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Lockerungen für Lauterbach „fatal“ - Bundesländer wollen Impfpflicht verschieben

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Von: Momir Takac, Magdalena Fürthauer, Christina Denk, Franziska Konrad

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Die Corona-Zahlen steigen bundesweit weiter. Für Karl Lauterbach wären Lockerungen deshalb „fatal“. Die Gesundheitsminister haben unter anderem über die Impfpflicht beraten. Der News-Ticker.

Update vom 22. Januar, 21.10 Uhr: Ab dem 15. März soll die Corona-Impfpflicht für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Kliniken, Pflegeheimen, Arzt- und Zahnarztpraxen, Rettungs- und Pflegediensten, Geburtshäusern und anderen medizinisch-pflegerischen Einrichtungen kommen. Einige Bundesländer forderten nun eine Verschiebung (siehe auch Update vom 22. Januar, 18.50 Uhr).

Als Hauptgrund für die Forderung wird laut dpa die Impfstoff-Lieferung genannt. Medizinisches Personal soll „bevorzugt“ den Impfstoff von Novavax erhalten können, wenn die Impfpflicht für diese Berufsgruppen Mitte März in Kraft tritt, heißt es heute von den Gesundheitsministern. Laut einem Bericht des Tagesspiegel soll eine erste Lieferung von 1,75 Millionen Dosen des Impfstoffs ab 21. Februar zur Verfügung stehen. Der Impfstoff von Novavax könnte für Skeptiker eine Alternative sein, weil er auf einer anderen Technologie basiert als die bisher verfügbaren Corona-Präparate. Da es für den vollen Schutz, ähnlich wie bei anderen Impfstoffen, zwei Impfungen mit mindestens drei Wochen Abstand benötigt, kam nun die Forderung der Verschiebung auf. Es solle erst auf die Einführung des Novavax-Impfstoffs gewartet werden.

Indes warnt Virologe Christian Drosten vor einer möglichen, gefährlichen Variante - eine Kombination aus Delta und Omikron.

Corona in Deutschland: Änderungen für PCR-Tests und Kontaktverfolgung kommen

Update vom 22. Januar, 18.50 Uhr: Gesundheitsminister Lauterbach sich am Nachmittag für eine Konzentration der Kontaktverfolgung und PCR-Tests auf bestimmte, besonders vulnerable Gruppen ausgesprochen. Die Gesundheitsminister der Länder stimmten dem in einer Konferenz am Nachmittag zu. Unbedingt eine PCR-Testung erhalten sollten Personal in Krankenhäusern, Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen sowie Hochrisikopatienten und Personen mit dem Risiko schwerer Krankheitsverläufe. „Da soll der Zugang zu PCR-Tests erhalten bleiben.“

„Für alle anderen Personen, die keine Symptome haben und ein positives Antigentest-Ergebnis vorweisen können, soll auf eine Bestätigung per PCR verzichtet werden.“ Befürwortet wird stattdessen eine Nachtestung mit einem zweiten überwachten Antigentest.

Gesundheitsministerien beraten über einrichtungsbezogene Impfpflicht: Bundesländer wollen Verschiebung

Zudem forderten die Gesundheitsministerinnen und -minister der Länder mehr Informationen und eine schnelle Klärung jeglicher Fragen um die beschlossene, einrichtungsbezogene Impfpflicht gegen Corona. Darüber hinaus sprechen sie sich für die Prüfung eines mehrstufigen Verfahrens aus, sodass ungeimpfte Beschäftigte nicht sofort mit einem Tätigkeitsverbot belegt werden müssten. Mehrere Bundesländer wollen wohl zudem eine Verschiebung der einrichtungsbezogenen Impfpflicht. SPD-Co-Chefin Saskia Esken hat diese Forderungen heute zurückgewiesen. Die Impfpflicht greife erst ab dem 15. März, es gebe genug Zeit, dass dann auch andere Impfstoffe von Herstellern wie Novavax zur Verfügung stünden.

Die sogenannte einrichtungsbezogene Corona-Impfpflicht wurde Mitte Dezember beschlossen: Beschäftigte in Einrichtungen mit schutzbedürftigen Menschen wie Kliniken und Pflegeheime müssen bis zum 15. März 2022 nachweisen, dass sie geimpft oder genesen sind. Das Gesundheitsamt kann sonst ein Tätigkeitsverbot aussprechen. Kritiker hatten immer wieder Befürchtungen geäußert, dass durch die Impfpflicht im bereits knapp besetzten Pflegebereich weitere Arbeitskräfte verloren gehen könnten, so dpa.

