News-Ticker zur Pandemie

Angst vor Delta-Variante - Kritik an lascher Corona-Einreiseverordnung wächst

Die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland sinkt auch am Montag weiter. Aus Angst vor der Delta-Variante werden Rufe nach schärferen Einreiseverordnungen laut. Der News-Ticker.

  • Der positive Coronavirus-Trend in Deutschland setzt sich fort. Die 7-Tage-Inzidenz sinkt auf 5,6 (siehe Update vom 28. Juni, 6.57 Uhr).
  • Die Sorge vor der Delta-Variante wächst. Mehrere Minister fordern eine Verschärfung der Corona-Einreiseverordnung (siehe Update vom 28. Juni, 6.45 Uhr).
  • Dieser News-Ticker ist beendet. Eine Fortsetzung über die aktuellen Entwicklungen in der Corona-Krise finden Sie hier.

RKI meldet 219 Corona-Neuinfektionen

Update vom 28. Juni, 6.57 Uhr: Das Robert-Koch-Institut hat 219 neue Corona-Infektionen binnen eines Tages verzeichnet. Das sind 127 weniger als am Montag vergangener Woche. Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz liegt laut RKI bei 5,6 (Vortag: 5,7; Vorwoche: 8,6). Acht weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus wurden gemeldet. Seit Beginn der Corona-Pandemie starben in Deutschland 90.762 Menschen mit oder an Corona.

Angst vor Delta-Variante: Verschärfung der Corona-Einreiseverordnung gefordert

Update vom 28. Juni, 6.45 Uhr: Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) fordert strengere Corona-Einreise-Regeln. Tschentscher kritisierte, dass bei Einreisen aus Risikogebieten derzeit ein einmaliger, einfacher Antigen-Test reiche, um Quarantäne zu vermeiden.

„Das ist zu unsicher“, sagte er der Welt. Alle nicht geimpften Reiserückkehrer aus Risikogebieten und Hochinzidenzgebieten sollten grundsätzlich in Quarantäne gehen, die frühestens nach fünf Tagen bei einem negativen PCR-Test aufgehoben werden dürfe. Auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil forderte eine zweifache Testpflicht für alle Rückkehrer, die nicht voll geimpft sind. Zuvor hatte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) verlangt, dass Urlauber an den Grenzen engmaschig auf Impfausweise und negative Corona-Tests kontrolliert werden (siehe auch Update von 27. Juni, 17.46 Uhr).

Corona-News: Rückholaktion für Portugal-Urlauber - Politik verhandelt strengere Reise-Kontrollen 

Update vom 27. Juni, 18.41 Uhr: Die Corona-Lage im beliebten Urlaubsland Portugal spitzt sich weiter zu. Weil das EU-Land ab Dienstag in Deutschland zu den Virusvariantengebieten zählt, ergreifen jetzt zahlreiche deutsche Urlauber die Flucht und packen vorzeitig ihre Koffer. Wer ab Dienstag aus Portugal kommend in Deutschland einreist, muss sich strengen Quarantäneregeln unterziehen.

Um diesen Regeln zu entkommen, nutzten rund 270 Urlauber aus Deutschland das Angebot des Reise-Anbieters „Olimar“. Der hatte bereits direkt nach der Ankündigung des Robert-Koch-Instituts eine Rückholaktion bis Montag angeboten. „Etwa 20 Prozent unserer Gäste (mehr als 420) wollen aber nach derzeitigem Stand in Portugal bleiben“, sagt Mitarbeiter Pascal Zahn gegenüber der dpa. Man höre von den Gästen, „dass sie nicht verstehen, dass man ganz Portugal so eingestuft“ habe. Als Tourist habe man da einen anderen Eindruck.

Etwa 270 Portugal-Urlauber treten die spontane Rückreise nach Deutschland an - Andere halten die neuen Reisebeschränkungen für unberechtigt. (Symbolbild)

Update vom 27. Juni, 17.46 Uhr: Die Ausbreitung der aggressiven Delta-Mutation hat eine Diskussion zu härteren Reise-Regeln entfacht. Deutsche Reiserückkehrer müssen sich nach den Worten von Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) auf strenge Kontrollen ihrer Impfausweise und Negativtests einstellen. „Im Gegensatz zum letzten Sommer sind in ganz Deutschland flächendeckende Testsysteme aufgebaut“.

Update vom 27. Juni, 13.26 Uhr: 38 Regionen in Deutschland sind laut RKI-Daten Corona-frei! In den Landkreisen und Stadtkreisen liegt die 7-Tage-Inzidenz bei 0. In den vergangenen sieben Tagen wurden dort keine neuen Corona-Fälle registriert.

Die höchste Inzidenz weist der Landkreis Lichtenfels in Bayern mit 46,4 auf (Vortag: 35,9). In allen anderen Kreise liegt die Inzidenz aktuell unter der 35-Marke.

