Pandemie-News im Ticker

Corona in Deutschland: RKI meldet erneut sinkende Inzidenz - Aufhebung der Impfpriorisierung in der Kritik

Corona: Die Impfpriorisierung in Deutschland wird aufgehoben. Patientenschützer verurteilen die Entscheidung komplett. Der News-Ticker.

  • Coronavirus in Deutschland: Das RKI meldet weiterhin sinkenden Fallzahlen (siehe Update vom 19. Mai, 6.45 Uhr).
  • Die Deutsche Stiftung Patientenschutz kritisiert die Aufhebung der Impf-Priorisierung scharf (siehe Update vom 18. Mai, 21.44 Uhr).
  • Kanzlerin Angela Merkel zeigte sich am Dienstag optimistisch, warnte jedoch gleichzeitig (siehe Update vom 18. Mai, 18.45 Uhr).
  • Dieser News-Ticker zur Corona-Lage in Deutschland ist beendet. Die Fortsetzung ab dem 19. Mai finden Sie hier.

Update vom 19. Mai, 6.45 Uhr: Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland Robert-Koch-Institut (RKI) insgesamt 11.040 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen des RKI-Dashboards vom Mittwochmorgen hervor. Am Mittwoche der Vorwoche (12. Mai) wurden, zum Vergleich, noch 14.909 neue Fälle vermeldet. Zudem wurden 284 neue Todesfälle registriert.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz lag laut RKI am Mittwoch bei 72,8. Erneut ein deutlicher Rückgang im Vergleich zum Wert vor einer Woche (107,8) und auch verglichen mit dem Vortag (79,5).

Corona in Deutschland: Aufhebung der Impfpriorisierung in der Kritik

Update vom 18. Mai, 21.44 Uhr: „Staatlich organisierte Verantwortungslosigkeit“, schimpft die Deutsche Stiftung Patientenschutz. Die Aufhebung der Impf-Priorisierung, Gesundheitsminister Spahn will sie zum 7. Juni kippen (siehe Update vom 17. Mai, 17.56 Uhr), fällt bei den Patientenschützern komplett durch.

Der Startschuss für ein „Windhundrennen“ um die Corona-Impfungen würde damit fallen, moniert Vorsitzender Eugen Brysch. Es gebe nach wie vor nicht genug Impfstoff und mehr komme durch das Prio-Ende auch nicht auf den Markt. Das Problem werde lediglich verlagert. Es soll jetzt auf der Straße und in den Arztpraxen ausgetragen werden.

„Das geht voll zu Lasten nicht nur der Impfwilligen, der Arztpraxen und der Impfzentren, sondern auch der vernünftigen Grundversorgen, die wir dringend brauchen“, so Brych.

Hausärzte in Nordrhein-Westfalen berichten derweil von einem Massenansturm und aggressiver Stimmung. Das Personal ist vielerorts am Limit. Die ersten Praxen stoppen die Corona-Impfungen deshalb. „Natürlich wollen wir der Bevölkerung helfen, aber wir müssen auch das Wohl der Beschäftigten im Blick behalten. Und auch den Fortbestand der Praxis“, erklärt Oliver Funken, Vorsitzender des Hausärzteverbandes NRW der „Rheinischen Post“. „Man will zu den drei ‚G‘ gehören: Genesen, Geimpft oder Getestet“, erklärt Funken. Dass Mitarbeiter über ihre Kündigung nachdenken, weil ihnen die chaotische Situation zu viel ist, dürfe nicht sein.

Einige Impfwillige sollen vor Ort auf eine Impfung gepocht haben, nach dem Motto: „Ich bin hier und jetzt will ich auch meine Spritze“.

Corona in Deutschland: Kanzlerin Merkel blickt nach vor - mahnt aber zur Vorsicht

Update vom 18. Mai, 18.45 Uhr: Angesichts steigender Impfzahlen hat sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) optimistisch gezeigt, aber zugleich zur Vorsicht gemahnt. Man sei auf einem guten und hoffnungsfrohen Weg, habe aber „noch nicht das rettende Ufer erreicht“, sagte Merkel am Dienstag nach Informationen von Teilnehmern in den Online-Beratungen der Unionsfraktion im Bundestag. Öffnungsschritte sollten gut durchdacht werden.