Corona in Deutschland: Lauterbach hält Lockerungen für „fatal“

Update vom 22. Januar, 13.15 Uhr: Angesichts der derzeit massiv ansteigenden Corona-Zahlen spricht sich Gesundheitsminister Karl Lauterbach gegenüber der Rheinischen Post für die Beibehaltung der aktuellen Maßnahmen aus. Für Verschärfungen sei er nicht, allerdings warnt er: „Eine Lockerung wäre fatal. Wir würden Öl ins Feuer gießen und die Welle beschleunigen.“ Stattdessen müsse man die PCR-Testungen sowie die Kontaktverfolgung in bestimmten Berufsgruppen forcieren.

„Mein Vorschlag für die Ministerpräsidentenkonferenz sieht vor, dass künftig nur noch Beschäftigte der kritischen Infrastruktur einen positiven Schnelltest mit einem PCR-Test bestätigen lassen können“, so Lauterbach. Alle anderen müssten sich einen positiven Schnelltest demnach lediglich mit einem „professionellen Antigen-Schnelltest“ bestätigen lassen.

Gesundheitsminister Karl Lauterbach mit Maske
Für Gesundheitsminister Karl Lauterbach wären Lockerungen der Corona-Maßnahmen momentan „fatal“. © IMAGO / photothek / Florian Gaertner

Das weitere Vorgehen bespreche er am Samstag mit den übrigen Gesundheitsministern der Länder. Lauterbach schließt sich damit der Meinung der meisten Experten an, dass Omikron zwar deutlich mildere Verläufe mit sich bringe , Entwarnung jedoch noch nicht gegeben werden könne.

Corona-Zahlen gehen durch die Decke - Gesundheitsminister beraten noch heute

Update vom 22. Januar, 10.00 Uhr: Die Corona-Zahlen in Deutschland steigen scheinbar unaufhörlich weiter. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt laut RKI mittlerweile bei 772,7, am Freitag war sie noch bei 706,3. Hinzugekommen sind 135.461 Neuinfektionen und 179 Todesfälle. Landkreise mit der höchsten Inzidenz befinden sich weiterhin in und um Brandenburg, doch auch rund um München gehen die Zahlen durch die Decke. So verzeichnet der Landkreis Dachau 1288,1 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in der letzten Woche.

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern beraten daher auch heute wieder über das weitere Vorgehen. Auf der Tagesordnung stehen laut der Nachrichtenagentur AFP die Impfpflicht, der Umgang mit dem Genesenenstatus sowie generell die Maßnahmen im Hinblick auf die Omikron-Variante. Gegen 12 Uhr mittags wird ein Statement erwartet.

Corona in Deutschland: Priorisierung der PCR-Tests und weitere Kontaktnachverfolgung

Update vom 21. Januar, 16.57 Uhr: Die Bundesregierung will Deutschland organisatorisch auf das rasante Wachstum der Omikron-Welle mit erwarteten Hunderttausenden Infizierten pro Tag vorbereiten. Neben einer Priorisierung der besonders sicheren PCR-Tests wird dafür auch eine weitere Konzentration der Kontaktnachverfolgung auf wichtige gesellschaftliche Bereiche erwogen, wie ein Sprecher von Gesundheitsminister Karl Lauterbach am Freitag mit Blick auf den bevorstehenden Corona-Gipfel sagte.

Ein „Nadelöhr bei den PCR-Tests jedenfalls für die kritische Infrastruktur“ solle verhindert werden. „Und deswegen konzentrieren wir wahrscheinlich auch die Kontaktnachverfolgung auf wichtige Bereiche, wie es heute schon passiert“, so der Sprecher.

Razzia bei Arzt in NRW: Mediziner soll Impfausweise gefälscht haben

Update vom 21. Januar, 15.34 Uhr: Ein Arzt in Recklinghausen steht im Verdacht, gefälschte Corona-Impfausweise ausgestellt und die entsprechenden Impfdosen vernichtet zu haben. Der Mediziner soll von Juni bis Dezember 2021 in seiner Praxis in mehreren Fällen gegen Entgelt „bewusst wahrheitswidrig“ eine Impfung bescheinigt haben, wie die Bochumer Staatsanwaltschaft am Freitag mitteilte.

