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Menschenmassen beim Karneval - Fassungslosigkeit im Netz: „Verstörend“

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Von: Julia Volkenand

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Karnevalisten in Kostüm vor der Bühne in Köln bei der Eröffnung der Karneval
Im Internet wurde hitzig über den Kölner Karneval diskutiert. © imago/Horst Galuschka

„Corona, was ist das?“ Dieser Eindruck entsteht, beim Anblick der Menschenmengen, die sich auf dem Kölner Karneval drängen. Auf Twitter hagelt es dafür heftige Kritik.

Köln - Bei großem Andrang ist am Donnerstag um 11.11 Uhr die neue Karnevalssaison mit Tausenden Feiernden eröffnet worden. In Köln, wo der elfte Elfte traditionell besonders groß begangen wird, standen die Wartenden teilweise Hunderte Meter lang in Schlangen. Zwar galt überall die 2G-Regel, dennoch stießen die Ansammlungen vielen Menschen in Anbetracht der steigenden Corona-Zahlen auf. Denn in Deutschland verschärft sich die Pandemie-Lage aktuell massiv.

Der Journalist und Autor Olaf Gersemann kommentierte so unter ein Video des Kölner Stadt-Anzeigers: „Man muss wirklich kein Schwarzmaler sein, um zu glauben, dass solche Bilder im Rückblick noch verstörender wirken, als jetzt schon.“ In dem Video sind unzählige Menschen dicht an dicht gedrängt in der Stadt beim Feiern zu sehen. Eine Nutzerin stimmte Gersemann zu: „Das ist der Wahnsinn, unverantwortlich.“ Ein weiterer User empörte sich: „Und die armen Pfleger im Notdienst. Alles irre!“

Verfolgen Sie das Geschehen auf dem Zülpicher Platz auch im News-Ticker* der Kollegen von 24rhein.de.

Karneval trotz Corona in Köln: „Unverantwortlich, was da abgeht“

Manche Nutzer gehen noch einen Schritt weiter: „Für viele wird am Aschermittwoch wirklich alles vorbei sein. Unverantwortlich, was da abgeht“, schimpft ein User. Auch die Organisation der Veranstaltung wird hinterfragt. „Kann vielleicht die Polizei NRW erklären, wie dort 2G kontrolliert wird?“, fragt sich ein Kommentator. Einige verstehen die Aufregung aber nicht ganz und wundern sich: „Es sind doch alle geimpft.“

Das sieht Jan Böhmermann deutlich anders und spottet „Alaaf! Heute als ‚Sexy Krankenschwester‘ auf der Zülpicher Straße, an Weihnachten als ‚Sexy Intubierte‘ in der Uniklinik!“ Laut 24rhein.de sind nur noch 22 Intensivbetten in Köln frei*. Der Kölner Stadtanzeiger selbst kommentierte die Debatte unter seinem Post ebenfalls. „Im Netz wird Kritik an den Feiernden auf der Zülpicher Straße laut. Die Sessionseröffnung des Karneval findet in Köln trotz steigender Infektionszahlen statt.“

Corona-Pandemie: Menschenmassen feiern in Köln - Bürgermeisterin rechtfertigt sich

Die Stadt Köln kommentierte die Veranstaltung ebenfalls. „Der Andrang ist groß, aber beherrschbar“, sagte ein Sprecher der Stadt Köln. „Es ist Druck auf den Schleusen.“ Man müsse nun warten, wie es weitergehe. Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Alle Gastronomen, alle Veranstalter und auch wir als Stadt haben zahlreiche Maßnahmen getroffen, um ein möglichst sicheres Feiern zu ermöglichen.“ Zahllose Menschen hätten lange darauf gewartet, die Karnevalslieder wieder live hören zu können und nicht nur im Livestream. Auch seien viele internationale Gäste extra für den Karneval angereist.

Der Sänger Peter Brings von der gleichnamigen Kölschrock-Band sagte, man habe Corona irgendwo im Kopf, aber er hoffe, dass trotzdem alles gut gehe. „Wir müssen lernen, damit zu leben. Ich glaub: Wir werden noch viel kränker, wenn wir einfach in unseren Buden sitzen bleiben“, sagte Brings im WDR Fernsehen. „Da geht die Seele kaputt. Meine zumindest.“ (jv) *24.rhein.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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