News-Ticker zur Pandemie

Nach MP-Gipfel: Merkel kündigt Impf-Angebot für Kinder ab Juni an

Kanzlerin Merkel gibt ein Statement nach dem Impfgipfel ab.
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Kanzlerin Merkel gibt ein Statement nach dem Impfgipfel ab.

Die Corona-Zahlen in Deutschland gehen runter. Nach dem Impfgipfel legt Kanzlerin Angela Merkel die Impf-Perspektive für Kinder und Jugendliche dar. Der News-Ticker.

  • Die sinkenden Corona-Fallzahlen machen in Deutschland Hoffnung auf Lockerungen im Sommer. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz liegt Donnerstagmorgen bei 41 (siehe Update vom 27. Mai, 6.37 Uhr).
  • Kinder-Impfungen, Impfausweis und Impfstoff - darum ging es auf dem Impfgipfel an diesem Donnerstag (siehe Update vom 27. Mai, 16.43 Uhr).
  • Der Landkreis Tirschenreuth galt lange als Super-Hotspot, jetzt ist die Inzidenz so niedrig wie nirgends sonst (siehe Update vom 27. Mai, 14.39 Uhr).
  • Dieser News-Ticker ist beendet. Hier finden Sie die Fortsetzung ab dem 27. Mai 2021.

Update vom 27. Mai, 18.38 Uhr: Die Pressekonferenz in Berlin ist beendet. Zuvor hatte Kanzlerin Angela Merkel nochmals vorgerechnet, dass die Liefermengen ausreichend sind, um auch Kindern und Jugendlichen ein Impfangebot machen zu können. Biontech/Pfizer und Moderna hätten zuverlässig geliefert. Die Frage, dass aktuell keine genauen Lieferpläne vorliegen, schmettert die Kanzlerin ab. Sie rechnet verimpfte Astrazeneca und Johnson & Johnson Dosen sowie die Impfbereitschaft der Deutschen mit ein. Ungefähr acht bis 9 Millionen Menschen in Deutschland - die Altersgruppe der 0 bis 11-Jährigen - zieht die Kanzlerin ab. Für die etwa 70 Millionen Menschen sei genügend Impfstoff da.

Update vom 27. Mai, 18.20 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel verweist auf die aktuellen sehr diskutierten Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko).

„Tun wir den Kindern etwas Gutes?“ - zitiert Merkel den Stiko-Chef Mertens. Es sei eine Frage, die wir uns immer wieder stellen sollten, habe Mertens auf dem Impfgipfel gesagt. Die Stiko-Empfehlung sei wichtig und verantwortbar. „Kinder müssten sich nicht hinten anstellen“, erklärt Merkel auf Anfrage eines Journalisten. Bis Ende des Sommers könne jeder mit einem Impfangebot rechnen, aber eben nicht ab dem 7. Juni.

„Schule hängt nicht von der Impfung ab“, so Merkel. Es sei wichtig, dass Eltern das verstehen. Eltern können auch Urlaub mit Kindern ohne eine Impfung machen.

„Es wird jetzt nicht mehr Impfstoff geben“

Update vom 27. Mai, 18.11 Uhr: „Es wird jetzt nicht mehr Impfstoff geben“, betont Michael Müller (SPD). Der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz plädiert zu realistischen Erwartungen von Eltern und Jugendlichen. Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) wiederholt die Impfstoff-Knappheit. Es würde aber auch nichts für Kinder und Jugendliche „abgezwackt“. Söder appelliert weiter an die Vernunft.

Merkel kündigt Impfangebot für Kinder und Jugendliche ab 7. Juni an

Update vom 27. Mai, 17.56 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel gibt ein Statement nach dem Impfgipfel ab. „Die Impfkampagne hat im zweiten Quartal deutlich an Fahrt gewonnen“, sagt Merkel. Bei den Liefermengen sehe es sehr gut aus. Natürlich würde es immer wieder Überraschungen geben, räumte Merkel ein und verweist auf Biontech. Es sei eine wichtige Sitzung gewesen, betont die Kanzlerin. Neben dem Impfen für Kinder sei um den digitalen Impfpass gegangen. Wenn die Priorisierung der Impfung ab dem 7. Juni fällt, könne es ein Angebot für Kinder und Jugendlichen von den Ländern geben.

