Coronavirus und Reproduktionszahl 

Coronavirus: Was bedeutet die Reproduktionszahl für die Ausbreitung?

Mann trägt Mundschutz, um die Reproduktionszahl des Coronavirus zu senken
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Soll die Reproduktionszahl des Coronavirus drücken: Der Mundschutz

Der Reproduktionsfaktor des Coronavirus gibt Auskunft darüber, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt, wenn keine Immunität vorliegt.

  • Das Coronavirus hat zu einer weltweiten Pandemie geführt. Die Reproduktionszahl besagt, wie viele Personen durch einen Infizierten angesteckt werden.
  • Die Basisreproduktionszahl bezeichnet die Ausbreitung in einer Gesellschaft ohne vorhandene Immunität.
  • Die Nettoreproduktionszahl gibt Auskunft über die Verbreitung, wenn bereits eine anteilige Immunität gegen das Virus besteht.

Die Corona-Krise hat die Welt seit Beginn des Jahres 2020 fest im Griff. Das Virus verbreitet sich weltweit und hat bereits zahlreiche Todesopfer gefordert. Ein Begriff, der in diesem Zusammenhang immer wieder auftaucht, ist die Reproduktionszahl. Dieser Wert bezeichnet die Anzahl der Personen, die ein mit Corona Infizierter durchschnittlich ansteckt. Je höher die Rate ausfällt, umso schneller und weitreichender erfolgt die Verbreitung des Virus. Allerdings gibt es nicht nur eine Reproduktionszahl: Wissenschaftler und Mediziner unterscheiden zwei verschiedene Werte, wenn es um die Verbreitung von Viren innerhalb der Bevölkerung geht:

  • Die Basisreproduktionszahl
  • Die Nettoreproduktionszahl

Für das Eindämmen der Lungenkrankheit Covid-19 ist es wichtig, dass der Reproduktionsfaktor möglichst gering ausfällt. Der jeweilige Wert variiert deutlich von Region zu Region und gibt Auskunft darüber, wie viele Personen ein mit dem Coronavirus infizierter Mensch ansteckt. Liegt der Faktor dauerhaft unter einem Wert von 1, kann davon ausgegangen werden, dass die Ausbreitung der Erkrankung eingedämmt werden konnte.

Corona: So wichtig ist die Basisreproduktionszahl

Der erste relevante Wert bezüglich der Verbreitung des Covid-19 Virus ist die Basisreproduktionszahl. Diese bezeichnet die Anzahl der Menschen, die im Durchschnitt von einer mit dem Coronavirus infizierten Person angesteckt werden, wenn es weder einen Impfstoff noch eine natürlich entstandene Immunität in der Bevölkerung gibt.

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A group of people standing outdoors wearing masks over their mouths during the Spanish Flu epidemic of 1918. One of the women has a sign in front of her reading "Wear a mask or go to jail." “It’s hard to breathe with the mask on!” It’s even harder to breathe when you get COVID-19. Think about yourself and others who won’t be able to breathe completely if you didn’t wear one. You infect them and put them on ventilators. Maybe wearing a mask will obstruct your breathing a little, but it’s less harmful than putting 10 people on ventilators. You might not care about them because they’re not part of your family, but put yourself in their families’ position. They have loved ones who care about them. Credit: Mill Valley Public Library #WearMasksInPublic #staysafe #coronavirus #corona #followforfollowback #likeforlikes #follow #memes #meme #instadaily #instagood #photography #photooftheday #photo #photoshoot #instamood #instagram #insta #love #follow #me #news #daily

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Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat für das Coronavirus anhand mehrerer Studien einen Basisreproduktionswert von 2,4 und 3,3 festgelegt: Das bedeutet, jeder Infizierte gibt das Virus im Verlauf der Corona-Krise an zwei bis drei weitere Menschen weiter. Im Vergleich dazu liegt der Basisreproduktionswert bei Polio etwa bei 5, bei Masern sogar bei 15. Dieser Wert lässt Rückschlüsse auf die Dynamik einer Epidemie zu und ermöglicht auch das Erstellen von Prognosen, anhand verschiedener Szenarien und potenzieller Verläufe. Das RKI gibt täglich Auskunft über den Basisreproduktionsfaktor sowie auch die Nettoreproduktionszahl in der Bundesrepublik. Viele Maßnahmen und Einschränkungen während der Corona-Krise wurden wieder gelockert, als die Reproduktionszahl unter einen Wert von 1 gesunken ist.

Das besagt die Nettoreproduktionszahl beim Corona-Virus

Neben der Basisreproduktionszahl spielt bei der Bekämpfung des Corona-Virus auch noch ein weiterer Faktor eine entscheidende Rolle. Die Nettoreproduktionszahl besagt, wie viele Menschen ein Infizierter ansteckt, nachdem ein gewisser Teil der Bevölkerung eine Immunität aufweist. Diese kann entweder durch einen Impfstoff oder durch eine natürliche Immunität zustandekommen. Grundlage für diesen Wert sind der Basisreproduktionsfaktor und die folgende Formel, die letztendlich den Nettoreproduktionsfaktor ergibt:

R = (1-PI)x R0.

Auch hier ist ein möglichst geringer Wert erstrebenswert. Liegt die Reproduktionszahl dauerhaft bei < 1, ist davon auszugehen, dass das Virus sich nicht weiter ausbreitet und die Erkrankung auf Dauer eingedämmt werden kann. Dies würde das Ende der Pandemie und der Corona-Krise bedeuten. Allerdings ist die Bestimmung des Reproduktionsfaktors nicht ganz einfach, da es oftmals kaum verlässliche Zahlen bezüglich der tatsächlichen Infektionen gibt. Die Dunkelziffer der Ansteckungen ist auch bei Covid-19 groß, denn längst nicht jede Infektion wird erkannt, erfasst und gemeldet. Aus diesem Grund ist der Reproduktionsfaktor keine exakte Angabe, sondern eher eine Tendenz, die Abweichungen aufweisen kann und die als Basis für weitere Maßnahmen dient.

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