News-Ticker zur Pandemie

Auch in Deutschland stehen Corona-Fälle mit EM in Verbindung - EU-Behörde nennt konkrete Zahl

Die Corona-Fallzahlen in Deutschland steigen - und die Inzidenz. Spanien wurde als Risikogebiet eingestuft. Malta macht die Grenzen dicht. Der News-Ticker zur Coronavirus-Pandemie.

  • Coronavirus in Deutschland: Die 7-Tage-Inzidenz steigt am vierten Tag in Folge (siehe Update vom 10. Juli, 8 Uhr).
  • Corona-Infektionen in Verbindung mit der EM: Europäische Gesundheitsbehörde ECDC meldet erstmals Fälle (siehe Update vom 10. Juli, 11.29 Uhr).
  • Die Insel Malta darf nur noch von Reisenden betreten werden, wenn diese geimpft sind. (siehe Update vom 9. Juli, 22.28 Uhr)
  • Urlaubsland Spanien wurde von der Bundesregierung als Risikogebiet eingestuft (siehe Update vom 9. Juli, 13.20 Uhr).
  • Dieser News-Ticker wird fortlaufend aktualisiert.

Update vom 11. Juli, 7.36 Uhr: Die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland ist wieder über den Wert von 6,0 geklettert - erstmals seit rund zwei Wochen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Sonntagmorgen lag sie bei 6,2 (Vortag: 5,8; Vorwoche: 5,0). Die Gesundheitsämter haben dem RKI 745 Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 559 Ansteckungen gelegen. Sechs Todesfälle wurden innerhalb von 24 Stunden gemeldet. Vor einer Woche waren es sieben Tote gewesen.

Update vom 10. Juli, 21.40 Uhr: Angesichts zuletzt leicht steigender Infektionszahlen beginnt in Deutschland eine neue Debatte über das richtige Maß der Corona-Maßnahmen. Einige Länder in der EU sind schon einen Schritt weiter: Die Niederlande, Griechenland oder Spanien haben Lockerungen zurück genommen. Was bedeutet das für die Urlaubssaison?

Nach Einschätzung der EU-Kommission ist die nicht in Gefahr. „Wir müssen uns jetzt vor zu großer Aufregung hüten und Überreaktionen vermeiden“, sagte Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag): Dank der Impfungen führten höhere Zahlen nicht automatisch zu einer gefährlicheren Lage.

Von wegen Impfschwänzer! Es gibt keine massenhaften Absagen der Corona-Impftermine

Update vom 10. Juli, 15.24 Uhr: Von wegen Impfschwänzer! In den Bundesländern gibt es einer Umfrage der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) zufolge keine massenhaften Absagen von Impfterminen. Flächendeckend ließen nur wenige Deutsche ihre Termine in den Impfzentren platzen, heißt es in dem Bericht, der sich auf die Gesundheitsministerien der Länder beruft. Von den Arztpraxen gebe es nur vereinzelt Rückmeldungen wegen Terminabsagen. Aus Baden-Württemberg heißt es dem Bericht zufolge, dass Schwänzen „eher selten“ vorkomme, „nach unseren Erkenntnissen wesentlich seltener als in den Impfzentren“.

Wenige Deutsche lassen Corona-Impftermine platzen

Bayern erhebt zwar, laut FAS, keine Zahlen, doch es gebe kaum Terminabsagen. „Im Regelfall verhalten sich die Impfwilligen termintreu“, so ein Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung in Bayern in der FAS. Von den Praxen würde es nur vereinzelt Rückmeldungen wegen Terminabsagen geben.

Auch in Deutschland stehen Corona-Fälle mit EM in Verbindung - EU-Behörde nennt konkrete Zahl

Update vom 10. Juli, 11.29 Uhr: Fußball-EM und Corona-Pandemie sind eine brisante Kombi. Mehr als 2.500 Corona-Infektionen stehen nach Angaben der europäischen Gesundheitsbehörde ECDC im Zusammenhang mit der Fußball-EM. Allein in Schottland waren es 1991 Fälle. Erstmals hat die ECDC jetzt auch Corona-Fälle in Deutschland gezählt: Insgesamt lassen sich 18 Infektionen in Deutschland mit der EM in Verbindung bringen, heißt es im wöchentlichen ECDC-Bericht. 

