischen Corona-Infektionen im Vergleich zum PCR-Test also „ganz erheblich“, gab Bobrowski zu bedenken.

Während die PCR-Tests nahezu immer korrekte Ergebnisse beim Nachweis von Corona-Infektionen auch mit geringer Viruslast lieferten, falle bei asymptomatischen Verläufen mit geringer Viruslast nur bei etwa der Hälfte der Infizierten der Antigentest korrekt positiv aus, sagte der Experte. Mit Blick auf PCR-Tests gab das Gesundheitsministerium zuletzt an, die mögliche Wochen-Kapazität von 2,4 Millionen Tests werde mit derzeit bis zu 1,5 Millionen PCR-Tests noch nicht ausgereizt. Auch der Vorsitzende des Verbands Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM), Michael Müller, sagte laut Mitteilung: „Die Belastung in den Laboren ist zwar erheblich, aber ich sehe keinen Grund für zu große Sorgen.

Corona-Alarm: RKI meldet neue Rekordzahlen für Deutschland

Update vom 12. Januar, 6.55 Uhr: Am Mittwochmorgen (12. Januar) vermeldet das Robert-Koch-Institut (RKI) einen sprunghaften Anstieg der Zahlen und einen neuen Corona-Rekord in Deutschland. Die Zahl der innerhalb eines Tages übermittelten Neuinfektionen hat erstmals die Marke von 80.000 Fällen überschritten. Die Gesundheitsämter meldeten demnach insgesamt 80.430 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Im Vergleich zum Dienstag (11. Januar) hat sich die Zahl nahezu verdoppelt (Vortag: 45.690 Neuinfektionen). Der bisherige Rekord lag bei 65.371 neuen Fällen am 18. November 2021.

Die bundesweite Sieben-Tage Inzidenz liegt laut RKI bei 407,5. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 387,9 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz noch bei 258,6 (Vormonat: 390,9). Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben innerhalb eines Tages zudem 384 Todesfälle verzeichnet.

Corona-Pandemie in Deutschland: Nachbar Frankreich vermeldet mehr als 368.000 Neuinfektionen

Update vom 11. Januar, 21.15 Uhr: Die Omikron-Variante wirft Fragen auf: Wie gut wirken die Impfungen gegen die Mutation des Coronavirus? Gibt es Unterschiede zwischen den Impfstoffen? Eine Spurensuche.

Update vom 11. Januar, 20.55 Uhr: Deutschlands Nachbar Frankreich hat wegen Omikron mit mehr als 368.000 registrierten Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages einen Rekordwert verzeichnet. Nach Angaben der französischen Gesundheitsbehörde vom Dienstagabend wurden innerhalb von 24 Stunden 368.149 Neuinfektion gemeldet. Der bisherige Höchstwert vom vergangenen Mittwoch hatte bei 332.252 registrierten Ansteckungen gelegen.

Die Fallzahlen in Frankreich sind über die vergangenen Wochen in die Höhe geschnellt. Die Omikron-Variante des Coronavirus ist mittlerweile vorherrschend im Land.

Corona-Pandemie in Deutschland: Alarmstufe Rot auf vielen Intensivstationen

Update vom 11. Januar, 17.45 Uhr: Schon wieder herrscht in der Coronavirus-Pandemie Alarmstufe Rot auf vielen deutschen Intensivstationen, sprichwörtlich. Das verrät ein Blick auf das Intensivregister der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI). Demnach haben reihenweise deutsche Land- und Stadtkreise zwischen Nord und Süd, zwischen Ost und West keine oder kaum noch freie Intensivbetten mehr zur Verfügung.

Besonders angespannt ist die Lage etwa im Südosten rund um die bayerische Landeshauptstadt München zwischen Landsberg am Lech in Oberbayern und Dingolfing-Landau in Niederbayern. Stand früher Dienstagabend, 11. Januar, hatten beide genannten Landkreise kein freier Intensivbett mehr zur Verfügung. Dasselbe galt für die Landkreise Dachau, Fürstenfeldbruck, Pfaffenhofen an der Ilm und Landshut. Ähnlich schwierig gestaltete sich die Lage zum selben Zeitpunkt in Mittelhessen.