Tatsächlich habe er die dokumentierte Erst-, Zweit- oder Booster-Impfung aber dem Verdacht zufolge nicht vollzogen, sondern die Impfdosen vernichtet, sagte eine Sprecherin. Das Ermittlungsverfahren richte sich gegen den Arzt „und andere“, schilderte die Behörde, ohne dazu weitere Angaben zu machen.

Im Kreis Recklinghausen und Umgebung seien am Freitag Privat- und Geschäftsräume des beschuldigten Mediziners durchsucht worden. Sollte sich der Verdacht bestätigen, drohen dem Arzt im schlimmsten Fall fünf Jahre Haft.

Baden-Württemberg kehrt zu alten Corona-Regeln zurück

Update vom 21. Januar, 14.04 Uhr: Die Menschen in Baden-Württemberg müssen sich schon nächste Woche auf neue Corona-Regeln einstellen. Voraussichtlich gilt dann nur noch die zweithöchste Stufe, die normale Alarmstufe, die mit einigen Lockerungen verbunden wäre.

Das Land will das am 12. Januar ausgesetzte reguläre Stufensystem der Beschränkungen Mitte nächster Woche wieder in Kraft setzen, wie eine Sprecherin des Staatsministeriums am Freitag mitteilte. Die Regierung reagiert damit auch auf ein Urteil des Verwaltungsgerichtshofs, das das Einfrieren der Alarmstufe II mit harten Einschränkungen für Ungeimpfte für teilweise rechtswidrig erklärt hatte.

Bleibt die Belastung der Krankenhäuser auf dem derzeitigen, etwas niedrigerem Niveau, gilt wieder die normale Alarmstufe. Eigentlich sieht diese Stufe deutlich weniger Einschränkungen vor. Allerdings will die Regierung die Regeln in den einzelnen Stufen noch einmal anpassen, insbesondere bei Veranstaltungen. Sie will mit der Neufassung der Verordnung auch die Ergebnisse der nächsten MPK am kommenden Montag zur weiteren Corona-Strategie abwarten.

Virologe Stöhr: Deutschland hat sich nicht auf Alten- und Pflegeheime fokussiert

Update vom 21. Januar, 13.05 Uhr: Der Virologe Klaus Stöhr hat die Strategie zur Corona-Bekämpfung in Deutschland kritisiert. Das Vorgehen in der Coronavirus-Pandemie sei in anderen Ländern bei weitem fokussierter gewesen als in Deutschland, sagte Stöhr am Donnerstagabend in der Fernsehsendung rbb-SPEZIAL.

„Die eigentliche Strategie sollte ja sein, in einer Pandemie die schweren Verläufe zu verhindern, also die Krankenhäuser, die Intensivstationen und die Friedhöfe leer zu halten, ohne den Blick für die Anderen zu verlieren. Das hat man in einigen Ländern gemacht, wo man sich wirklich fokussiert hat auf die Alten- und Pflegeheime, die stationären Pflegeeinrichtungen, die mobile Pflege und dort die Priorität gesetzt hat“, kritisierte der Virologe.

Stöhr riet eindringlich zu einem Kurswechsel. „Was gegenwärtig auf keinen Fall richtig wäre: so weiterzumachen wie die letzten anderthalb Jahre. Das Virus hat sich verändert, die Krankheitsverläufe sind weniger schwer und die Immunisierungsrate ist jetzt so hoch.“

Eine Zurücknahme fast aller Corona-Einschränkungen wie aktuell in Großbritannien ginge ihm deutlich zu weit. „Also jetzt alles zu öffnen, hört sich für mich ein bisschen so an wie vom rechten Straßengraben in den linken Straßengraben reinzufahren. Irgendwo ist die Fahrbahn ja in der Mitte und die finden glaube ich andere Länder besser“, sagte Stöhr.

Virologe Kekulé lehnt Impfpflicht ab

Update vom 21. Januar, 10.45 Uhr: Der Virologe Alexander Kekulé hat sich vehement gegen eine Corona-Impfpflicht ausgesprochen, die gerade in der Omikron-Welle debattiert wird. „Ich war schon bei der Delta-Variante gegen die allgemeine Impfpflicht, weil sie epidemiologisch nicht erforderlich war“, sagte er im aktuellen Podcast Die Wochentester von Kölner Stadt-Anzeiger und RedaktionsNetzwerk Deutschland.