Update vom 27. Mai, 17.44 Uhr: Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren sollen ab dem 7. Juni bundesweit geimpft werden können. Das geht aus dem Beschlussentwurf für die Ministerpräsidentenkonferenz hervor, die dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. Demnach solle dieser Altersgruppe ein Impfangebot bis zum Ende des Sommers gemacht werden.

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA will an diesem Freitag über eine Zulassung des Biontech-Impfstoffs für Kinder ab zwölf Jahren beraten. Bei der Ständigen Impfkommission wird erst später mit einer Empfehlung gerechnet.

Impfgipfel mit Merkel LIVE: Welche Ergebnisse präsentiert die Bundeskanzlerin?

Update vom 27. Mai, 17.22 Uhr: Corona-Impfungen für Kinder, digitaler Impfpass und Impfstoff-Mengen? Nach dem Impfgipfel will Kanzlerin Angela Merkel über diese Themen informieren. Die Pressekonferenz war für 16.30 Uhr angesetzt.

Voraussichtlich knapp 6,4 Millionen Impfdosen will der Bund den Ländern für die Impfung von Kindern und Jugendlichen zur Verfügung stellen, wie das Bundesgesundheitsministerium den Ländern mitteilte. In Deutschland sind 5,3 Millionen Menschen im Alter zwischen 12 bis 16 Jahren.

Update vom 27. Mai, 16.33 Uhr: Jeden Moment stellt Bundeskanzlerin Angela Merkel das Ergebnis des großen Impfgipfels zwischen Bund und Länder vor. Zahlreiche Themen standen auf der Agenda, besonders Kinder und Jugendliche in Deutschland zu impfen.

Zoff beim Impfgipfel: Ministerpräsidenten kritisieren Stiko

Seit 14 Uhr beraten Bund und Länder hinter verschlossenen Türen. Wie ntv.de berichtet kritisierten einige Länderchefs die Ständige Impfkommission (Stiko) und den Vorsitzenden Thomas Mertens. Beim Astrazeneca-Impfstoff habe demnach die Stiko Verwirrung gestiftet. Das Hin und Her der Stiko-Empfehlungen „versteht kein Mensch mehr“, sagte ein Teilnehmer der Bund-Länder-Runde.

4,2! Ex-Hotspot in Bayern hat nun niedrigste Corona-Inzidenz in ganz Deutschland

Update vom 27. Mai, 14.39 Uhr: Ausgerechnet der Landkreis Tirschenreuth an der bayerisch-tschechischen Grenze hat bundesweit die niedrigste Sieben-Tage-Inzidenz, nachdem er im vergangenen Jahr zeitweise der Hotspot mit den meisten Corona-Infektionen gewesen war. Laut dem RKI lag der Wert in Tirschenreuth am Donnerstag bei 4,2. Es folgten der Landkreis Vorpommern-Rügen in Mecklenburg-Vorpommern mit 4,5 und die bayerische Stadt Weiden in der Oberpfalz mit 4,7. Den höchsten Wert wies weiterhin die schwäbische Stadt Memmingen mit 140,6 aus.

Doch wie kam es zu dem Wechsel vom Hotspot zum Vorbild? Laut einer RKI-Studie wurde Tirschenreuth in der ersten Welle wahrscheinlich zunächst durch die vielen Urlaubs-Rückkehrer aus Österreich und Italien zum Infektionsherd. Später stellte die Nähe zu Tschechien ein Problem dar. Durch die vielen Grenzgänger wurde das Virus stark verbreitet, bis die Einreise verstärkt eingeschränkt wurde. Doch im Frühjahr sanken die Zahlen zunehmend. Ende April war der Ex-Hotspot Tirschenreuth, der einzige bayerische Landkreis, der unter der Schwelle zur Bundes-Notbremse blieb.