So war im Wetteraukreis von insgesamt 65 Intensivbetten nur noch eines frei, im Lahn-Dill-Kreis waren 45 von 46 Intensivbetten belegt. In der Universitätsstadt Gießen, die wegen ihrer Kliniken recht große intensivmedizinische Kapazitäten hat, waren dagegen nur noch 6,95 Prozent der vorhandenen Intensivbetten (insgesamt 174) verfügbar. Sehr ernst ist die Lage auch in verschiedenen Teilen Baden-Württembergs. In Ludwigsburg nahe der Landeshauptstadt Stuttgart war keines von insgesamt 82 Intensivbetten mehr verfügbar. Dasselbe galt für den sehr ländlichen Kreis Biberach in Oberschwaben, im Zollernalbkreis auf der Schwäbischen Alb war nur noch ein Bett frei.

Besonders alarmierend war die Situation (nicht nur) am Dienstagabend an der Landesgrenze zwischen Sachsen-Anhalt und Niedersachsen. So vermeldeten laut DIVI die benachbarten niedersächsischen Kreisstädte Gifhorn und Helmstedt keine freien Intensivbetten mehr, die Landkreise Altmarkkreis Salzwedel sowie Börde hinter der Landesgrenze hatten je nur noch ein Intensivbett frei. Angespannt ist die Situation derzeit auch in der Bundeshauptstadt Berlin, wo derzeit nur noch rund jedes zehnte Intensivbett belegbar ist.

Hilferuf: Auch im Klinikum Kaufbeuren (Ostallgäu) ist die Intensivstation seit Wochen regelmäßig mit Covid-Patienten überlastet.
Hilferuf: Auch im Klinikum Kaufbeuren (Ostallgäu) ist die Intensivstation seit Wochen regelmäßig mit Covid-Patienten überlastet. © IMAGO / Wolfgang Maria Weber

Corona-Pandemie in Deutschland: Auch Berlin schärft seine Regeln nach

Update vom 11. Januar, 17.15 Uhr: Auch die Hauptstadt schärft die Regeln vor Ort in der Coronavirus-Pandemie deutlich nach. So hat der Berliner Senat an diesem Dienstag für den öffentlichen Nahverkehr die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske beschlossen. Das ist damit sehr viel später als in anderen Bundesländern der Fall.

Wie der Tagesspiegel berichtet, verschärft die Metropole mit ihren rund 3,7 Millionen Einwohnern auch die Maßnahmen in der Gastronomie. Gemäß der Beschlüsse der Bund-Länder-Runde gilt vorerst die 2Gplus-Regel. Ergo: Nur noch Geimpfte und Genesene haben plus einer Booster-Impfung oder mit zusätzlichem negativen Corona-Test Zutritt zu Speiselokalen und Restaurants.

Corona-Pandemie in Deutschland: NRW führt 2Gplus in Gastronomie ein - Bayern nicht

Update vom 11. Januar, 16.55 Uhr: Nordrhein-Westfalen, mit rund 17,9 Millionen Einwohnern größtes Bundesland, führt in der Gastronomie die 2Gplus-Regel ein. Das heißt: Nur noch Geimpfte und Genesene haben mit einem negativen Corona-Test oder dem Nachweis über eine Auffrischungsimpfung gegen das Virus Zugang zu Restaurants, Gasthäusern und anderen Speiselokalen. Neben der Gastronomie wird das laut Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) für den Freizeit-, Sport- und Fitnessbereich gelten, also etwa für Hallenbäder oder Fitnessstudios. Menschen mit Booster-Impfung sind von einer Testpflicht befreit.

Update vom 11. Januar, 15.20 Uhr: In Bayern wird es keine schärferen Corona-Regeln für Wirtshäuser und Restaurants geben - im Gegensatz zu anderen Bundesländern. Wie die bayerische Staatsregierung an diesem Dienstag mitteilte, bleibe die 2G-Regel bestehen. Das heißt: Geimpfte und Genesene haben per Nachweis Zutritt zu den jeweiligen Lokalen. Es braucht weder einen zusätzlichen negativen Corona-Test noch den Nachweis über eine Booster-Impfung. 2Gplus, wie auf der jüngsten Bund-Länder-Konferenz besprochen, tritt somit im Südosten in diesem gesellschaftlichen Bereich nicht in Kraft.