Vier Partien des paneuropäischen Turniers hatten in München stattgefunden. Insgesamt wurde in vierten Turnierwoche der Europameisterschaft im Vergleich zur Vorwoche ein leichter Anstieg auf 2535 Infektionsfälle verzeichnet. Für das ECDC prüfen täglich mindestens zwei Experten das Infektionsgeschehen rund um die Fußball-EM. Die Untersuchungen begannen eine Woche vor Turnierbeginn und enden eine Woche nach dem Endspiel an diesem Sonntag.

„Ungeimpfte dürfen nicht mehr reisen“ - fordert Landes-Kassenärzte-Chef

Update vom 10. Juli, 10.30 Uhr: In Urlaubsländern in Europa steigen die Corona-Infektionszahlen rasant. Impfmuffel und Impfskeptiker sorgen für Diskussionen. „Ungeimpfte dürfen nicht mehr reisen“, fordert jetzt der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung in Rheinland-Pfalz, Peter Heinz in der Rhein-Zeitung. Eine Impfpflicht lehnt er allerdings ab. Mehr dazu finden Sie hier.

Inzidenz in Deutschland steigt zum vierten Mal in Folge

Update vom 10. Juli, 8 Uhr: Den vierten Tag in Folge ist die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland gestiegen: Der Wert liegt jetzt bei 5,8 Neuinfektionen in sieben Tagen pro 100.000 Einwohner (Vortag: 5,5; Vorwoche: 4,9). Das geht aus den Daten des Covid-19-Dashboards des Robert-Koch-Instituts hervor. 952 Corona-Neuinfektionen wurden demnach binnen eines Tages verzeichnet. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 671 Ansteckungen gelegen. Weitere 35 Menschen starben mit oder an Corona. Vor einer Woche waren es 16 Tote gewesen.

Corona in Deutschland: RKI meldet Inzidenz von 5,8

  • Seit Beginn der Corona-Pandemie haben sich in Deutschland 3.735.420 Menschen nachweislich mit Sars-CoV-2 infiziert. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.
  • 91.225 Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion wurden laut RKI bisher verzeichnet.
  • Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.634.000 an.

Corona: „Das erste Land in Europa, das diesen Schritt geht“ - Insel lässt nur noch Geimpfte einreisen

Update vom 9. Juli, 22.28 Uhr: Malta macht die Grenzen dicht. Reisende dürfen die Mittelmeerinsel Malta nur dann betreten, wenn sie vollständig gegen das Coronavirus geimpft sind. „Ab dem 14. Juli muss jeder, der nach Malta kommt, im Besitz eines anerkannten Impfausweises sein: ein maltesisches Zertifikat, ein britisches Zertifikat oder ein Zertifikat der EU“, sagte Gesundheitsminister Chris Fearne am Freitag. Für Kinder gilt die Auflage, dass sie nur mit einem negativen PCR-Test einreisen dürfen.

Aufgrund des Anstiegs der Infektionszahlen auf Malta sei man „das erste Land in Europa, das diesen Schritt geht“. Die maltesische Regierung hatte ihre Impfkampagne schnell vorangebracht. Inzwischen sind 79 Prozent der Erwachsenen vollständig geimpft. Laut Fearne betreffen etwa 90 Prozent der Fälle von Corona-Neuinfektionen ungeimpfte Menschen.

Malta macht seine Grenzen dicht.

Ganz Spanien Risikogebiet - Deutscher Reiseverband reagiert gelassen

Update vom 9. Juli, 19.54 Uhr: Ab Sonntag gilt ganz Spanien als Corona-Risikogebiet. Trotzdem hat der Deutsche Reiseverband (DRV) auf die Neueinstufung des beliebten Urlaubslandes gelassen reagiert. „Für Flugreisende ändert sich mit der Einstufung von Spanien als einfaches Risikogebiet faktisch nichts. Reisende können ihren Urlaub wie geplant fortsetzen“, kommentierte DRV-Sprecherin Kerstin Heinen die veränderten Bedingungen. Vielmehr hofft Heinen auf die Vernunft der Reisenden. Wenn Urlauber sich an Hygiene- und Abstandsregeln halten, sei „verantwortungsvolle Mobilität auch in Zeiten von Corona möglich“, befand die DRV-Mitarbeiterin.

Update vom 9. Juli, 13.20 Uhr: Nun ist es offiziell: Die Bundesregierung stuft ganz Spanien und damit auch Mallorca sowie die Kanaren ab Sonntag als Risikogebiet ein. Das gab das Robert-Koch-Institut am Freitag bekannt. Hintergrund sind die stark steigenden Infektionszahlen.

