Golden Retriever „Pokaa“

Frankreichs erster Corona-Spürhund in einem Altenheim - seine Erfolgsquote ist gigantisch

Corona-Spürhund Pokaa schnüffelt an einer Metallbox in der sich eine Stoffprobe befindet.
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Corona-Spürhund Pokaa beim Training in einem französischen Pflegeheim.

Der Hund ist der beste Freund des Menschen. Aber können die Tiere auch Corona erschnüffeln? Ja - und das sogar mit außergewöhnlichem Erfolg.

Kunheim - Dass Hunde ganz besondere Spürnasen haben und sich damit außergewöhnlich gut orientieren können ist bekannt. Aber, dass sie damit auch Krankheiten erschnüffeln können, klingt erstmal unglaubwürdig. Doch ganz so unglaubwürdig ist es dann doch nicht, wenn man seinen Blick in das französische Kunheim schweifen lässt. Denn dort ist nun der erste Corona-Spürhund in einem Altersheim am Werk - und das mit atemberaubenden Ergebnissen.

Pokaa, wie der junge Rüde genannt wird, ist ein zwei Jahre alter Golden Retriever und wurde speziell für diesen Zweck von einem ortsansässigen Verein ausgebildet. „Handi‘chiens“ ist auf das Training von Assistenzhunden spezialisiert. Laut dem Leiter des Vereins, Alain Legrand, ist Pokaa in der Lage „alle bekannten Varianten zu erkennen.“

Corona-Spürhund Pokaa aus Frankreich: 100 Prozent Trefferquote

Der Ablauf eines Tests ist denkbar einfach und weitaus weniger unangenehm als die herkömmlichen Stäbchen-Tests. Die Bewohner des Altersheims „La Roselière“ müssen lediglich ein kleines Stück Stoff für ungefähr fünf Minuten unter ihre Achsel drücken. Dieses Stoffstück wird dann in einen sterilen Beutel gegeben und anschließend in einem Karton verpackt. Dann kommt der Corona-Spürhund zum Einsatz. Bemerkt Pokaa eine positive Probe, setzt er sich hin.

Die hündische Diagnose wird anschließend von einem PCR-Test überprüft. Und das bisher mit größtem Erfolg: Bei asymptomatischen Infektionen liegt die Trefferquote des Rüden bei atemberaubenden 95 Prozent. In symptomatischen Fällen hat er bisher sogar jede einzelne Infektion erschnüffelt, kann also eine Trefferquote von 100 Prozent verzeichnen.

Bewohner über Corona-Spürhund: „Das ist kein Vergleich“

Auch die Bewohner freuen sich über diese Erleichterung: Christophe Fritsch, ein 85-jähriger Bewohner des Heims, zieht den Hundetest dem Stäbchen vor. „Das ist kein Vergleich. Es ist sehr angenehm“, erklärt der Rentner gegenüber der AFP. Wie auf der ganzen Welt wurden auch in Frankreich Alten- und Pflegeeinrichtungen besonders von den ersten beiden Corona-Wellen getroffen. So auch das Altenheim „La Roselière“. Allein 26.000 der insgesamt 112.000 Corona-Toten in Frankreich kommen aus Pflegeheimen und Spezialeinrichtungen.

Hunde sind gerade in Zeiten der Pandemie und dem Homeoffice sehr beliebte Haustiere geworden. Besonders krass: Vor wenigen Monaten gab es in München einen regelrechten Hundediebstahl-Hype. Wie stark die Bindung zwischen Tier und Mensch sein kann, beweist auch die Geschichte eines Koma-Patienten in Großbritannien.

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