Ernst der Lage noch immer unterschätzt

Coronavirus: Deutsche Ärzte schlagen Alarm - das läuft alles schief im Kampf gegen Sars-CoV-2

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Coronavirus - Kliniken rüsten sich für erwarteten Ansturm.

Deutschland kämpft mit allen Mitteln gegen die Corona-Krise. Doch nach wie vor läuft einiges schief, mahnen Ärzte an und schlagen Alarm. Die Rede ist von Mangel bei Schutzausrüstung und Plündereien.

München - Die Corona-Krise hat Deutschland und die Welt in einen Ausnahmezustand versetzt. Schulen und Kitas sind geschlossen, in Deutschland und zahlreichen anderen Ländern gelten weitreichende Einschränkungen des öffentlichen Lebens und vor allem aus Italien erreichen uns täglich neue Schreckensmeldungen*. 

Coronavirus: Ärzte schlagen Alarm

Dennoch scheint der Ernst der Lage und die Gefahr, die von Sars-CoV-2* und der daraus folgenden Lungenkrankheit Covid-19, ausgeht, noch nicht allen Menschen bewusst zu sein. Ärzte in Deutschland schlagen deshalb Alarm. 

Sars-CoV-2: Menschen unterschätzen noch immer die Gefahr

Allgemeinmediziner Thomas Assmann schildert gegenüber der Bild etwa, wie viele seiner Patienten die Möglichkeit einer Infektion unterschätzen. Obwohl sie in Risikogebieten* waren oder mit Infizierten in Kontakt waren, seien sie überzeugt davon, sich nicht angesteckt haben zu können. „Ich bin bestimmt gesund. Ich war nur zum Skifahren in Österreich“ - Sätze wie diese höre er regelmäßig. 

Coronavirus: Mangelnde Schutzkleidung könnte Versorgung lahmlegen

Außerdem bereite den Ärzten zunehmend die Ausstattung mit Schutzkleidung Sorge. Davon gibt es in der aktuellen Krise nämlich immer weniger. „Wenn das so weitergeht, sind wir Anfang April leer“, wird Assmann zitiert. Dann müsse er seine Praxis theoretisch schließen. So wie ihm, gehe es vielen Praxen. Der Arzt fordert deshalb von der Regierung, das Gesundheitssystem massiv aufzurüsten. Doch das scheint auf die Schnelle nicht so einfach zu sein.

Vorwürfe äußert auch Allgemeinärztin Margit Inacker (56), die eine  Praxis im Brandenburgischen Kleinmachnow hat. Ihrer Ansicht nach, habe es die Politik versäumt, für den Katastrophenschutz zu sorgen. Auch in ihrer Praxis gebe es bereits viel zu wenig Schutzmasken. “Die Nasenabstriche nehmen die Patienten bei uns selbst ab, stellen sich vor die Tür. Ich zeige ihnen per Handy durch die Scheibe, wie es geht“, wir Inacker zitiert.

Mangelware Schutzmasken - Plündereien in Kliniken gefährden wichtige Operationen

Für Fassungslosigkeit und Wut sorgen obendrein Plündereien. Immer wieder melden Kliniken Fälle von gestohlenen Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel, so etwa das  Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) oder das Lübecker Universitätsklinikum (UKSH). Selbst von einer Berliner Kinderkrebsstation wurden Diebstähle gemeldet.

„Hört auf, so asozial zu sein, sonst kann in einer Woche nichts und niemand mehr operiert werden“, sagt Dr. Christian Meyer (41), Chefarzt der Asklepios-Klinik in Bad Wildungen gegenüber Bild. Die Mittel müssten inzwischen mit Kabelbindern festgebunden werden. 

Einen Wegweiser durch unsere Coronavirus-Berichterstattung finden Sie hier.

va

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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