Homeoffice ist gekommen, um zu bleiben

Auch nach Corona: Jeder Dritte will im Homeoffice bleiben - deshalb hat sich das Modell durchgesetzt

Eine Frau arbeitet in ihrer Wohnung vor einem Computer an einem Stehtisch.
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Viele schätzen die Vorteile von Homeoffice auch nach der Corona-Pandemie.

Homeoffice ist beliebter denn je: Auch nach der Corona-Pandemie will die Mehrheit der Deutschen das Arbeitsmodell beibehalten.

München - Durch die Corona-Pandemie hat sich Homeoffice zwangsläufig in vielen Unternehmen breitgemacht. Da man zeitweise nicht wirklich raus konnte, war es das gängige Arbeitsmodell der vergangenen anderthalb Jahre. Vielen stieg das ewige Zuhausebleiben aber auch zu Kopfe, weshalb die Ergebnisse einer Yougov-Umfrage umso brisanter sind. Mehr als jeder dritte Arbeitnehmer in Deutschland will auch nach der Pandemie weiter im Homeoffice arbeiten. Corona hat die Beliebtheit des Arbeitsmodells sogar noch angekurbelt. Waren es zu Beginn der Pandemie nur 58 Prozent, die gerne in den eigenen vier Wänden arbeiteten, sind es nun 71 Prozent.

Homeoffice: Umfrage-Teilnehmer nannten vor allem vier Gründe für die Arbeit daheim

Treiber für den Wunsch, weiter vermehrt von zuhause arbeiten zu können, war klar der zeitliche Faktor. Für den Großteil der Befragten ist die Zeitersparnis durch die wegfallenden Arbeitswege entscheidend. Der Bundesagentur für Arbeit zufolge pendeln 13,0 Millionen Menschen zur Arbeit in einen anderen Kreis innerhalb Deutschlands. Die eingesparte Zeit wird dann etwa dafür genutzt, länger auszuschlafen - und das hat nachweislich positive Effekte. Als weitere Gründe wurden die flexiblere Arbeitszeiteinteilung (57 Prozent), die eingesparten Fahrtkosten (52 Prozent) und die Entlastung der Umwelt (43 Prozent) genannt.

Homeoffice nach Corona: Arbeiten von zuhause aus schon vor der Pandemie trendy

Die Corona-Pandemie hat vor allem die technischen Weichen für das Arbeiten von Zuhause gestellt, was unter anderem am deutlich höheren Datenverbrauch festgemacht werden kann. Der Homeoffice-Trend kam aber schon viel früher auf. Das Zukunftsinstitut definierte ihn bereits lang vor der Krise als Megatrend, da sich durch Digitalisierung, die zunehmende Beschäftigung mit dem Klimawandel aber auch Individualität als vorherrschende Parameter immer stärker durchsetzen. So ist heutzutage etwa nicht mehr die „Work-Life-Balance“, sondern vielmehr das „Work-Life-Blending“ aktuell. Selten ist es nämlich so, dass das Handy bewusst zur Seite gelegt wird, stattdessen wird akzeptiert, dass es Teil des Lebens ist und somit die Grenzen des Arbeits- und Privatlebens auf natürliche Weise verschwimmen.

Homeoffice: Keine Bereitschaft zu Gehaltsverzicht - große US-Firmen greifen durch

Beim Thema Geld will die Mehrheit der Yougov-Befragten aber keine Abstriche machen. Nur 17 Prozent wären dazu bereit, nach der Krise auf ein bis fünf Prozent ihres Gehalts zu verzichten, wenn sie zwischen Homeoffice und der Arbeit im Büro flexibel wählen könnten. Die US-Unternehmen Facebook und Google bezahlen ihren Angestellten bereits weniger Geld, wenn diese dauerhaft im Homeoffice arbeiten. Laut einer weiteren Studie des Meinungsforschungsinstituts Civey sind 80 Prozent der Befragten (1.500 Personen) nicht bereit, auf Geld zu verzichten, um dauerhaft im Homeoffice arbeiten zu können. Kein Wunder, die Lebenserhaltungskosten sind in Deutschland zuletzt wieder explodiert - Schuld könnte aber das Homeoffice selbst sein.

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