Experten besorgt

Neue Corona-Variante als „potenziell besorgniserregend“ eingestuft: Folgen auch für Geimpfte möglich

Biontech mit dem Impfstoff „Comirnaty“ gehört zu den großen Gewinnern der Pandemie.
+
Hilft die Impfung wirklich? Eine neue Mutation des Coronavirus ist offensichtlich auch für Geimpfte gefährlich.

Die neue Corona-Varinate My, die zunächst in Kolumbien aufgetreten ist, macht Experten große Sorgen: Sie könnte auch für Geimpfte gefährlich werden.

Die Delta-Variante ist in aller Munde: Sie ist ansteckender als vorherige Mutanten des Coronavirus. Wer geimpft ist, der ist nach aktuellen Erkenntnissen aber auch gegen diese Mutation besser geschützt als Ungeimpfte. Jetzt warnt aber die Europäische Arzneimittelbehörde EMA: Eine neue Coronavirus-Variante sei „potenziell besorgniserregend“ - und zwar auch für Geimpfte und Genesene.

Corona-Variante My: Neue Mutation auch für Geimpfte gefährlich? Experten besorgt

Es handelt sich um eine Virus-Variante, die erstmals in Kolumbien aufgetreten ist. „My“ wurde sie getauft, nach dem zwölften Buchstaben des griechischen Alphabets. Der Leiter für Impfstoffstrategie der EMA, Marco Cavalieri, gab bekannt, dass My „potenziell besorgniserregend“ ist. Denn: Es ist möglich, dass diese Mutation immunevasive Merkmale aufweist. Das würde bedeuten, dass sogar Geimpfte und Genesene vor dieser Variante nicht geschützt sein könnten. Eine solche Mutation ist seit Beginn der Impfkampagne die größte Angst der Wissenschaftler und Virus-Experten.

Corona-Variante My ist auf dem Vormarsch - sie könnte auch für Geimpfte gefährlich sein

In Kolumbien, wo die Variante erstmals nachgewiesen wurde, ist My auf dem Vormarsch: 39 Prozent aller Infektionen gehen auf diese Mutation zurück. Weltweit liegt der Anteil an My-Infektionen allerdings noch im Promille-Bereich. Trotzdem wurde diese Variante schon in 40 Ländern nachgewiesen. Gesundheitsexperten sind besorgt. Eine Untersuchung in Japan hat ergeben, dass die Virus-Variante viel resistenter gegen den Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer ist, als alle anderen bisher bekannten Varianten - sie ist demnach um mehr als das siebenfache gefährlicher für Geimpfte als das ursprüngliche Coronavirus.

Karl Lauterbach, SPD-Politiker, Twitter-Dauernutzer und mahnender Corona-Beobachter, warnte in einem Tweet vor den möglichen Auswirkungen der Variante. „Wenn eine Variante wie Mu auch zu hoher Ansteckung mutiert wäre das äußerst gefährlich“, so Lauterbach.

Eine große Gefahr sieht Lauterbach bei den Ungeimpften. RKI-Chef Lothar Wieler sprach von einer „Pandemie der Ungeimpften“. Diese würden das Virus immer weiter geben - und somit Mutationen erst ermöglichen. Dass Viren mutieren ist nämlich völlig normal. Die meisten Mutationen sind aber ungefährlich, manche sind ansteckender - oder eben deutlich gefährlicher. So wie die My-Variante es möglicherweise ist.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO stuft derzeit vier Corona-Varianten als „besorgniserregend“ ein - My ist noch nicht dabei. Diese Mutante wird als „Variante von Interesse“ beobachtet. Sollten sich die japanischen Forschungsergebnisse bestätigen, könnte sich das aber ganz schnell ändern.

Auch interessant

Kommentare