Vermutlich spielen die Herdenimmunität und eine hohe Dunkelziffer an Infektion eine Rolle. Die Zahlen müssten nach zwei sehr heftigen Wellen höher liegen als im Rest Deutschlands, auch wenn das nicht nachweisbar ist. Wie ntv berichtet, könnte die Studie der beiden Universitäten Erlangen und Regensburg, die allerdings mit Daten aus dem vergangenen Sommer operiert, einen Anhaltspunkt liefern. Damals stellte sich bei Antikörper-Tests von 4000 Einwohnern Tirschenreuths über 14 Jahren heraus, dass die Zahl der Genesenen fünfmal höher lag als die Zahl der nachgewiesenen Infektionen. Unter den 14- bis 20-Jährigen blieben sogar neun von zehn Infektionsfällen unerkannt. Zusätzlich zu der natürlichen Immunität durch Infektionen dürften auch die Impfungen ihren Teil zu der niedrigen Inzidenz beitragen. Der Landkreis liegt bei den Erstimpfungen mit 43,8 Prozent (Stand 25. Mai) gut im Rennen und sogar leicht über dem Bundesdurchschnitt (41,5 Prozent, Stand 27. Mai).

Corona in Deutschland: Gesundheitsministerium legt über 6 Millionen Impfdosen für Kinder und Jugendliche beiseite

Update vom 27. Mai, 12.37 Uhr: Das Gesundheitsministerium rechnet für die Erst- und Zweitimpfung von Kindern und Jugendlichen mit einem Bedarf von mehr als sechs Millionen Impfdosen von Biontech. Das geht aus Unterlagen hervor, die das Ministerium den Ländern zur Vorbereitung des Impfgipfels am Donnerstag zugesandt hat und die der Nachrichtenagentur AFP vorliegen.

Der Altersgruppe von zwölf bis 18 Jahren (5,3 Millionen Menschen) soll bis Ende August mindestens eine Erstimpfung ermöglicht werden. Der Bund wolle den Ländern die erforderlichen Impfdosen „schrittweise aus den Gesamtliefermengen für Juni, Juli und August zusätzlich zur Verfügung stellen“. Das Gesundheitsministerium geht bei seinen Planungen von einer Impfbereitschaft von 60 Prozent aus. Damit liege der „aktuell angenommene Bedarf bei jeweils 3,18 Millionen Dosen für die Erst- und die Zweitimpfung“.

Die Corona-Impfungen für Kinder und Jugendliche werden zentrales Thema bei dem Gipfelgespräch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Länderregierungschefs sein.

Corona in Deutschland: Erstes Bundesland lockert Kontaktbeschränkungen deutlich - Ziehen die anderen nach?

Update vom 27. Mai, 11.15 Uhr: Die Landesregierung in Schleswig-Holstein plant die nächsten Lockerungsschritte. Die Lage im nördlichsten Bundesland Deutschlands bessert sich immer mehr. Die Sieben-Tage-Inzidenz in Schleswig-Holstein sank am Mittwoch auf nur noch 21,8, wie aus Daten des Gesundheitsministeriums in Kiel hervorgeht. Somit dürfen sich ab Montag in Innenräumen wieder bis zu zehn Personen treffen. Die Anzahl der Haushalte ist dabei nicht begrenzt, wie Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Donnerstag in Kiel sagte.

Auch größere Veranstaltungen sollen stufenweise wieder möglich werden. Je nach Art der Veranstaltung sollen unter Auflagen innen bis zu 125 Teilnehmer möglich sein, im Freien bis zu 250. Ab Montag dürfen auch wieder alle Sportanlagen öffnen. Das gelte auch für Fitnessstudios.

Corona in Deutschland: Testlauf für Impfpass beginnt - Zweitimpfungen weiterhin auf hohem Niveau

Update vom 27. Mai, 10.39 Uhr: Beim Impfen liegt der Fokus weiterhin bei den Zweitimpfungen. Die Zahlen übersteigen nun schon seit einer Woche die der Erstimpfungen. Gestern am 26. Mai wurden insgesamt 1.135.659 Menschen in Deutschland geimpft, davon entfielen 678.826 auf Zweitimpfungen. Ein neuer Rekord, was die zweite Dosis angeht. Der bisherige Rekord bei Zweitimpfungen lag am 19. Mai bei 530.140 Dosen.

