Immer mehr Autos

Corona befeuert besorgniserregenden Auto-Trend in deutschen Innenstädten

Autos fahren auf der Hauptstätter Straße in Stuttgart.
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Die Corona-Krise befeuert den Trend zum eigenen Auto.

Die Coronakrise sorgt dafür, dass die Menschen wieder vermehrt ein eigenes Auto statt öffentliche Verkehrsmittel nutzen.

Ostfildern - Die Corona-Krise hat dem Auto in Deutschland eine neue Bedeutung verliehen. Auf den Straßen wird es zunehmend voller, viele Menschen nutzen lieber das eigene Auto als den öffentlichen Nahverkehr, um sich vor dem Coronavirus in Baden-Württemberg* (BW24 berichtete) zu schützen. Auch zu demonstrativen Zwecken gegen die Corona-Verordnungen wird das Vehikel verwendet, wie beispielsweise bei einem Autokorso der Initiative „Querdenken 711“ aus der Landeshauptstadt Stuttgart*.

Nun wirft die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) mit Sitz in Ostfildern nahe der Stadt Stuttgart* einen Blick auf das allgemeine Nutzungsverhalten in Sachen Auto. Fest steht, das Auto bleibt weiterhin das beliebteste Fortbewegungsmittel. Einer Studie zufolge hat es jedoch noch einmal deutlich an Bedeutung während der Corona-Pandemie gewonnen. Die Nutzung gehe hoch und mehr Geld wurde für einen Neukauf aufgewendet. Die Strecke, die mit dem Auto zurückgelegt wurde, sei jedoch kürzer geworden. Die Ergebnisse der Studie „DAT Report 2021“ stammen von der Deutschen Automobil Treuhand, über die die Deutsche Presseagentur berichtete.

Auto in der Corona-Krise: 31 Prozent mehr Autonutzer in den Städten als vorher

Seit der Corona-Pandemie setzt sich der Studie zufolge jeder vierte Autobesitzer häufiger ins eigene Auto als vorher. Ein knappes Drittel, 31 Prozent, mehr als vor der Krise sei es in großen Städten Deutschlands. Und das, obwohl zahlreiche deutsche Städte seit Jahren darum kämpfen, die Bürger weg vom Auto und hin zu Fahrrad und öffentlichen Verkehrsmitteln zu bewegen. Ein Trend, den viele mit Sorge sehen dürften.

Grundlage des „DAT Reports“ sind repräsentative Umfragen zur Einstellung der Bevölkerung. Er erscheint jährlich und dreht sich um die Themen Auto und Mobilität, das Kaufverhalten und die allgemeine Meinung zum Neu- und Gebrauchtwagenmarkt.

Der Trend geht in eine klare Richtung. 64 Prozent der Befragten gaben an, das Auto noch genauso häufig zu nutzen wie vor der Corona-Pandemie. Nur 11 Prozent hatten das Auto öfter stehen lassen. Das Fahrrad hatten 21 Prozent häufiger genutzt, 28 Prozent seien zu Fuß gegangen. Der öffentliche Nahverkehr strich ein ernüchterndes Ergebnis ein, nur 4 Prozent entschieden sich öfter für Bus und Bahn. Zwei Drittel aller Befragten gaben jedoch an, seltener oder gar nicht auf den öffentlichen Nahverkehr zurückgegriffen zu haben.

Corona-Krise: Mehr Autonutzer, aber kürzere Strecken

Streckentechnisch verzeichnete vergangenes Jahr jedes Auto im Schnitt 13.730 Kilometer laut der Studie. Das sind sechs Prozent weniger als im Vorjahr 2019. Der Wert gehe seit Jahren zurück, das zeigten die Studien der Vorjahre. Der Lockdown und vermehrte Arbeit im Home-Office spielten dennoch eine Rolle bei dem Rückgang.

Die Studie verzeichnete einen Rückgang der sonst üblichen durchschnittlichen Fahrstrecken um 25 Prozent im April 2020. Zudem wurden weniger Autos repariert, im Durchschnitt waren es nur 0,44 Reparaturen pro Fahrzeug. Die steigende Begeisterung fürs Auto zeigt sich auch in den Kaufpreisen, die Menschen bereit sind, auszugeben. Diese stiegen für Neu- und Gebrauchtwagen im Durchschnitt laut der Studie von 14.730 auf 36.340 Euro. *BW24 ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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