Zwar funktionierten die Impfstoffe, sagte die Kanzlerin demnach. Je aggressiver aber eine neue Virus-Variante sei, desto mehr Menschen müssten geimpft sein, um eine Herdenimmunität zu bekommen. Ein Unruheherd sei die indische Virus-Variante, die sich schneller ausbreite als die britische.

Coronavirus in Deutschland: Nächster Impf-Gipfel findet am 27. Mai statt

Unter anderem bestätigte Merkel außerdem nach diesen Informationen, dass es am 27. Mai weitere Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Länder über das Vorgehen bei den Impfungen geben sollte. Dabei solle es um Impfungen von Kindern, Berufsschülern und Studenten gehen. Man dürfe diese Altersgruppen nicht aus den Augen verlieren. Nach weiteren Informationen der Deutschen Presse-Agentur soll es bei dem Treffen auch um den geplanten digitalen Impfnachweis sowie die Impflogistik im Sommer gehen. Merkel und die Regierungschefs der Länder hatten sich zuletzt am 26. April zu einem Impfgipfel getroffen.

In Deutschland sind laut dem Robert-Koch-Institut rund 31,1 Millionen Menschen mindestens einmal geimpft worden. Das entspricht 37,5 Prozent der Gesamtbevölkerung. Knapp 9,5 Millionen Menschen (11,5 Prozent) haben den vollen Impfschutz erhalten.

Update vom 18. Mai, 15.50 Uhr: Mitarbeiter in Fernverkehrszügen der DB sind offenbar auch bei vermehrtem Kontakt zu Kunden und Fahrgästen keinem höheren Corona-Risiko ausgesetzt als andere Mitarbeiter ohne Kundenkontakt. Das ist das Ergebnis einer gemeinsamen Langzeitstudie mit dem Berliner Charité, die am Dienstag veröffentlicht wurde. Auch in der dritten Welle würden Schutzmaßnahmen wie das Tragen einer Maske und die hohe Zufuhr von frischer Luft Wirkung zeigen.

„Unsere Langzeitstudie mit der Charité ist ein erfreuliches und ermutigendes Signal, nicht nur für unser Zugpersonal, sondern zugleich für alle Bahnkund:innen in Deutschland“, so DB-Personenverkehrsvorstand Berthold Huber. In den Jahren 2020 und 2021 wurden insgesamt drei Testreihen mit über 1.000 Mitarbeitern durchgeführt. Dabei wurden die Teilnehmer auf Corona-Infektionen und Antikörper getestet. Nur bei drei Mitarbeitern wurde demnach eine Infektion festgestellt und bei 39 Menschen Antikörper.

Für die Deutsche Bahn verdeutlichen die Studien-Ergebnisse, dass die Hygienekonzepte wirksam sind und Mitarbeiter keinem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt sind. Steigende Zahlen innerhalb des Unternehmens würden sich mit dem allgemeinen Infektionsgeschehen in Deutschland decken.

Corona: Spahn mahnt nach Aufhebung der Impfprio weiter zur Geduld - indische Mutante in Hochhaus ausgebrochen

Update vom 18. Mai, 8.52 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) innerhalb eines Tages 4209 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus den Zahlen von der Homepage des RKI hervor. Die Daten des RKI-Dashboards werden am Dienstagmorgen weiterhin aktualisiert (siehe Update vom 18. Mai, 7.42 Uhr). Die bundesweite Sienben-Tage-Inzidenz ist erneut gesunken. Am Dienstagmorgen lag der Wert laut RKI bei 79,5 (Vortag: 83,1; Vorwoche: 115,4).

Bei der Interpretation der Corona-Zahlen sei aufgrund des Himmelfahrt-Wochenendes jedoch zu beachten, dass an Feier- und Brückentagen weniger Personen einen Arzt aufsuchen und dadurch weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt werden. „Dies führt dazu, dass weniger Erregernachweise an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet werden“, schrieb das RKI in seinem Lagebericht vom Montag (17. Mai).

Corona in Deutschland: Spahn mahnt nach Aufhebung der Impfprio weiter zur Geduld

Update vom 18. Mai, 7.42 Uhr: Nach der Ankündigung, dass die Impfpriorisierung in Deutschland bereits Anfang Juni bundesweit aufgehoben werden soll, hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Montagabend nochmals um Geduld gebeten. „Dass am 7. Juni oder auch in der Woche des 7. Juni alle, die wollen, geimpft werden können, das kann ich ausdrücklich nicht sagen“, erklärte er in den ARD-„Tagesthemen“. Man werde bis in den Sommer hinein brauchen, um alle Impfwilligen auch impfen zu können.