Rückkehrer aus Risikogebieten müssen die digitale Einreiseanmeldung vornehmen. Zudem bringt die Einstufung als Risikogebiet zwar grundsätzlich eine Quarantänepflicht mit sich. Diese kann aber durch ein negatives Testergebnis, beziehungsweise einen Genesenen- oder Impfnachweis vermieden werden. Für Flugreisende gilt eine Testpflicht unabhängig von der Einstufung als Risikogebiet - also bereits jetzt auch für Flugreisende aus Spanien.

Spanien ab Sonntag Risikogebiet - das müssen Urlauber wissen

Für Personen, die sich momentan in Spanien befinden, bedeutet dies nun konkret: Wer zurück nach Deutschland fliegen will, muss ab Sonntag an allen Abflughäfen des Landes einen negativen Antigen-Schnelltest oder PCR-Test vorweisen. Geimpfte müssen ebenfalls einen Nachweis erbringen, digital oder in schriftlicher Form (Impfpass). Selbiges gilt für Genesene, bei denen der Beleg eines positiven PCR-Tests genügt, der nicht älter als sechs Monate ist.

Wer nun vorhat, aus Deutschland nach Spanien zu fliegen muss ähnliches beachten. Für Ungeimpfte besteht die Pflicht zum Vorweisen eines negativen Schnell- oder PCR-Testes. Auch Impf- und Genesenen-Nachweise sind ebenso gültig wie bei der Rückkehr.

Die Einstufung ist die niedrigste der drei Stufen, bestehend aus Risikogebiet, Hochinzidenzgebiet und Virusvariantengebiet. Länder und Regionen werden als Risikogebiete eingestuft, wenn die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen (7-Tage-Inzidenz) über 50 liegt.

Update vom 9. Juli 2021, 13.10 Uhr: Die Sorge vor der Delta-Variante des Coronavirus ist groß. Auch in Deutschland dominiert die Mutation das Infektionsgeschehen mittlerweile. Das Virus entwickelt sich weiter - und die Impfstoffe? Der US-Impfstoffhersteller Biontech/Pfizer hat nun die Entwicklung eines Impfstoffs verkündet, der auf die Delta-Variante zugeschnitten ist.

So schrieben die Hersteller in einer Mitteilung: „Die Unternehmen [...] entwickeln eine angepasste Version der Pfizer-Biontech COVID-19-Impfstoffs.“ Dieser soll auf das komplette Spike-Protein der Delta-Variante abzielen. „Die erste Charge der mRNA für den Versuch ist schon im Biontech-Werk in Mainz hergestellt worden.“ Einem Bericht von Spiegel.de zufolge soll es sich hierbei um 20.000 Dosen handeln. Im August, so heißt es von den Unternehmen, soll die erste Studie beginnen.

Corona: NRW lockert massiv und erntet scharfe Kritik

Update vom 9. Juli 2021, 12.20 Uhr: Nordrhein-Westfalen geht einen riesigen Schritt in Richtung Normalität. Von Freitag an gilt eine neue Corona-Schutzverordnung, die eine weitgehende Öffnung vieler Lebensbereich vorsieht. Erlaubt sind wieder Diskotheken, Sportveranstaltungen, Musikfestivals und Volksfeste. In vielen Bereichen fallen zudem Kontaktbeschränkungen, Masken- und Nachverfolgungspflichten. Möglich macht das eine neue „Inzidenzstufe Null“, die Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Mittwoch in Düsseldorf vorgestellt hatte. Die Stufe greift, sobald Kreise oder kreisfreie Städte an fünf Tagen hintereinander höchstens zehn Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen aufweisen.

Die weitreichenden Lockerungen stoßen auf Skepsis. Bereits am Donnerstag stufte SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach die Schritte als verfrüht ein. „Wir sind in einer Phase, in der die Fallzahlen wieder steigen und sich der Impffortschritt verlangsamt. Der Zeitpunkt der Lockerungen hat mich überrascht, ich hätte einen späteren Zeitpunkt besser gefunden“, sagte er im Radioprogramm WDR 2.

