Staatsanwaltschaft ermittelt

„Makabre Aktion“: Bürgermeister sorgt mit skandalösem Video für Furore

Luis Adrian Duque entsetzt in Venezula mit „makabrer Aktion“.
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Luis Adrian Duque entsetzt in Venezula mit „makabrer Aktion“.

Das Coronavirus bringt Menschen zu kreativen Ideen - oder wie in Venezuela zu sehen ist, zu „makaberen Aktionen“. Der Staatsanwalt ermittelt.

Sucre - Tübingens Bürgermeister Boris Palmer hat mit seinem Modell, in der Stadt alle zu testen und dann ein weitgehend uneingeschränktes Leben führen zu lassen, etwas angestoßen, was für große Diskussionen in Deutschland sorgte. Viele Bundesländer überlegten, einige Modelle auf ein paar Orte auszuweiten. Markus Söder in Bayern schob dem erstmal einen Riegel vor.

Corona: Bürgermeister schießt mit Aktion völlig übers Ziel hinaus

Es ist die Innovation, die in der Pandemie für viele finanziell lebensrettend werden kann. Doch die Gesundheit muss gewährleistet sein und die Rettung von Leben geht vor. Um das zu schaffen, hat sich ein Bürgermeister in Sucre, Venezuela, etwas ganz Besonderes einfallen lassen - der Versuch ist makaber und wird nun vom Staatsanwalt untersucht.

Die vorherrschende Mutation in Europa die britische (B.1.1.7), in Südamerika ist es die brasilianische Mutation P1. Die gefährliche Variante des Coronavirus sorgt für hohe Infektionszahlen, besonders bei jungen Menschen. Luis Adrian Duque, seines Zeichens Bürgermeister von Sucre, hat nun Leute mit Covid-19 indirekt markiert.

Corona: Bürgermeister aus Venezuela zeigt Aktion auf Video

An die Häuser von Patienten hing er Warnschilder. Staatsanwalt Tarek Wiliam Saab bezeichnete es als „makabre Aktion“ und einen Akt der „Aussonderung“. Auf Videos war zu sehen, wie Bürgermeister Duque Plakate mit einem rot durchgestrichenen Kreis an den Hauswänden der Kranken anbringen ließ. „An alle Häuser, wo es einen Covid-Patienten gibt: Da! Warnung! Das Bewusstsein ist der beste Impfstoff“, sagte Duque stolz vor einem Plakat.

Venezuela erlebt derzeit die zweite Welle der Pandemie, dort breitet sich die brasilianische Variante des Virus aus. Das Land verzeichnete bisher offiziell knapp 1700 Todesfälle und 165.000 Infektionen, die Opposition und Hilfsorganisationen gehen von deutlich höheren Zahlen aus.

Die Handhabung der Corona-Politik in Venezuela erinnert ein bisschen an Tansania. Dort hatte der Präsident als Allheilmittel „beten“ vorgeschlagen und die Corona-Patienten-Zählung 2020 gestoppt. Diese Länder werden wohl nicht so schnell aus der Notsituation herauskommen. (ank mit dpa)

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