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Corona in Österreich: Bundesweite 2G-Regel sorgt für überraschende Szenen vor Impf-Zentren

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Coronavirus in Österreich, Impfwillige stehen in Schlange, da 2g Regelung in Kraft tritt
Impfwillige stehen am Sonntag, den 7. November in der Schlange vor einem Impfbus in Wien-Döbling. Ab Montag gilt die 2G-Regelung in ganz Österreich. ©  picture alliance/dpa/APA | Herbert Neubauer

Seit Montag gilt die 2G-Regel in ganz Österreich. Das sorgt für einen Impf-Ansturm: Allein am Samstag ließen sich 256 Prozent mehr Menschen impfen als üblich.

Wien - Die Corona*-Zahlen in Österreich* erreichen Höchstwerte. Am Montag gab es bundesweit 8.178 Neuinfektionen, die Sieben-Tage-Inzidenz lag damit österreichweit bei 635,1 Fällen pro 100.000 Einwohner. Das Land liegt aktuell auf Platz zwölf der Länder mit der höchsten Inzidenz weltweit.

Zum Vergleich: In Deutschland sind es 213,7 Fälle pro 100.000 Einwohner. Das ist zwar ebenfalls ein Negativrekord seit Beginn der Pandemie*, aber weit von den Zahlen der Alpenrepublik entfernt. Österreich hat sich deshalb dafür entschieden, bundesweit eine 2G-Regelung einzuführen. Die trägt jetzt erste Früchte, denn am Wochenende gab es einen regelrechten Ansturm auf die Impf-Zentren*. Doch der kommt vielleicht zu spät.

Experten: Maßnahmen kommen vielleicht zu spät, regionale Lockdowns möglich

Allein am Samstag ließen sich in Österreich 32.000 Menschen impfen, bislang waren es pro Tag rund 9.000 im Schnitt, wie die Zeitung Österreich berichtet. Das entspricht einer Steigerung um 256 Prozent. Die am Montag in Kraft getretene 2G-Regelung zeigt also Wirkung. Experten warnen jedoch, dass die Maßnahmen möglicherweise zu spät kamen. Denn derzeit sind bereits 377 Intensivbetten belegt. Geht die Entwicklung so weiter, „wird regional zu entscheiden sein, ob Lockdowns nötig sind“, sagte etwa die SPÖ-Parteivorsitzende Pamela Rendi-Wagner im Interview mit Puls24. Auch der österreichische Vize-Kanzler Werner Kogler schließt regionale Lockdowns nicht aus, sie seien allerdings „die allerletzte Konsequenz“, sagte er in der Pressestunde des ORF am Sonntag.

Österreichs Innenminister über 2G: „Kontrolldruck in den nächsten Tagen erhöhen“

Die 2G-Regel in Österreich erlaubt nur noch Geimpften oder Genesenen den Zutritt zu Kinos, Cafés, Restaurants, Friseuren und Veranstaltungen. Ein „Freitesten“ ist damit nicht mehr möglich. Diese Einschränkung im Alltag hatte zu dem Impfandrang geführt. Die Lokale kontrollieren am Eingang den „Grünen Pass“. Innenminister Karl Nehammer kündigte am Montag zudem an, „den Kontrolldruck in den nächsten Tagen zu erhöhen.“ Die österreichische Polizei werde demnach im öffentlichen Raum die Einhaltung der 2G-Regelung vermehrt kontrollieren. Dafür stellt Österreich 800 Beamte mehr zur Verfügung, darunter auch Kriminalpolizisten. 4000 Polizisten und Polizistinnen sind ohnehin im normalen Streifendienst unterwegs. Wer ohne gültigen Nachweis in einem Café, Restaurant oder Kino angetroffen wird, muss bis zu 500 Euro Strafe zahlen. Für Wirte wird es noch teurer, hier werden bis zu 30.000 Euro fällig. Die Fälschung eines Impfzertifikats oder eines „Grünen Passes“ hat noch weitreichendere Konsequenzen. Denn hier handelt es sich um Urkundenfälschung, es droht eine Gefängnisstrafe. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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