Währenddessen verspäten sich am Dienstagmorgen die aktuellen Corona-Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI). Beim Aufruf des RKI-Dashboard erscheint folgende Nachricht: „Die Daten werden derzeit aktualisiert. Bitte schauen Sie später wieder vorbei.“ Sobald die aktuellen Daten vorliegen, informieren wir Sie in unserem Ticker.

Corona in Deutschland: Indische Mutante in Hochhaus ausgebrochen

Update vom 17. Mai, 22.27 Uhr: Die indische Corona-Mutation breitet sich in Deutschland weiter aus. Im nordrhein-westfälischen Velbert-Birth wurden rund 200 Bewohner aus zwei Hochhäusern unter Quarantäne gestellt. Wie der WDR berichtet, wurde die Variante in mehreren Familien nachgewiesen. Noch an diesem Montag sollen alle Bewohner getestet werden, damit am Dienstag die Ergebnisse vorliegen. Das Ordnungsamt kontrolliere die Zugänge, das Rote Kreuz stelle die Versorgung sicher.

Update vom 17. Mai, 19.10 Uhr: Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut aktuellem RKI-Lagebericht bei 0,77 (Vortag: 0,82). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 77 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Corona in Deutschland: schon Anfang Juni - Impfpriorisierung wird bundesweit aufgehoben

Update vom 17. Mai, 17.56 Uhr: Die Impfpriorisierung in Deutschland wird bundesweit aufgehoben. Ab 7. Juni soll sie nicht mehr angewendet werden, wie Gesundheitsminister Jens Spahn am Montag in Berlin mitteilte. Zuvor sollen bis Ende Mai 40 Prozent der Menschen in Deutschland mindestens einmal gegen Covid-19 geimpft sein. 15 Millionen Impfungen von Menschen mit besonderem Risiko seien von heute bis zum 7. Juni vorgesehen.

Spahn wertete den bis dahin noch weiter geltenden Vorrang für Ältere, Kranke und Menschen in bestimmten Berufen als wichtig. „Sie zuerst zu impfen, das war epidemiologisch geboten“, sagte er. Die Priorisierung sei auch moralisch geboten gewesen. „Das war keine Bürokratie, das hat Menschenleben gerettet.“ 

Corona in Deutschland: Ramelow kündigt Aufhebung der Impf-Prio an

Update vom 17. Mai, 13.45 Uhr: Neben Lockerungen, die in einigen Bundesländern beschlossen wurden, wird vielerorts auch die Impfpriorisierung aufgehoben (siehe Erstmeldung). Eine solche Aufhebung hat nun auch Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow angekündigt.

„In dem Moment, wo in den Hausarztpraxen ausreichend Impfmaterial da ist, kann der Hausarzt das entscheiden“, so der Politiker am Montag im ZDF-Morgenmagazin. Schon jetzt gebe es Hausärzte, die in der Entscheidung freier sind. „In Impfzentren, die wir auch dauerhaft aufrechterhalten für die nächsten Monate, wird entlang der Impfpriorisierung weitergeimpft, bis genügend Impfstoff da ist“, sagte Ramelow weiter. Des Weiteren würden außerdem Impfungen in Betrieben vorbereitet werden.

Gleichzeitig hat Susanne Johna, Chefin des Ärzteverbandes Marburger Bund, im Deutschlandfunk vor der Aufhebung der Impfpriorisierung in Arztpraxen gewarnt. Dadurch gebe es nicht mehr Impfstoff, „sondern einfach noch mehr Menschen, die um ein knappes Gut konkurrieren.“ Wer besonders drängele, komme dadurch möglicherweise früher zum Zug, als Menschen, die besonders geschützt werden müssen. Schon jetzt fühlten sich viele niedergelassene Ärzte „wie die letzte Mauer“ bei der Impfstoffvergabe.