Damit haben nun schon 41,5 Prozent der Deutschen eine Erstimpfung und 15,7 Prozent eine Zweitimpfungen. Gesundheitsminister Spahn hatte angekündigt, dass bis Ende Mai mehr Menschen ihre zweite Dosis bekommen sollen. Erst im Juni, sobald wieder mehr Dosen geliefert werden, sollte sich das wieder ändern. Spahn sprach von einer „erwarteten, aber neuen Entwicklung“.

Update vom 27. Mai, 10.02 Uhr: Heute startet der erste Testlauf für den digitalen Impfass in Brandenburg. Wenn der Testlauf erfolgreich ist, soll der Impfpass ab Ende Juni für alle zur Verfügung stehen. Gleich zwei Apps können das Zertifikat anzeigen, unter anderem die altbekannte Corona-Warnapp. Mit dem digitalen Nachweis, der EU-weit gilt, soll das Reisen erleichtert werden, und auch beim Einkaufen vereinfacht er einiges. Der alte gelbe Impfass aus Papier bleibt aber weiterhin gültig. In Berlin diskutiert derweil die Regierung über das weitere Vorgehen beim Impfen.

Corona in Deutschland: Niedrigste Inzidenz seit über einem halben Jahr

Update vom 27. Mai, 6.37 Uhr: Die Kurve zeigt weiterhin nach unten: Die Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 6313 Corona-Neuinfektionen gemeldet (Stand: 27. Mai, 5.25 Uhr). Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 12.298 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Donnerstagmorgen mit bundesweit 41 an (Vortag: 46,8; Vorwoche: 68) das ist der niedrigste Wert seit dem 17. Oktober. Wichtig bei der Interpretation der Zahlen ist jedoch: An Feiertagen wie Pfingstmontag suchen weniger Menschen einen Arzt auf, wodurch auch weniger Proben genommen werden und es weniger Laboruntersuchungen gibt. Daher werden weniger Neuinfektionen gemeldet. Dies kann sich in den aktuellen Werten niederschlagen. Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 269 neue Todesfälle verzeichnet.

Update vom 26. Mai, 20.45 Uhr: Laut neuen Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) ist die in Indien entdeckte und inzwischen in vielen Ländern weltweit verbreitete Corona-Variante B.1.617 in Deutschland weiterhin recht selten. Der Anteil dieser Mutante an den untersuchten Proben bewegt sich nun in der dritten Woche in Folge im Bereich von rund zwei Prozent. Das geht aus einem RKI-Bericht von Mittwochabend hervor. Die aktuellsten Daten stammen aus der Woche vom 10. bis 16. Mai.

Corona in Deutschland: Biontech reduziert Impfstoff-Liefermenge vorübergehend

Update vom 26. Mai, 18.15 Uhr: Biontech reduziert in den kommenden zwei Wochen seine zugesagte Liefermenge an Corona-Impfstoff, will dafür allerdings Ende Juni zusätzliche Mengen liefern. Die Lieferzusage für das laufende Quartal werde eingehalten, teilte das Bundesgesundheitsministerium am Mittwoch unter Berufung auf Angaben des Unternehmens mit. Das Ministerium versicherte, dass diese Änderungen keine Auswirkungen auf die zugesagte Liefermenge für die Länder hätten.

Die Länder erhalten demnach die zugesagte Menge an Corona-Impfstoff für ihre Impfzentren. Die anstehenden Zweitimpfungen in den Arztpraxen seien ebenfalls gesichert. Auch in den kommenden Wochen würden weiterhin Erstimpfungen in den Arztpraxen vorgenommen. Dort seien wie in den Impfzentren zudem in den kommenden Wochen mehr Zweit- als Erstimpfungen zu erwarten.

