News-Ticker zur Pandemie

Rechtzeitig zum Sommer: Endlich Einigung bei EU-Impfpass - Länder beschließen Details

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland sinkt weiter. Neuigkeiten gibt es beim EU-Impfpass. Der News-Ticker.

  • Die Coronavirus-Fallzahlen in Deutschland machen Hoffnung - die bundesweite Inzidenz ist erneut leicht gesunken (siehe Update vom 21. Mai, 6.22 Uhr).
  • Die Aufhebung der Impfpriorisierung ist für Berlins Regierenden Bürgermeister folgerichtig (siehe Update vom 20. Mai, 10.55 Uhr).
  • Bei einem EU-Impfpass gibt es endlich eine Einigung (siehe Update vom 20. Mai, 18.50 Uhr).
  • Dieser News-Ticker zur Corona-Lage in Deutschland wird regelmäßig aktualisiert.

Update vom 21. Mai, 6.22 Uhr: Bundesweit geht die Sieben-Tage-Inzidenz weiter leicht nach unten: Laut Robert-Koch-Institut (RKI) liegt sie Freitagmorgen (Stand: 5.08 Uhr) bei 67,3 (Vortag: 68,0; Vorwoche: 96,5). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten binnen eines Tages 8769 Corona-Neuinfektionen. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 11.336 Ansteckungen gelegen. Allerdings könnte die Inzidenz ein besseres Bild der Infektionslage zeichnen, als sie tatsächlich ist. Denn aufgrund von Feier- und Brückentagen wie in der vergangenen Woche suchen dem RKI zufolge weniger Personen einen Arzt auf, wodurch weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt werden. Deutschlandweit wurden den Angaben zufolge binnen 24 Stunden 226 neue Todesfälle verzeichnet.

Update vom 20. Mai, 18.50 Uhr: Endlich Einigung beim EU-Impfpass! Rechtzeitig vor der Sommersaison haben sich die EU-Mitgliedsländer und das EU-Parlament auf Details eines europaweiten Zertifikats zum Nachweis von Corona-Impfungen, -Tests und überstandenen Erkrankungen geeinigt. Das teilte die portugiesische Ratspräsidentschaft in Brüssel mit. Damit wächst die Chance auf weitere Reiseerleichterungen in der EU.

Corona in Deutschland: Saarland will Innengastro öffnen

Update vom 20. Mai, 17.00 Uhr: Das Saarland geht erneut seinen eigenen Weg und will schon ab dem 31. Mai die Innengastronomie wieder öffnen. Auch Hotels und Campingplätze sollen dann wieder öffnen dürfen. Das hat Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) am Donnerstag angekündigt.

Update vom 20. Mai, 15.40 Uhr: Die Zahl der Corona-Infektionen und der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen in Deutschland entwickeln sich weiter rückläufig. Das geht aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) und des Divi-Intensivregisters vom Donnerstag hervor.

3594 Menschen, die an Covid-19 erkrankt sind, werden demnach derzeit noch in Kliniken versorgt. Das sei ein Rückgang um 114 im Vergleich zum Vortag, hieß es. Zum Höhepunkt der dritten Welle in den Krankenhäusern Ende April waren mehr als 5100 Covid-19-Patienten zeitgleich auf Intensivstationen behandelt worden. Seit Anfang Mai ist die Entwicklung rückläufig.

Corona in Deutschland: Politiker machen Hoffnung auf Volksfeste

Update vom 20. Mai, 13.30 Uhr: Nach dem langen und harten Corona-Winter freuen sich viele Branchen und Bürger aktuell über die Lockerungen innerhalb der Corona-Pandemie. Obwohl viele Bereiche des öffentlichen Lebens aktuell stark geöffnet werden, scheinen Großveranstaltungen und Konzerte noch in weiter Ferne zu liegen. Doch selbst das könnte sich schon bald ändern. Die beiden NRW-Minister Andreas Pinkwart, Wirtschaftsminister von NRW, und Karl-Josef Laumann, Gesundheitsminister von NRW, machen Hoffnung auf Volksfeste im Spätsommer. Wie die beiden Minister am Donnerstag erklären, könnten mit einem Hygienekonzept möglicherweise erste regionale Volksfeste unter freiem Himmel stattfinden.