„Noch viel weniger angemessen“ hält es Kekulé bei Omikron: Wenn der Impfstoff gegen die Variante ausgeliefert werde, sei die Omikron-Welle durch, argumentierte er. Der Virologe kritisierte zudem, dass Genesene künftig nur noch für drei Monate als solche zählen: „Ein Genesener hat einen viel besseren Immunschutz als ein Geimpfter“, erklärte Kekulé. Es gebe keine wissenschaftliche Begründung dafür zu sagen „die Geimpften haben neun Monate Schutz, die Genesenen nur drei Monate“.

Vor Corona-Gipfel: Niedersachsens Ministerpräsident Weil wegen Omikron-Welle gegen Lockerungen

Update vom 21. Januar, 10.17 Uhr: Am Montag (24. Januar) steigt der nächste Corona-Gipfel mit den Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzler Olaf Scholz. Niedersachsens Landeschef Stephan Weil hat sich bereits positioniert und sich gegen Lockerungen sowie Verschärfungen ausgesprochen. „Wir dürfen die Pandemie nicht entgleiten lassen, deswegen brauchen wir weiter Vorsichtsmaßnahmen“, sagte der SPD-Politiker am Freitag im ARD-Morgenmagazin.

Trotz der hohen Corona-Inzidenz sei eine Rückkehr in einen „totalen Lockdown“ aus seiner Sicht aber nicht nötig, da sich die Situation „geändert“ habe. Weil plädierte für eine Anpassung der Corona-Strategie. Vor allem die Hospitalisierung und die Lage auf den Intensivstationen brächten ihn derzeit „noch nicht ins Grübeln“, auch wenn die Infektionszahlen von Tag zu Tag stiegen.

Corona-Inzidenz liegt in Deutschland erstmals über 700 - 140.160 Neuinfektionen gemeldet

Update vom 21. Januar, 10.01 Uhr: Der Wert der Sieben-Tage-Inzidenz liegt in Deutschland erstmals über der Marke von 700. Das Robert-Koch-Institut meldete am Freitagmorgen einen Wert von 706,3. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte die bundesweite Inzidenz bei 470,6 gelegen.

Auch die Zahl der Corona-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden stieg: Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI 140.160 Fälle. Vor einer Woche waren es 92.223 Ansteckungen gewesen. 170 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

Der Wert der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen hat sich ebenfalls leicht erhöht. Nach 3,34 am Mittwoch lag er am Donnerstag bei 3,56. Der R-Wert oder die Reproduktionszahl liegt laut RKI derzeit bei 1,15. Im Schnitt steckt ein Mensch mehr als einen weiteren an.

Österreich beschließt als erstes EU-Land eine allgemeine Corona-Impfpflicht

Update vom 20. Januar, 22.05 Uhr: Als erstes Land der EU hat sich Österreich für eine allgemeine Corona-Impfpflicht ab 18 Jahren ausgesprochen. Das Parlament stimmte am Donnerstagabend mit 137 zu 33 Stimmen für einen entsprechenden Gesetzesentwurf.

Die Impfpflicht tritt demnach am 4. Februar in Kraft. Nach einer Übergangszeit sollen ab März Geldstrafen von 600 bis 3600 Euro für Impfverweigerer verhängt werden. Freiheitsstrafen sind hingegen explizit ausgeschlossen.

Von der Impfpflicht gegen das Coronavirus ausgenommen sind Schwangere, Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können, sowie Jugendliche.

Die Regierung aus ÖVP und Grünen verständigte sich am Donnerstag zudem mit der SPÖ auf ein Anreiz- und Belohnungspaket zur Steigerung der Impfquote (Ausgestaltung siehe Update vom 20. Januar, 11.11 Uhr).

Omikron: Totimpfstoff von Valneva überzeugt in erster Laborstudie

Update vom 20. Januar, 16.03 Uhr: Der Totimpfstoff des französisch-österreichischen Herstellers Valneva befindet sich aktuell im Zulassungsverfahren der Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA). Jetzt gibt es eine erste Laborstudie, die die Wirkung gegen Omikron untersuchte.