Corona in Deutschland: Sorge vor indischer Corona-Mutation

Update vom 26. Mai, 16.52 Uhr: Eigentlich entwickeln sich die Corona-Zahlen in Deutschland aktuell positiv. Die Inzidenzen sinken, die Impfkampagne zeigt erste Wirkung und es sind wieder mehr Intensivbetten frei. Viele hoffen nun auf einen unbeschwerten Sommer. Doch es bleibt die Sorge um ansteckende Virus-Varianten. So ließ uns die britische Mutation B.1.1.7 im Winter schnell in die dritte Welle schlittern. Könnte die aktuell in Indien grassierende Mutation uns nun die vierte Welle bescheren?

Die zuerst in Indien entdeckte Variante des Coronavirus könnte bis zu 80 Prozent leichter übertragbar sein als die bislang vorherrschende britische Variante. Das sagte der Epidemiologe Neil Ferguson vom Imperial College London in einer Online-Pressekonferenz am Mittwoch. Es gebe dazu aber noch keine belastbaren Daten, so der Wissenschaftler weiter. Gewiss sei bislang nur, dass die auch als B.1.617 bezeichnete Variante einen Vorteil habe. Der könne zwischen 20 und 80 Prozent liegen. Noch sei daher nicht sicher, ob sich die Mutante als dominant durchsetzen werde - es sei aber wahrscheinlich.

Trotzdem sieht der Wissenschaftler die Situation durch den Impffortschritt und die niedrigeren Fallzahlen in Großbritannien positiver als nach dem Auftreten der britischen Variante Ende vergangenen Jahres.

Werden Kinder und Jugendliche bald geimpft? EMA entscheidet am Freitag über Zulassung

Update vom 26. Mai, 14.55 Uhr: Auch Kinder und Jugendliche sollen in Deutschland künftig geimpft werden können. Der Hersteller Biontech/Pfizer hatte in diesem Zuge eine Zulassung seines Präparats ab zwölf Jahren bei der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) beantragt. Diese will nun am Freitag mitteilen, ob sie der Zulassung für die Altersgruppe zwischen zwölf und 15 zustimmt. Gäbe die EMA grünes Licht, wäre es der erste Impfstoff, der in der EU auch bei Jugendlichen eingesetzt werden kann. Bisher war das Biontech-Vakzin erst ab 16 Jahren zugelassen.

In Deutschland sorgt eine mögliche Corona-Schutzimpfung für Kinder und Jugendliche aber weiterhin für Kontroversen. Die Ständige Impfkommission (Stiko) tendiert Medienberichten zufolge dazu, sich einer möglichen EMA-Zulassung von Corona-Impfungen für Kinder nicht anzuschließen. Doch auch ohne Empfehlung der Stiko will Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Kinder und Jugendliche in die Impfkampagne miteinbeziehen. Die Entscheidung zur Impfung sei aber individuell und keine Voraussetzung für die Teilnahme am Präsenzunterricht.

Die Bundesregierung hatte angekündigt, allen Kindern und Jugendlichen in der fraglichen Altersgruppe bis zum Ende der Sommerferien ein Impfangebot zu machen. Diesen Zeitplan hält eine Mehrheit der Deutschen aber für unrealistisch. 66 Prozent der 1765 Befragten seien dieser Ansicht, ergab die repräsentative Erhebung des Meinungsforschungsinstituts YouGov. 23 Prozent halten das demnach für umsetzbar. Der Rest machte keine Angabe.

Problematische Umverteilung von Impfdosen? Harte Kritik an der Bundesregierung

Update vom 26. Mai, 12.02 Uhr: Noch immer erhalten die Arztpraxen in Deutschland verhältnismäßig wenig Impfstoff. Die Kampagne kann dort nicht richtig an Fahrt aufnehmen. Grund dafür ist laut der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg, dass die Bundesregierung Impfdosen zurückhält. Betroffen sei insbesondere das Vakzin von Biontech/Pfizer. Walter Plassmann, Chef der Vereinigung, äußerte sich dazu im Gespräch mit NDR 90,3. In der ersten Juni-Woche gebe es pro Arzt oder Ärztin höchstens 24 Dosen Biontech. Laut Lieferprognose des Bundes sollen es im Laufe des Monats auch nicht viel mehr werden.

