Bürgermeisterin ergriff Initiative

Erstes Corona-freies Dorf Deutschlands liegt in baden-Württemberg

Drei Männer genießen am 03.03.2013 in Freiburg bei frühlingshaften Temperaturen auf Parkbänken die Sonne.
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Die Zaisenhausener können derzeit ein corona-freies Leben genießen (Symbolbild).

An ein Leben ohne das Coronavirus können sich manche nicht mehr erinnern. Doch in einer Gemeinde in Baden-Württemberg sieht das anders aus.

Zaisenhausen/Karlsruhe - Das Coronavirus in Baden-Württemberg (*BW24 berichtete) raubt den Menschen im Südwesten zunehmend die Nerven: Während man in den Landkreisen mit einer Inzidenz unter 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner beinahe so leben kann, als gebe es die Pandemie nicht, müssen die Kreise mit einem Wert von über 50 ständig wachsam sein und die Bewohner fragen sich: „Was darf ich? Was darf ich nicht?“

Die Ausbreitung des Coronavirus* in Baden-Württemberg geschah rasant und noch ist kein Aufatmen in Sicht. Denn egal, wie niedrig die Inzidenzwerte des Coronavirus in Baden-Württemberg ist, eine Ruhe im Land wird wohl erst einkehren, wenn die Pandemie zu Ende ist. Den Bürgern des kleinen Ortes Zaisenhausen könnte es beinahe so vorkommen: In der 1.800-Einwohner-Gemeinde bei Karlsruhe gibt es nämlich aktuell kein Corona mehr. Wie die Bild berichtet, liegt der Inzidenzwert hier bei null.

Coronafreies Dorf in Baden-Württemberg: Gemeinde organisierte Impftermine für Senioren

Dass sich das Coronavirus in Baden-Württemberg nicht mehr in Zaisenhausen ausbreitet, verdanken die Einwohner auch Bürgermeisterin Cathrin Wöhrle. Wie die 35-Jährige der Bild erzählte, hatte sie erfahren, dass viele Senioren bei der Vergabe von Terminen in Impfzentren* nicht an die Reihe kamen: „Meine Mitarbeiter und ich griffen einfach zum Telefon und riefen die Bürger über 80 Jahren an. Dann haben wir mit der Hilfe des Landkreises im Feuerwehrhaus einen Tag mit einem mobilen Impfteam organisiert.“

Doch nicht nur um die Senioren kümmert sich Bürgermeisterin Cathrin Wöhrle. Damit der Rest ihrer Gemeinde nicht unter dem Coronavirus in Baden-Württemberg leidet, war die Hilfsbereitschaft der Bürgermeisterin und ihrer Verwaltungsangestellten groß: „Insgesamt hatten sich 37 Dorfbewohner mit dem Virus infiziert. Wenn sie in die Quarantäne kamen, haben wir sie angerufen und aktiv Hilfe angeboten. So fiel es vielen leichter, zu Hause zu bleiben und den Kontakt mit anderen zu vermeiden.“ Neben der ausgezeichneten Hilfe für Betroffene halfen auch die geltenden Verbote und Maßnahmen zum Infektionsschutz* in der Gemeinde. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Seit Mitte Februar gab es in Zaisenhausen keinen einzigen Coronafall mehr.

Coronavirus besiegt? In Zaisenhausen finden wieder Gottesdienste statt

Die Bewohner der Gemeinde Zaisenhausen freuen sich darüber, dass sie das Coronavirus in Baden-Württemberg bekämpft haben und nicht mehr auf der Karte aktueller Corona-Fälle* zu finden sind. Wie Pfarrer Wolfgang Bär der Bild berichtete, können endlich wieder Gottesdienste stattfinden: „Wir können jetzt wieder Gottesdienste in unserer Kirche anbieten. Nachbargemeinden bieten höchstens Gottesdienste im Livestream an.“ Gastronomen sind hoffnungsvoll. So sagt Christian Utescheny: „Ich habe einen Foodtruck. Es kommen viele Bürger, um sich ihr Essen zu holen. Wir sind zuversichtlich, dass wir bald wieder Sitzbänke vorm Truck aufstellen dürfen.“ Die Seniorin Ingeborg Meerwarth freut sich über das Engagement der Bürgermeisterin: „Ich hatte bislang keinen Impftermin. Dann kam der Anruf von Bürgermeisterin Wöhrle - und ruckzuck wurde ich mit anderen Senioren im Feuerwehrhaus geimpft“, sagt sie in der Bild.

Wie sich das Coronavirus im restlichen Baden-Württemberg verhält, bleibt abzuwarten. Bisher liegen nur fünf Landkreise unter einer Inzidenz von 35. Um eine möglichst schnelle Immunität der Bevölkerung zu schaffen, ist es Experten zufolge wichtig, die Impfreihenfolge einzuhalten. Der Virologe und Vorsitzende der Ständigen Impfkommission Thomas Mertens warnt vor gefährlichem Verstoß der Bundesländer*. *BW24 ist ein Angebot von IPPEN.Media.

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