Das Ergebnis: „Antikörper, die durch drei Dosen von Valnevas inaktiviertem COVID-19-Impfstoffkandidaten VLA2001 hervorgerufen wurden, neutralisieren die Omikron-Variante“, hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Untersucht wurden insgesamt 30 Blutproben. Dabei wurden in allen Proben neutralisierende Antikörper gegen das ursprüngliche Coronavirus und die Delta-Variante nachgewiesen, in 87 Prozent auch gegen Omikron. „Wir freuen uns sehr über diese Ergebnisse“, schrieb Valneva-Chefmediziner Juan Carlos Jaramillo in der Mitteilung.

Der Impfstoff VLA2001 enthält abgetötete Corona-Viren, die sich nicht weiter vermehren. Der Körper erkennt diese als Fremdkörper und beginnt Antikörper zu produzieren. Anders als Novavax ist der Impfstoff des Unternehmens Valneva zweifelsfrei ein Totimpfstoff.

Beschäftigte ohne Booster können Entschädigungsanspruch verlieren

Update vom 20. Januar, 14.40 Uhr: Arbeitnehmer und Selbständige können ihren Anspruch auf Ersatz von Verdienstausfällen verlieren, wenn sie keinen vollen Impfschutz durch eine Corona-Drittimpfung haben und in Quarantäne müssen. Das geht aus einer Expertise der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestags hervor, die der Bundestag im Internet veröffentlichte und worüber die Bild zuerst berichtete.

Eigentlich gewährt das Infektionsschutzgesetz Personen, die infiziert sind oder unter Infektionsverdacht stehen und denen deshalb eine Ausübung ihrer bisherigen Erwerbstätigkeit verboten ist, einen Entschädigungsanspruch in Geld.

Die Bundestagsdienste weisen darauf hin, dass die Entschädigung laut Gesetz wegfällt, wenn etwa durch Inanspruchnahme einer Schutzimpfung ein solches Verbot hätte vermieden werden können. Dabei könne auch das Fehlen einer Auffrisch- oder Booster-Impfung zum Ausschluss der Entschädigung für den Verdienstausfall führen, wenn diese eine öffentlich empfohlene Impfung sei.

Studie: Corona-Impfstoff Sputnik V besonders wirksam gegen Omikron

Update vom 20. Januar, 12.55 Uhr: Zugelassen ist der russische Corona-Impfstoff Sputnik V bislang weder von der EU-Arzneimittelbehörde noch der WHO. Kommt es jetzt womöglich zu einem Umdenken? Denn eine neue Studie attestiert dem Vakzin eine besonders gute Wirksamkeit gegen die derzeit grassierende Variante Omikron.

Forscher des italienischen Spallanzani-Instituts und des russischen Gamaleja-Zentrums fanden heraus, dass Sputnik V mehr als zweifach höhere Titer von virusneutralisierenden Antikörpern gegen die Omikron-Variante aufweist als zwei Dosen des Biontech/Pfizer-Impfstoffs. Das heißt: Er wirkt doppelt so gut.

Die Studie zeigt, dass Sputnik V den Omikron-Stamm neutralisiert, indem es eine robuste Antikörperreaktion hervorruft, die ein hohes Schutzniveau darstellt.

Sputnik Light hat Studien zufolge in Argentinien als Booster bereits gute Ergebnisse gezeigt. Eine Kombination von Sputnik Light mit Impfstoffen von AstraZeneca, Sinopharm (China), Moderna und Cansino (China), die in fünf Provinzen verwendet wurde, hat gezeigt, dass der russische Impfstoff eine stärkere Antikörper- und T-Zellenantwort auslöst als bei zwei Impfungen mit demselben Impfstoff.

Österreich will Corona-Impfpflicht mit finanziellen Anreizen verknüpfen

Update vom 20. Januar, 11.11 Uhr: Das Parlament in Österreich stimmt heute über eine allgemeine Corona-Impfpflicht ab 18 Jahren ab. Vorab kündigte die konservativ-grüne Koalitionsregierung gemeinsam mit der oppositionellen SPÖ zusätzlich finanzielle Anreize in Form einer Impflotterie an.

Bei der Lotterie sind pro Teilimpfung 500 Euro zu gewinnen, die als Gutscheine in Gastronomie oder im Handel eingelöst werden können. Teilnehmen können nicht nur Spätentschlossene, sondern auch jene, die bereits geimpft sind. Rund jeder zehnte Stich soll so belohnt werden.

