Protest mit 1.000 Autos

Corona-Demo eskaliert: Autokorso durch Pforzheim - Polizistin verletzt

Ein Mann mit Querdenken-T-Shirt steht neben einem VW Cabrio, auf dem ein Plakat angebracht ist - mit der Aufschrift: „Nicht die Wahrheit tut weh, sondern die Lügen davor.“
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Gegner der Corona-Maßnahmen haben in Pforzheim einen Autokorso veranstaltet. (Symbolbild).

Gegner der Corona-Beschränkungen haben mit rund 1.000 Autos in Pforzheim demonstriert. Nach gut einer halben Stunde lief die Veranstaltung völlig aus dem Ruder, eine Beamtin wurde verletzt.

Pforzheim - Bundesweit werden derzeit Autokorsos veranstaltet, um gegen die Maßnahmen wegen des Coronavirus* (*BW24 berichtete) zu demonstrieren. Auch in der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart* fand vor wenigen Tagen eine rollende Demo statt. Der Autokorso der Querdenker legte die Nerven blank*: Stuttgarter fürchten, dass die Protestaktionen ein negatives Bild von der Schwabenmetropole zeichnen könnten. Trotz massiver Kritik brechen die Corona-Proteste nicht ab. Am vergangenen Sonntag eskalierte die Situation bei einem Autokorso in Pforzheim. Nachdem eine Polizistin in Streit mit einem Teilnehmer geraten war, setzte dieser plötzlich zurück und erfasste die Beamtin mit seinem Wagen.

Durch Pforzheim rollten bei der Corona-Demo am Sonntagnachmittag rund Tausend Fahrzeuge, wie die Deutsche Presseagentur (dpa) berichtet. Der Vorfall, bei dem die Polizistin zu Schaden kam, passierte offenbar, als sie bei geöffneter Tür mit der Beifahrerin eines Autofahrers sprach. Laut dpa habe jemand „auf gefährliche Weise“ ein Transparent aus dem Fahrzeug gehalten. Mitten im Gespräch setzte der 59-jährige Fahrer des Wagens zurück, erfasste die Beamtin mit der geöffneten Autotür und verletzte sie. Die Frau musste umgehend ins Krankenhaus gebracht werden.

Corona-Demo in Pforzheim: Autokorso zog „beachtlichen Tourismus“ an

Wie auch die Pforzheimer Zeitung (PZ) berichtete, sei die Veranstaltung gerade mal eine gute halbe Stunde nach dem Startschuss aus dem Ruder gelaufen. Neben Verkehrsbehinderungen machten der Polizei auch zahlreiche Verstöße der Corona-Gegner gegen Masken- und Abstandspflicht zu schaffen. Rund 26 Polizisten seien an diesem Nachmittag bis in die Abendstunden im Einsatz gewesen. Der Autokorso war laut dpa unter dem Motto „Unternehmer und Bürger zeigen Gesicht“ bei der Stadt angemeldet worden.

Scheinbar zog der Autokorso in Pforzheim auch Corona-Gegner aus anderen Stadt- und Landkreisen an. Gegenüber der PZ sprach der Einsatzleiter der Polizei, Karlheinz Lachstädter, von einem „beachtlichen Tourismus“, den die Veranstaltung offenbar mit sich zog. So seien dem Aufruf zur Demo nicht nur ortsansässige oder Bürger aus der Umgebung gefolgt, sondern auch einige auswärtige Kennzeichen.

Um ihre Ansichten zu verteidigen, greifen Corona-Gegner und selbsternannte „Querdenker“ des Öfteren zu fragwürdigen Methoden. Als ein Maskenverweigerer in Stuttgart von der Polizei erwischt* wurde, setzte er sich auf irre Weise zur Wehr: Er beleidigte die Beamten und versuchte, mit einem Kugelschreiber auf sie einzustechen. In Mannheim weigerte sich eine Frau Maske zu tragen und ging vor ihren Kindern auf Polizisten los*. *BW24 ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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