„Wenn ich jetzt gleichzeitig allen Menschen die Vorstellung gebe, sie könnten drankommen, gleichzeitig aber das Gut so knapp ist, dass das gar nicht möglich ist, führt das doch zu Frustration“, so Johna. Mit Blick auf möglicherweise verkürzte Impfabstände, um etwa früher in den Urlaub zu kommen, sagte Johna: „Das ist einfach medizinisch nicht sinnvoll und so dürfen wir mit dem knappen Gut nicht umgehen.“

Unsere Erstmeldung vom 17. Mai: Corona-Entwicklung: Sieben-Tage-Inzidenz stagniert - Ein Bundesland öffnet für Touristen

München/Berlin - Die Fallzahlen in Deutschland sinken weiter. Der positive Corona-Trend der vergangenen Tage scheint sich weiterhin fortzusetzen. Wie das Robert-Koch-Institut am Montag mitteilte, wurden innerhalb eines Tages 5412 Neuinfektionen verzeichnet. Das entspricht erneut einer niedrigeren Zahl als noch eine Woche zuvor.

Jedoch liegt die Zahl der neuen Infektionen an den Wochenende in der Regel niedriger als im Wochendurchschnitt. Üblicherweise werden an den Wochenenden weniger Tests durchgeführt und somit auch weniger Testergebnisse übermittelt. Hinzu kommt außerdem der Feiertag am Donnerstag und der darauffolgende Brückentag am Freitag. Das RKI warnte vor einer Verzerrung der Infektionszahlen. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz liegt indes am Montag mit einem Wert von 83,1 bereits den vierten Tag in Folge unter 100.

Coronavirus in Deutschland - Die Fallzahlen der vergangenen Tage im Überblick:

Tag, DatumSieben-Tage-InzidenzCorona-Neuinfektionen
Freitag, 14. Mai 202196,511336
Samstag, 15. Mai 202187,37894
Sonntag, 16. Mai 202183,18500
Montag, 17. Mai 202183,15412

Coronavirus in Deutschland: Bundesland öffnet vor Pfingsten für Touristen

Mit sinkenden Infektionszahlen und im Hinblick auf Pfingsten werden die Rufe nach Lockerungen wieder lauter. In einigen Bundesländern werden diese schon umgesetzt. So sind in mehreren Regionen Baden-Württembergs bereits seit Samstag (15. Mai) wieder Gastronomie und Beherbergungsbetriebe geöffnet.

Schleswig-Holstein öffnet am Montag (17. Mai) unter Auflagen für Touristen. Zudem wird das öffentliche Leben dort auch in weiteren Bereichen weiter hochgefahren. So dürfen Lokale ihre Innenbereiche öffnen oder Ausflugsschiffe Gäste wieder an Bord nehmen. Schleswig-Holstein weist bundesweit die niedrigste Sieben-Tage-Inzidenz (35,1) auf. Auf Hygieneauflagen, das Tragen von Schutzmasken und Corona-Tests setzt das Bundesland weiterhin. Beim Besuch von Gaststätten ist ein negatives Testergebnis oder der Nachweis einer Impfung notwendig.

Anders als Schleswig-Holstein setzten Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern wie es scheint auf einen vorsichtigeren Weg. In Niedersachsen, wo die Inzidenz bei 59,1 liegt, öffnet der Tourismus zunächst nur für Einwohner des Bundeslandes. In Mecklenburg-Vorpommern, das eine Inzidenz von 58,2 vorweist, darf die Gastronomie von Pfingstsonntag im Innen- und Außenbereich öffnen. Der Tourismus soll für Gäste aus anderen Bundesländern erst am 14. Juni wieder möglich sein.

Coronavirus: Mehrere Bundesländer heben Impfpriorisierung in Arztpraxen auf

Die Impf-Kampagne gegen das Coronavirus schreitet in Deutschland unterdessen immer weiter voran. Wie dem Covid-19-Impfdashboard zu entnehmen ist, haben rund neun Millionen Menschen den vollständigen Impfschutz erhalten. Das entspricht 10,9 Prozent der Gesamtbevölkerung. 36,5 Prozent der Menschen in Deutschland haben mindestens eine erste Impfdosis erhalten (Datenstand: 15. Mai, 10.40 Uhr).

Am Montag enden in Baden-Württemberg und Berlin die Priorisierungen beim Impfen in Arztpraxen. Bayern soll voraussichtlich im Lauf der Woche folgen, Sachsen am 24. Mai. Vielerorts dürfte jedoch noch nicht ausreichend Impfstoff zur Verfügung stehen, um allen Impfwilligen auch einen Termin anbieten zu können. In den Impfzentren bleibt die Priorisierung weiterhin bestehen.

Die Corona-Zahlen in München sind indes leicht gestiegen. Ein wichtiger Grenzwert bleibt jedoch weiter unerreicht. (dpa/mbr)

Rubriklistenbild: © Christoph Schmidt/dpa

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