Auch SPD-Chef Norbert Walter-Borjans kritisierte die Corona-Maßnahmen am Freitag scharf. „Was Armin Laschet jetzt macht, ist nicht vernunftgeleitet, sondern Schönwetterpolitik mit dem Blick auf die Bundestagswahl“, sagte der SPD-Vorsitzende der Rheinischen Post. Zuerst brauche es eine höhere Impfquote - das sei doch nur eine Frage weniger Wochen, so Walter-Borjans. „Wenn die Landesregierung jetzt Normalität vortäuscht, ist das geradezu ein Signal an die Unentschlossenen, das Impfen nicht ernst zu nehmen“, sagte er.

Erstmeldung vom 9. Juli: Inzidenz in Deutschland steigt dritten Tag in Folge - Urlaubsland droht die Einstufung als Risikogebiet

Berlin / München - Wochenlang sind die Corona-Fallzahlen gesunken, der positive Trend setzte sich - abgesehen von wenigen Ausreißern - recht stetig fort. Nun steigen wichtige Corona-Kennzahlen wieder in die Höhe. Zudem soll ein beliebtes Urlaubsland als Risikogebiet eingestuft werden.

Coronavirus: Sieben-Tage-Inzidenz steigt erneut - R-Wert über kritischer Grenze

Den dritten Tag in Folge ist die Sieben-Tage-Inzidenz angestiegen. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Freitagmorgen meldete, liegt der Wert bei 5,5 Neuinfektionen in sieben Tagen pro 100.000 Einwohnern. Zum Vergleich: Vor einem Tag lag der Wert bei 5,2, vor zwei Tagen bei 5,1.

Zudem meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland innerhalb von 24 Stunden 949 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 649 Ansteckungen). Die für die Ausbreitungsgeschwindigkeit entscheidende Reproduktionszahl stieg zuletzt deutlich. Das RKI gab den sogenannten 7-Tage-R-Wert am Donnerstag mit 1,09 an (Vortag: 1,01). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 109 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet das Infektionsgeschehen vor acht bis 16 Tagen ab. Liegt er anhaltend über der Grenze von eins, steigen die Fallzahlen.

Corona-Debatte um Lockerungen in Deutschland - Gefahr einer „vierten Welle“

Die Sorgen werden besonders vor dem Hintergrund der Delta-Variante großer. Die Corona-Mutation dominiert mittlerweile in Deutschland. Malu Dreyer (SPD), rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin, sprach sich unterdessen für weitere Lockerungen von aus. „Wir haben auch die Verpflichtung gegenüber den Bürgern und Bürgerinnen, Einschränkungen aufzuheben, wenn aktuell keine Gefahr besteht, dass das Gesundheitswesen kollabiert“, sagte sie gegenüber der Rheinischen Post vom Freitag.

Intensivmediziner fordern unterdessen mit Blick auf die Delta-Variante ein Festhalten an der Maskenpflicht. „Solange eine Impfquote von 85 Prozent unter den Erwachsenen nicht erreicht ist, sollten wir auf weitere Lockerungen verzichten und an der Maskenpflicht festhalten“, sagte Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, Gernot Marx, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Andernfalls bestehe im Herbst die Gefahr einer „vierten Welle“.

Coronavirus: Sommer-Urlaub in Gefahr? Beliebtes Urlaubsland soll als Risikogebiet eingestuft werden

Doch nicht nur in Deutschland wird die Lage wie es scheint wieder ernster. Im Fokus steht auch Urlaubsland Spanien. Die Infektionszahlen waren zuletzt drastisch gestiegen. Bisher gelten aber erst 6 der 17 spanischen Regionen - darunter die Urlaubsgebiete Katalonien und Andalusien - als Risikogebiete. Die Balearen mit der beliebten Urlaubsinsel Mallorca sowie die Kanaren zählen noch nicht dazu.

Einem Medienbericht zufolge will die Bundesregierung ganz Spanien als Corona-Risikogebiet einstufen. Wie die Funke Mediengruppe am Donnerstag unter Berufung auf Regierungskreise meldete, soll zudem Zypern zum Hochinzidenzgebiet erklärt und damit eine Quarantänepflicht für Reiserückkehrer eingeführt werden, die nicht geimpft oder genesen sind.

Als Risikogebiete werden Länder und Regionen eingestuft, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz über 50 liegen. Es ist die niedrigste von drei Risikostufen. Für Urlauber ergeben sich durch eine solche Einstufung keine praktischen Folgen, sofern sie mit dem Flugzeug unterwegs sind. Dann müssen sie sich ohnehin vor Abflug testen lassen und bei Einreise in Deutschland dann auch nicht in Quarantäne. (dpa/mbr)

Rubriklistenbild: © Federico Gambarini / dpa

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