Corona-Pandemie in Deutschland: In Köln wurden abgelaufene Vakzine verabreicht

Update vom 11. Januar, 12.20 Uhr: In Köln waren rund 2000 Personen bei mobilen Impfaktionen versehentlich abgelaufene Vakzine verabreicht worden. Jetzt hat die Stadt reagiert. „Die Stadt Köln wird die Betroffenen zeitnah anschreiben und ihnen ein kurzfristiges Impfangebot mit den jeweils empfohlenen Zeitfenstern machen“, hieß es in einer Mitteilung.

Menschen, die mit dem abgelaufenen Impfstoff geboostert wurden, sollen nun eine vierte Impfung erhalten. Diese soll zwischen vier Wochen und drei Monaten nach der „missglückten“ Drittimpfung vorgenommen werden. Erstgeimpfte sollen ihre Zweitimpfung nach der gängigen Empfehlung erhalten. Zweitgeimpfte sollen nach drei Monaten den dritten Piks erhalten.

Zuvor hatte das Paul-Ehrlich-Institut eine Bewertung abgegeben. In einer Stellungnahme heißt es, dass „bei Impfstoff, der abweichend von den vorgeschriebenen Lagerbedingungen aufbewahrt wurde, gewisse Einbußen hinsichtlich der Wirksamkeit auftreten“ können. Gleichzeitig ging das PEI nicht von einem Komplettverlust des Wirkstoffs aus.

Corona in Deutschland: Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt weiter

Update vom 11. Januar, 11.20 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt in Deutschland weiter an. Laut dem RKI beträgt der bundesweite Inzidenzwert am Dienstag 387,9. Tags zuvor hatte er bei 375,7 gelegen. Auch die Zahl der täglich gemeldeten Neuinfektionen wächst: Binnen 24 Stunden übermittelten die Gesundheitsämter 45.690 neue Fälle. Vor einer Woche waren es 30.561. Im Zusammenhang mit dem Coronavirus starben 322 Menschen.

Corona: Weihnachtsfeier schuld an Inzidenz-Explosion auf Sylt? Polizei ermittelt gegen Gäste

Erstmeldung vom 11. Januar, 09.47 Uhr

München - Wegen stark steigender Inzidenz haben Hotels und Betriebe der Gastronomie auf Sylt freiwillig geschlossen. „Aufgrund der zahlreichen Corona-Ausbrüche haben bereits mehr als 20 Sylter Gastronomie- und Hotelbetriebe ihren Betrieb vorläufig eingestellt oder ziehen ihre Betriebsferien präventiv vor, um ihre Mitarbeiter und Gäste zu schützen“, sagte der Geschäftsführer der Sylt Marketing, Moritz Luft.

Die Inzidenz auf der Ferieninsel steigt seit Weihnachten rasant. Inzwischen liegt sie bei mehr als 1500. Berechnungen örtlicher Medien zufolge könnte sie gar bei 1700 liegen. Auslöser des Anstiegs könnte augenscheinlich eine Weihnachtsfeier an Heiligabend im Ort Kampen gewesen sein. Das glaubt eigenen Angaben zufolge der Landkreis Nordfriesland, wozu Sylt gehört. Die Inzidenz des Bundeslands Schleswig-Holstein liegt bei 587.

Sylt: Rund 600 Menschen derzeit in Quarantäne

Nach einem Corona-Ausbruch hat jetzt sogar die Polizei Ermittlungen aufgenommen. Der Verdacht: Besucher der Party in einer Diskothek könnten sich mit gefälschten Impfpässen illegal Zutritt verschafft haben. „Die Ermittlungen zum Fall laufen“, sagte der Sprecher der Polizeidirektion Flensburg, Christian Kartheus, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Bis zu drei Gäste könnten betroffen sein.

Im Zuge der Weihnachtsfeier waren 23 der rund 100 Besucher positiv auf das Coronavirus getestet worden, berichtet Welt. Derzeit befinden sich rund 600 Personen auf Sylt in Quarantäne.

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