„Sinkende Infektions- und steigende Impfzahlen schaffen in vielen Bereichen Öffnungsperspektiven“, zitieren Medien übereinstimmend die beiden Minister. Pinkwart erklärte demnach sogar: „Bei einem weiteren Rückgang des Infektionsgeschehens bestehen für traditionelle, regionale Volksfeste unter freiem Himmel gute Aussichten für den Spätsommer“. Wichtige Voraussetzung sei ein Hygienekonzept. Dass genau solche Veranstaltungen auch innerhalb der Corona-Pandemie funktionieren könnten, glaubt Gesundheitsminister Laumann. Das hätten die im vergangenen Jahr temporär geöffneten Freizeitparks gezeigt.

Corona in Deutschland: Müller bezeichnet Aufhebung der Impfpriorisierung als „folgerichtigen Schritt“

Update vom 20. Mai, 10.55 Uhr: Ab dem 7. Juni soll die Impfpriorisierung bundesweit aufgehoben werden. Ein „folgerichtiger Schritt“, findet Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD). Vielen Älteren, Vorerkrankten und Berufsgruppen sei mit der bisherigen Priorisierung geholfen worden.

Angesichts der deutlich ansteigenden Impfstoff-Lieferungen im Juni sei es jetzt aber richtig richtig, auch jenseits der Priorisierung allen eine Chance zu geben, erklärte Müller in ZDF-„Morgenmagazin“. „Wir wissen: Die Termine sind abhängig von den Impfstofflieferungen und das geht auch alles nicht sofort“, sagte er. Mit Blick etwa auf Studierende könne man aber nicht länger sagen: „Jüngere bekommen nicht einmal eine Chance auf einen Termin.“

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (r.) nennt die Aufhebung der Impfpriorisierung einen „folgerichtigen Schritt“ (Archivbild).

Corona in Deutschland: RKI meldet erneut sinkende Zahlen

Update vom 20. Mai, 7.43 Uhr: Die am Donnerstagmorgen gemeldeten Corona-Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) bestätigen den positiven Trend der vergangenen Tage und Wochen. Das RKI meldet 12.298 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages in Deutschland. Das ist erneut ein deutlicher Rückgang im Vergleich zur Vorwoche, als am Donnerstag (13. Mai) noch 17.419 neue Corona-Fälle registriert wurden.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist ebenfalls gesunken. Laut RKI lag der Wert am Donnerstag bei 68,0 (Vortag: 72,8). Zudem wurden dem Institut insgesamt 237 neue Covid-19-Todesfälle gemeldet.

Corona in Deutschland: Streeck befürwortet Aufhebung der Impfpriorisierung

Update vom 19. Mai, 17.25 Uhr: Die von Jens Spahn angekündigte Aufhebung der Impfpriorisierung am 7. Juni sorgte für harsche Kritik. Nun unterstützt mit Hendrik Streeck ein namhafter Virologe das Vorhaben. „Die Unterschiede, die wir jetzt noch haben, sind nicht mehr so groß, als dass sie eine Priorisierung rechtfertigen würden“, sagte Streeck am Mittwoch in Bonn der Deutschen Presse-Agentur. „Wir sind jetzt in einer Phase der Pandemie, in der jeder, der geimpft wird, gleich welchen Alters, hilft, das Infektionsgeschehen zu reduzieren.“

„Wenn die Infektionszahlen weiter so sinken wie zurzeit, dann werden sowieso bald viele von uns ihre Grundrechte zurückhaben, ganz egal, ob sie geimpft sind oder nicht“, sagte der Virologe zur Debatte, ob Geimpfte sofort all ihre Freiheiten wiederbekommen sollten. „Und das können wir noch schneller erreichen, indem möglichst viele Menschen so schnell wie möglich geimpft werden, egal aus welcher Prioritätengruppe. Die Gerechtigkeitsdebatte sei gut und richtig, so Streeck. „Mein Fokus wäre aber ein anderer“, erklärte er und fuhr fort, „Wir sollten so schnell impfen, dass sich die Frage bald gar nicht mehr stellt.“

