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Corona: Lockdown in Deutschland für Kekulé unvermeidbar - Mehrere Bundesländer mit strengeren Regeln ab Montag

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Von: Magdalena Fürthauer, Katarina Amtmann

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Die Corona-Zahlen steigen, auch die Inzidenz erreicht in Deutschland einen neuen Höchststand. Nun fordert Virologe Kekulé einen erneuten Lockdown. Der News-Ticker.

Update vom 21. November, 19.40 Uhr: Angesichts rasant steigender Corona-Zahlen gelten von diesem Montag an in mehreren Bundesländern strengere Regeln zur Bekämpfung der Pandemie.

Das besonders betroffene Sachsen schränkt weite Teile des öffentlichen Lebens ein. Außer Bibliotheken schließen alle Kultur-
und Freizeiteinrichtungen, Bars, Clubs und Diskotheken. Keine Einschränkung gibt es für Geschäfte der Grundversorgung. Zudem gelten in sächsischen Corona-Hotspots zusätzliche Ausgangsbeschränkungen für ungeimpfte Menschen. Diese dürfen, sobald
im jeweiligen Landkreis die Wocheninzidenz über 1000 liegt, zwischen 22.00 und 6.00 Uhr nicht mehr ohne triftigen Grund vor die Tür gehen.

In Baden-Württemberg dürfen nicht Geimpfte von Montag an im Schwarzwald-Baar-Kreis, im Ostalbkreis und im Landkreis Biberach zwischen 21.00 Uhr und 5.00 Uhr nur noch aus triftigem Grund ihre Wohnungen verlassen. In Schleswig-Holstein greift eine neue Landesverordnung: Bei Freizeitveranstaltungen gilt drinnen 2G, also Zugang nur für Geimpfte und Genesene.

Corona: Lockdown in Deutschland für Kekulé unvermeidbar - Lage „schlimmer als je zuvor“

Update vom 21. November, 15.25 Uhr: Erst vergangene Woche haben die Ampel-Koalitionäre die epidemische Lage nationaler Tragweite auslaufen lassen und ein neues Maßnahmen-Paket beschlossen. In einer Kolumne auf focus.de meldet sich dazu der Virologe Alexander Kekulé zu Wort und kritisiert die Argumente der Ampel als „so löchrig wie ein zerschlissener Mund-Nasen-Schutz.“

Die epidemische Notlage sei laut Kekulé noch lange nicht vorbei, sondern „schlimmer als je zuvor.“ Dass nun die Gewalt in den Händen der einzelnen Landesregierungen liege und nicht mehr beim Bund, sei schlicht eine Verkomplizierung hinsichtlich der Durchsetzung der Maßnahmen. Ebenso ungültig finde er das Argument der Ampel, dass durch die Beendigung der Notlage Ausgangssperren und Reisewarnungen nicht mehr durchgesetzt werden könnten. Dadurch habe man - so die Koalition - die Grundrechte an den Bürger zurückgeben können. All diese Maßnahmen hätte man jedoch laut dem Virologen auch ohne das Auslaufen der epidemischen Lage streichen können.

Eine Krankenpflegerin in Schutzanzug versorgt in einer Intensivstation einen Covid-19-Patienten, der im künstlichen Koma liegt und beatmet wird.
Das Auslaufen der epidemischen Notlage ändert nichts auf den Intensivstationen: Bundesweit stoßen sie an ihre Belastungsgrenze. © Marijan Murat/dpa

Das von der womöglich künftigen Regierung beschlossene Corona-Maßnahmenpaket hingegen könne die derzeitige Dramatik auf keinen Fall bremsen. 3G sei gut und wichtig, so Kekulé auf focus.de, doch komme die Regelung viel zu spät. „Wir müssen uns eingestehen, dass sich die vierte Welle ohne vollständigen Lockdown nicht mehr aufhalten lassen wird“, so das Fazit des Virologen .Zusätzlich könnten lediglich das Aufstocken von PCR-Tests und ein Impffortschritt, insbesondere das Boostern bei über 60-Jährigen helfen.

Corona in Deutschland: RKI gibt weitere Hochrisikogebiete in Europa bekannt

Update vom 21. November, 12.30 Uhr: Weltweit steigen die Corona-Infektionszahlen, ein Rekordwert jagt den nächsten. Das hat unter anderem dazu geführt, dass das Auswärtige Amt über das Robert-Koch-Institut neue Hochrisikogebiete bekanntgegeben hat. Schon etwas länger auf der Liste sind die Nachbarländer Österreich und Tschechien. Betroffen sind nun die Niederlande ohne einen Großteil ihrer Überseegebiete, Irland, Belgien sowie das beliebte Urlaubsziel Griechenland. Dies gelte laut RKI ab dem heutigen Sonntag.

Von der Hochrisiko-Liste gestrichen wurden ausschließlich Länder außerhalb Europas. Vor allem osteuropäische Staaten wie Bulgarien, Serbien, Ungarn, Slowenien und die Ukraine sind weiterhin darauf zu finden. Insgesamt weist das Auswärtige Amt damit 66 Länder weltweit als Hochrisikogebiete aus. Für Reisende aus diesen Ländern bedeutet das eine zehntätige Quarantänepflicht, wenn sie nicht vollständig geimpft oder genesen sind. Laut RKI kann man sich jedoch frühestens fünf Tage nach der Einreise freitesten.

Zahlen steigen weiter - Insgesamt fast 100.000 Corona-Tote in Deutschland

Erstmeldung vom 21. November: München - Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist erneut auf einen Höchststand gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab sie am Sonntagmorgen mit 372,7 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 362,2 gelegen, vor einer Woche bei 289 (Vormonat: 85,6).

Corona: Über 40.000 Neuinfektionen in Deutschland - 75 neue Todesfälle

Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI binnen eines Tages 42.727 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 4.35 Uhr wiedergeben. Vor genau einer Woche waren es 33.498 Ansteckungen. Deutschlandweit gab es den Angaben zufolge 75 Todesfälle binnen 24 Stunden. Vor einer Woche waren es 55 Todesfälle gewesen.

Coronavirus - Intensivstation Uniklinik Leipzig
Die Zahl der Corona-Neuinfektionen steigt. © Jan Woitas/dpa/dpa-Bildfunk

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 5.354.942 nachgewiesene Infektionen mit dem Virus. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 5,34 an (Donnerstag: 5,30). Bei dem Indikator muss berücksichtigt werden, dass Krankenhausaufnahmen teils mit Verzug gemeldet werden. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Fast 100.000 Corona-Tote in Deutschland

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 4.626.300 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 99.062.

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