Gemeinden, die hohe Impfquoten erreichen, sollen zudem mit Förderungen belohnt werden. Insgesamt soll rund eine Milliarde Euro für diese Maßnahme zur Verfügung stehen. „Ich bin wirklich froh, neben dem Thema Pflicht auch das Thema Anreiz heute im Parlament beschließen zu können“, sagte Kanzler Karl Nehammer (ÖVP).

Thailand lockert Corona-Einreiseregeln

Update vom 20. Januar, 09.58 Uhr: Ab dem 1. Februar kann man wieder Thailand besuchen, ohne sich anschließend in Quarantäne begeben zu müssen. Einreisen seien für vollständig geimpfte Touristen im Rahmen des „Test-and-go“-Konzepts möglich, sagte der Sprecher der thailändischen Corona-Taskforce, Taweesin Visanuyothin, am Donnerstag.

Das Konzept sieht vor, dass sich Reisende am Tag der Einreise auf das Coronavirus testen lassen und sich bis zum Vorliegen eines negativen Ergebnisses in einem Hotel isolieren müssen. Am fünften Tag des Aufenthalts ist demnach ein weiterer Corona-Test fällig. Zudem müssen Thailand-Touristen eine Nachverfolgungs-App herunterladen.

Corona: Inzidenz und Neuinfektionen erreichen Rekordstände - Lauterbach rechnet Mitte Februar mit Höhepunkt der Welle

Erstmeldung vom 20. Januar, 7.17 Uhr

Berlin - Die Infektionszahlen in Deutschland klettern weiter in die Höhe - und brechen derzeit täglich neue Rekorde. Am Donnerstagmorgen, 20. Januar, liegt die Inzidenz bundesweit bei 638,8 (Vortag: 584,4). Weiter meldet das RKI mehr als 133.000 Infektionen - beides neue Höchststände. Gesundheitsminister Karl Lauterbach rechnet damit, dass diese Corona*-Entwicklung erst einmal weiter anhält. Bis Mitte Februar prognostiziert der SPD-Politiker mehrere Hunderttausend Neuinfektionen* am Tag.

Es sei mit Blick auf realistische Szenarien davon auszugehen, „dass die Welle Mitte Februar ungefähr ihren Höhepunkt haben wird und dass wir dann mehrere Hunderttausend Fälle pro Tag erwarten müssen“, sagte Lauterbach am Mittwochabend in der ZDF-Sendung „Markus Lanz“. Zwar sei es nicht sicher, dass es zu den Szenarien komme, aber „die haben die größte Wahrscheinlichkeit“.

Dabei gebe es Länder, die solche Zahlen auch mit Blick auf die Intensivstationen verkraften könnten - allerdings sei die Lage in Deutschland eine andere. Lauterbach warnt: „Da wir in Deutschland eine hohe Zahl von Ungeimpften bei den Älteren haben, kann es bei uns ganz anders ausgehen als beispielsweise in Italien, Frankreich oder England.“ Ein konkretes Beispiel: In England etwa liege die Zahl der Ungeimpften in der Gruppe der über 50-Jährigen bei ein bis zwei Prozent. „Das sind Werte, an die wir nicht herankommen.“

Corona in Deutschland: Lauterbach warnt - Hospitalisierungsrate „irrelevante Momentaufnahme“

Bislang spiegelt sich die von der Virusvariante Omikron ausgelöste Welle jedoch nicht auf den Intensivstationen. Laut Medizinervereinigung Divi ist dort die Zahl der Corona-Patienten seit der ersten Dezemberhälfte von rund 5000 auf zuletzt 2664 gesunken. Momentan infizieren sich vergleichsweise wenig Ältere, die besonders anfällig für schwere Verläufe sind.

Lauterbach sagte zu der sinkenden Hospitalisierungsrate, dies sei eine „irrelevante Momentaufnahme“, da die Welle, die aktuell in England und Frankreich laufe, in Deutschland erst noch komme. „Die richtige Belastung auf den Intensivstationen würde ich Mitte, Ende Februar erwarten, das ist noch ein Monat hin und dann hoffe ich, dass es dann noch gut aussieht“, sagte der Minister. „Das wird die Belastungsprobe sein, nicht das, was wir jetzt sehen.“

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