In Deutschland sind laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) 41,5 Millionen Impfdosen verabreicht worden. Rund 9,9 Millionen Menschen, also knapp 11,9 Prozent der Gesamtbevölkerung, haben den vollen Impfschutz erhalten. Mehr als 31 Millionen Menschen (38,1 Prozent) wurden mindestens einmal geimpft.

Unsere Erstmeldung vom 19. Mai 2021: Corona-Entwicklung: Positiver Trend setzt sich fort - Streeck mit eindeutigem Appell für den Sommer

Bonn/München - Der positive Corona-Trend der vergangenen Tage setzt sich auch am Mittwoch fort. Die dritte Virus-Welle scheint gebrochen. Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland sinkt weiter. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) mitteilte, liegt der bundesweite Wert bei 72,8 (Vortag: 79,5).. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 11.040 Neuinfektionen gemeldet. In der Vorwoche wurden 14.900 neue Corona-Infektionen verzeichnet.

Corona in Deutschland: Etliche Lockerungen - Nur noch ein Bundesland über Bundesnotbremsen-Grenzwert

Viele Bundesländer beschließen indes Lockerungen für Schulen, Gastronomie und Tourismus. So sollen in bayerischen Regionen mit einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz unter 50 die Schüler aller Schularten nach den Pfingstferien wieder Präsenzunterricht haben. Das teilte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder am Dienstag mit. Auch Lockerungen für Fitnessstudios und Kitas wurden beschlossen. In München liegt die Inzidenz bereits unter 50.

In Nordrhein-Westfalen hingegen sollen Schüler aller Schulformen ab dem 31. Mai wieder Präsenzunterricht erhalten. Abhängig ist es dort von einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100, wie Ministerpräsident Armin Laschet am Mittwoch ankündigte.

Thüringen ist indes mit Stand vom Mittwoch das einzige Bundesland, das noch über dem kritischen Inzidenzwert von 100 liegt. Dieser Wert wurde als Grenzwert für die Bundesnotbremse definiert. Schleswig-Holstein weist mit 32,4 den niedrigsten Wert in ganz Deutschland auf.

Dass die aktuellen Corona-Entwicklungen einen positiven Blick auf den Sommer zulassen, hat nicht zuletzt SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach in den vergangenen Wochen immer wieder betont. Einen ähnlichen Pandemieverlauf wie im Vorjahr hält Virologe Hendrik Streeck indes wahrscheinlich. Im Jahr 2020 war die bundesweite Inzidenz im Sommer kurzzeitig bis auf einstellige Werte gesunken, bevor die Fallzahlen im Herbst wieder in die Höhe schossen.

„Einer der stärksten Effekte, von denen wir bei Coronaviren wissen, ist die Saisonalität - dass durch wärmeres Wetter, höhere UV-Strahlung und viele andere Faktoren die Zahlen zum Sommer nach unten gehen“, sagt er gegenüber ntv. Gleichzeitig schränkte er ein: „Aber im Herbst kann es sein, dass die Zahlen wieder ansteigen.“ Erst vor kurzem hatte Streeck vor einer vierten Welle gewarnt.* Wie ntv berichtete, halte er ein solches Szenario für Deutschland vermeidbar. Von Bedeutung sei jedoch eine gute Vorbereitung auf den Herbst. Um einen weiteren coronabedingten Lockdown zu verhindern, sei es wichtig, „die Sommermonate dazu nutzen, sich vorzubereiten“. Im Jahr 2020 wurde dies versäumt.

Die von Jens Spahn angekündigte Aufhebung der Impfpriorisierung steht indes heftig in der Kritik. (mbr)

Rubriklistenbild: © Matthias Balk/dpa

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