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Verwirrung um Mega-Cluster an österreichischer Schule: 27 Lehrer Corona-positiv – oder doch nicht?

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Von: Jonas Raab

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Seit dieser Woche wird an Österreichs Schulen im großen Stil getestet.
Seit dieser Woche wird an Österreichs Schulen im großen Stil getestet. © Westend61/imago

An einer Schule in Linz sollen gleich 27 Lehrkräfte positiv auf das Coronavirus getestet worden sein. Das Bildungsministerium nennt andere Zahlen, die Schule schweigt.

Linz - Österreich hat die Corona-Handbremse angezogen – und kurz darauf wieder ein Stück weit gelöst*. Die Rolle rückwärts betrifft allerdings nur die nächtliche Ausgangsbeschränkung, in vielen anderen Lebensbereichen greifen seit Montag (15. November) strenge Corona-Regeln*, so auch in Schulen.

Die Bildungs­direktion hatte angeordnet, alle Klassen, in denen ein Schüler positiv getestet wird, nach Hause zu schicken. Nicht geimpfte Schüler sollen im „Distance Learning“, wie es in Österreich heißt, unterrichtet werden. Laut oe24 wurden in Oberösterreich am ersten Tag der Neuregelung gleich 21 Klassen an insgesamt 18 Schulen dicht gemacht.

Corona-Cluster an Schule in Linz: Die Zahlen zu den Infizierten gehen auseinander

Am schlimmsten hat es demnach das Oberstufen­realgymnasium Borg Linz getroffen – allerdings grassiert das Virus dort vor allem im Lehrkörper. Laut einer „medizinischen Quelle“, auf die sich das österreichische Portal beruft, seien dort 27 Lehrer positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das Bildungsministerium in Österreich* spreche dagegen „nur“ von acht Fällen unter Schülern und Lehrern.

Doch was bedeutet das Corona-Cluster – sofern es auch von offizieller Stelle so bestätigt wird – für die Linzer Schuler? „Wie das jetzt gehandhabt wird, entscheidet die Gesundheitsbehörde“, erklärt Herwig Kerschbaumer von der österreichischen Bildungsdirektion bei oe24.

Corona-Ausbruch im Borg Linz: „Kann sein, dass die Schule geschlossen wird“

Sollte die Schule geöffnet bleiben, müssten die verbleibenden Lehrer die Stunden der Infizierten vertreten oder Lehrkräfte aus anderen Schulen aushelfen, sagt Kerschbaumer. „Es kann aber auch sein, dass die Schule geschlossen wird, wir haben darüber noch keine Information.“

Eine komplette Schulschließung hält Kerschbaumer zum jetzigen Zeitpunkt für unrealistisch – zumal die Regelung, komplette Klassen bei einem positiven PCR-Test in der Schule nach Hause zu schicken, nur greift, wenn Schüler betroffen sind, nicht Lehrer. Im Oberstufen­realgymnasium Borg Linz ging am Dienstag (16. November) laut dem Bericht niemand ans Telefon.

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Corona-Cluster in Österreich für Aufsehen sorgt: Auf einem deutschen Kreuzfahrtschiff wurden in Wien kürzlich gleich 80 Personen positiv getestet*. (jo) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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