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Omikron-Welle in Deutschland rollt an: Zuwachs von etwa 45 Prozent - RKI meldet neuen Höchstwert

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Omikron bereitet sich in Deutschland immer weiter aus. Das RKI meldet einen neuen Höchstwert an Infektionen mit der neuen Variante. Die Zahlen stiegen immer schneller an.

Update vom 28. Dezember, 15.56 Uhr: Die Coronavirus-Variante Omikron breitet sich in Deutschland weiter aus. Zum ersten Mal erreichen die Infektionszahlen einen fünfstelligen Wert. Das Robert-Koch-Institut (RKI) gibt diesen mit 10.443 an. Laut RKI entspreche das einem Zuwachs von etwa 45 Prozent gegenüber dem Vortag und einem ein Plus von 3218 Fällen. Bisher wurden insgesamt vier Todesfälle in Zusammenhang mit einer Omikron-Infektion nachgewiesen.

Die Experten gehen davon aus, dass Omikron ebenso wie in einer Vielzahl anderer Länder auch in Deutschland bald die vorherrschende Variante sein wird.

Corona-Medikament Paxlovid: Bundesregierung kauft eine Million Packungen

Update vom 28. Dezember, 13.12 Uhr: Neben den Impfungen soll nun auch ein Medikament im Kampf gegen das Coronavirus eingesetzt werden. In den USA gab es bereits eine Notfallzulassung für das Corona-Medikament Paxlovid des amerikanischen Herstellers Pfizer. In der EU ist das vielversprechende Medikament bisher noch nicht offiziell zugelassen, die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) prüft es derzeit. Dennoch kauft die Bundesregierung eine Million Packungen der Paxlovid-Pillen. Mit ersten Lieferungen werde noch im Januar gerechnet, so Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach gegenüber der dpa.

Paxlovid kann den schweren Verlauf einer Corona-Infektion deutlich abschwächen. Lauterbach sieht in dem Medikament eine Chance: „Langsam wird Covid durch eine Kombination von immer wirksameren Impfstoffen und Behandlungsmöglichkeiten zu einer Krankheit, die ihren Schrecken verlieren wird.“ Der SPD-Politiker Lauterbach kündigte für den zügigen Einsatz des Medikaments in den Krankenhäusern eine Notfallzulassung an.

Corona-Regeln: Verschärfungen treten bundesweit in Kraft

Update vom 28. Dezember, 12.35 Uhr: Noch bereits vor Weihnachten hatten sich Bund und Länder auf die Durchsetzung strengerer Corona-Maßnahmen geeinigt, ab heute treten diese in allen Bundesländern in Kraft. Im Fokus: Kontaktbeschränkungen auch für Geimpfte und Genesene. Ab heute dürfen maximal zehn Personen bei privaten Treffen zusammen kommen. Für Ungeimpfte ist die Regel nochmals strenger: Ein Haushalt darf sich mit nur zwei weiteren Personen treffen. Kinder unter 14 Jahren sind von diesen Beschränkungen ausgenommen.

Kurz vor Silvester werden Clubs und Diskotheken geschlossen, Tanzveranstaltungen sind komplett verboten. Weiterhin gilt für Freizeit, Kultur und Einzelhandel die 2G- oder 2G-Plus-Regel. Am 7. Januar treffen sich die Vertreter von Bund und Länder erneut, um über notwendige Anpassung der Maßnahmen - auch im Hinblick auf die Virus-Variante Omikron - zu diskutieren.

Kleinere Unterschiede gibt es zwischen den Bundesländern im Hinblick auf Großveranstaltungen und eine Sperrstunde. In Hamburg und Berlin sind Veranstaltungen für Zuschauer weiterhin zugänglich - mit einer Personenobergrenze. In Baden-Württemberg, Bayern und Hamburg gilt außerdem eine Sperrstunde für die Gastronomie - mit Ausnahmen für die Silvesternacht.

Coronavirus: Bundesverfassungsgericht fordert Triage-Vorkehrungen

Update vom 28. Dezember, 10.53 Uhr: Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe macht der Politik im Hinblick auf die Triage während der Corona-Pandemie Druck. In einem Beschluss wird das Gericht deutlich und fordert, der Bundestag müsse „unverzüglich“ Vorkehrungen zum Schutz von Menschen mit Behinderungen treffen. Bisher seien keine ausreichenden Maßnahmen getroffen worden, sodass „niemand wegen einer Behinderung“ benachteiligt werde, wenn es zu einer Triage-Entscheidung kommen sollte.

Möglichst rasch sollen entsprechende Vorkehrungen getroffen werden. Bei der Ausgestaltung bestünde allerdings „Einschätzungs-, Wertungs- und Gestaltungsspielraum“.

Coronavirus: Die Zahl der täglichen Infektionszahlen sinkt weiter

Update vom 28. Dezember, 9.27 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt weiter. Das Robert-Koch-Institut (RKI) gab den Wert am Morgen mit 215,6 an. Am Vortag lag er noch bei 222,7 und in der vergangenen Woche noch bei 306,4. Das Institut meldet 21.080 Neuinfektionen und 372 Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus.

Besonders stark betroffen sind weiterhin die Bundesländer im Osten Deutschlands. Der thüringische Landkreis Ilm-Kreis hat die höchste Inzidenz ganz Deutschland (825,7). Dem folgen die brandenburgische Stadt Cottbus (812,6) und der Landkreis Greiz (747,6), ebenfalls in Thüringen.