Dagegen soll es laut Plassmann für Betriebsärzte ab dem 7. Juni möglich sein, rund 800 Dosen pro Woche zu bestellen. Er denkt, dass der Impfstoff von der Bundesregierung momentan „angespart“ wird, um dann in Unternehmen impfen zu können. Auch Schüler:innen soll der zurückgehaltene Impfstoff von Biontech verabreicht werden, glaubt er. Die Bundesregierung hatte angekündigt Kindern und Jugendlichen bis zum Ende der Sommerferien ein Impfangebot machen zu wollen.

Plassmann hat die Befürchtung, dass viele Arztpraxen aufgrund dieser Umverteilung ganz mit dem Impfen aufhören könnten, da der Aufwand für die geringe Anzahl an Dosen zu hoch sei. Auf eine Anfrage des NDR zu Impfstoff-Rücklagen hatte das Bundesgesundheitsministerium zunächst nicht geantwortet.

Bundesinzidenz fällt unter 50 - Spahn fordert aber bereits neuen Zielwert

Erstmeldung vom 26. Mai: München - Zum ersten Mal seit dem vergangenen Oktober wurde in Deutschland eine bundesweite Inzidenz unter 50 verzeichnet. Die Zahl binnen sieben Tagen gemeldeter Neuinfektionen je 100 000 Einwohner liegt laut Robert Koch-Institut (RKI) nun nur noch bei 46,8. Im Zusammenspiel mit der voranschreitenden Impf-Kampagne macht das vielen Bürger:innen Hoffnung auf einen entspannteren Sommer. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verpasste diesen Träumen vor einigen Tagen aber zumindest einen Dämpfer.

Der CDU-Politiker gab als neue Zielmarke für die 7-Tage-Inzidenz* einen Wert unter 20 aus, damit es einen unbeschwerten Sommer geben könne. Das sagte er der Bild am Sonntag. „Im vergangenen Sommer lag sie unter 20. Das sollten wir wieder anstreben. Vorsicht und Umsicht gelten weiterhin“, so Spahn.

Spahn fordert neue 20er-Grenze - Opposition und Landkreise reagieren empört

Für diese Äußerung hagelt es nun Kritik. Besonders der neue Inzidenzwert des Gesundheitsministers sorgt bei vielen für Unmut. Aus der Opposition meldeten sich viele Politiker:innen prompt zu Wort. „Willkürliche Inzidenzziele aus dem Hut zu zaubern, hilft erst einmal niemandem“, kritisierte Linken-Fraktionschefin Amira Mohamed Ali in der Welt. „Mit seinen Spekulationen verbreitet Herr Spahn nur öffentliche Verunsicherung“, sagte FDP*-Fraktionsvize Michael Theurer ebenfalls der Welt.  Auch Vertreterinnen und Vertreter anderer Parteien äußerten Vorbehalte.

Doch auch von anderer Seite kam massiver Gegenwind. „Der Wert einer zu erreichenden Inzidenz von 20 ist eine gegriffene Zahl, die für neue Verunsicherung sorgen könnte“, monierte Landkreistagspräsident Reinhard Sager im Gespräch mit
der Neuen Osnabrücker Zeitung. „Isolierte Inzidenzwerte beachten weder den Impffortschritt noch die sich leerenden Intensivbetten.“

Corona in Deutschland: Auch die Union selbst will keine neuen Grenzwerte

Auch in der eigenen Partei ruderte man zurück. „Wir führen jetzt keine neuen Grenzwerte ein“, sagte Unions-Fraktionsvize Stephan Stracke der Welt mit Blick auf die Ankündigung Spahns. Dessen Zielrichtung von 20 sei jedoch „vollkommen richtig“. Stracke erinnerte daran, dass der Inzidenzwert der Neuinfektionen in sieben Tagen pro 100.000 Menschen im vergangenen Sommer noch erheblich darunter gelegen habe. „Dies sollte uns Ansporn sein“, betonte der CSU-Politiker.

Momentan entwickeln sich die Zahlen aber ohnehin in eine positive Richtung. Bundesweit wurden laut RKI zum Mittwoch nur 2626 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Eine Woche zuvor lag diese Zahl noch bei über 11.000 Fällen. (mam/AFP) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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