In einigen deutschen Städten ist es am Montagabend bei Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen zu Ausschreitungen gekommen. Zehntausende Menschen gingen deutschlandweit auf die Straße, unter anderem in Bautzen, Rostock, Schwerin, Cottbus, Fulda und Ravensburg. In der ostsächsischen Stadt Bautzen warfen die Demonstranten mit Feuerwerkskörpern und Flaschen auf die Polizisten. Zehn Einsatzkräfte verletzten sich laut Angaben der Polizei.

Coronavirus: Infektionswellen werden immer flacher werden

Update vom 27. Dezember, 12:31 Uhr: Die Corona-Wellen werden nach Ansicht des Jenaer Infektiologen Mathias Pletz im Jahr 2022 abnehmen. „Die Wellen werden immer flacher werden, auch wenn neue Varianten kommen, weil einfach schon eine gewisse Grundimmunität da ist“, sagte der Direktor des Instituts für Infektionsmedizin und Krankenhaushygiene am Uniklinikum Jena der Deutschen Presse-Agentur.

Die Spanische Grippe habe etwa gezeigt, dass so ein Virus nie ganz verschwinden werde. „Aber irgendwann wird es dann schwere Verläufe nur noch in dem Maße geben, dass sie für das Gesundheitssystem zu bewältigen sind.“ Das Grundproblem bei Corona sei gewesen, dass das Virus zu Beginn der Pandemie auf eine Bevölkerung mit keinerlei Immunität getroffen sei. „Das war wie ein Streichholz in eine Benzinlache zu werfen.“

Mit Blick auf die Omikron-Variante sei nun ein optimistisches Szenario, dass die Mutante auf eine weitgehend geboosterte Bevölkerung trifft und die daraus resultierenden Verläufe sehr leicht sind. „Und dass es dadurch eine Hybridimmunität gibt - also eine Immunität, die sich aus Impfung und Infektion zusammensetzt.“ Wichtig sei anzuerkennen, dass durch Kontaktbeschränkungen nach Weihnachten die Ausbreitung von Omikron langfristig nicht verhindert werden könne. „Das wird nicht möglich sein. Aber wir können die Ausbreitung verlangsamen. Und wir müssen uns natürlich die Zeit, die wir uns damit erkaufen, nutzen, um so viele Menschen wie möglich zu boostern.“

Impfungen in Schulen? Künftige Kultusministerkonferenz-Präsidentin ist dafür

Update vom 27. Dezember, 12.13 Uhr: Die künftige Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Karin Prien (CDU), ist für Impfungen gegen Corona in Schulen. Sie verwies auf gute Erfahrungen im Norden. „Schleswig-Holstein war Anfang August das erste Land mit flächendeckenden Impfungen an weiterführenden Schulen“, sagte Prien, die Bildungsministerin in dem Bundesland ist, dem „Handelsblatt“. „Bei uns sind schon mehr als 70 Prozent der 12- bis 17-Jährigen zumindest einmal geimpft, damit liegen wir ganz weit vorn.“

Schleswig-Holstein übernimmt 2022 die Präsidentschaft der Kultusministerkonferenz (KMK). Prien folgt als Präsidentin auf Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD). Prien, die auch Vize-Vorsitzende der CDU werden möchte, ist gegen eine Verlängerung der Weihnachtsferien, wie sie etwa das Robert Koch-Institut (RKI) gefordert hatte. „Für eine solche flächendeckende Schulschließung in allen Bundesländern gibt es aus meiner Sicht weder eine Rechtsgrundlage, noch eine sachliche Begründung.“

Unsere Erstmeldung vom 27. Dezember, 10.57 Uhr: München - Am zweiten Weihnachtstag sind in Deutschland noch einmal Tausende Menschen gegen das Coronavirus geimpft worden, allerdings weniger als an Tagen vor den Feiertagen. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Montag (27. Dezember) angibt, wurden am Sonntag rund 65.000 Dosen verabreicht (Stand: Montag/9.15 Uhr).

Corona in Deutschland: Mindestens 58,9 Millionen Menschen haben sich zweimal bzw. einmal impfen lassen

Am Samstag waren rund 35.000 Spritzen gesetzt worden. Der bisherige Rekord war am 15. Dezember mit insgesamt 1,6 Millionen Dosen erzielt worden. Nach den Angaben vom Montag haben mindestens 58,9 Millionen Menschen zwei Impfungen erhalten oder sind einmal mit dem Vakzin von Johnson & Johnson geimpft worden. Das entspricht 70,8 Prozent der Gesamtbevölkerung. Mindestens 30,0 Millionen Menschen (36,0 Prozent) haben zusätzlich einen „Booster“ erhalten.

Corona in Deutschland: Die meisten Booster sind im Saarland verabreicht worden

Bei den Auffrischungsimpfungen steht das Saarland an der Spitze (42,6 Prozent), gefolgt von Nordrhein-Westfalen (39,0 Prozent) und Niedersachsen (38,9 Prozent). Das Schlusslicht bildet Sachsen (28,4 Prozent). Auf dem RKI-Dashboard wird darauf hingewiesen, dass die Impfquoten als Mindestimpfquoten zu verstehen sind, „da eine hundertprozentige Erfassung durch das Meldesystem nicht erreicht werden kann“. Das RKI geht davon aus, dass die tatsächliche Impfquote bis zu fünf Prozentpunkte höher liegt. (ly/dpa)

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