Corona: Tausende Menschen feiern in Hasenheide - Polizei räumt Park

Update vom 27. Juni, 13.20 Uhr: Auch die Berliner Polizei löste Partys von Feierenden in der Nacht zu Sonntag auf. Weite Teile des Parks in der Berliner Hasenheide (Neukölln) wurden geräumt. Es habe nachts drei größere Bereiche voller Menschen gegeben, sagte eine Polizeisprecherin am Sonntag. Die Polizei habe drei Musikanlagen beschlagnahmt und die Flächen wegen der Corona-Einschränkungen geräumt. Die Menschen seien angesprochen und aus dem Park geleitet worden. Auch ein Polizeihubschrauber war im Einsatz. Alles sei friedlich verlaufen. Gegen 4.00 Uhr sei der Einsatz beendet gewesen.

Unter den feiernden Menschen sollen laut der Zeitung B.Z. auch viele Touristen und Teilnehmer der CSD-Demonstrationen vom Samstagnachmittag gewesen sein. Mehrere Tausend Menschen hatten mit Regenbogenfahnen für die Rechte von Schwulen, Lesben und Transsexuellen demonstriert.

Polizei sprengt Party im Hamburger Stadtpark

Update vom 27. Juni, 9.39 Uhr: In der Nacht zum Sonntag hat die Polizei erneut Feiern im Hamburger Stadtpark aufgelöst. Dort hatten sich nach Angaben der Polizei bis zu 2.500 Feiernde getroffen, ohne auf die nach der Corona-Verordnung vorgeschriebenen Abstände zu achten. Mit Einsetzen der Dunkelheit sei die Stimmung zunehmend aggressiver geworden, so die Polizei. Beamte seien mit Flaschen und Pyrotechnik beworfen worden. Gegen 0.15 Uhr sei damit begonnen worden, die große Wiese zu räumen. Zehn Menschen wurden vorläufig festgenommen. Zwei Beamte seien leicht verletzt worden. Bereits in der Nacht zuvor war es im Stadtpark zu mehreren Auseinandersetzungen und Festnahmen gekommen, als die Polizei Feiern auflöste.

Corona-Verstöße: Polizei löst Partys im Hamburger Stadtpark auf.

Corona: Inzidenz sinkt weiter auf 5,7

Update vom 27. Juni, 8.14 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) vermeldet 538 Corona-Neuinfektionen und 8 weitere Todesfälle. Das geht aus den Daten des Covid-19-Dashboards hervor. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bundesweit bei 5,7 (Vortag: 5,9 / Vorwoche 8,8).

Der 7-Tage-R-Wert liegt laut RKI-Lagebericht von Samstagabend bei 0,82 (Vortag: 0,78). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 82 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Corona in Deutschland: RKI-Fallzahlen vom 27. Juni 2021

  • Seit Beginn der Corona-Pandemie haben sich bislang 3.726.710 Menschen nachweislich mit Sars-CoV2 infiziert.
  • Die Zahl der Todesopfer gibt das RKI mit 90.754 an.
  • 3.726.710 Infizierte gelten nach RKI-Schätzungen als genesen.

Corona: Portugal ab Dienstag Virusvariantengebiet

Update vom 26. Juni, 22.24 Uhr: Weil in Portugal die Delta-Variante jetzt über 50 Prozent der Neuinfektionen ausmacht, hat die Bundesregierung das Reiseland zu einem Virusvariantengebiet eingestuft. Das bedeutet: 14 Tage Quarantäne ohne Freistellen für Rückkehrer - ab kommenden Dienstag. Ein deutscher Reiseanbieter, Olimar, will nun mehrere Hundert Urlauber am Montag zurückholen, um ihnen die Quarantäne zu ersparen. Derzeit befinden sich laut deutschem Reiseverband etwa 1000 Urlauber aus Deutschland in Portugal.

Spahn verspricht große Impfstoff-Lieferungen für den Juli: „Die Größenordnung gab es noch nie“

Update vom 26. Juni, 16.33 Uhr: In einer Fragestunde mit Bürgerinnen und Bürgern in Berlin hat Jens Spahn (CDU) jetzt eine Prognose für den Sommer abgegeben. Demnach könnten bis Ende Juli alle Erwachsenen, die sich impfen lassen wollen, eine erste Dosis erhalten haben. „Wenn die Lieferungen so weitergehen, vielleicht noch ein Stück früher“, so Spahns Prognose.

Johnson & Johnson werde demnach eine Million Impfdosen mehr liefern, „die sich kurzfristig ergeben haben“. Und auch von Moderna, Biontech und Astrazeneca sei mehr Impfstoff angekündigt als noch kürzlich erwartet. „Wir werden in der ersten Juli-Woche den Impfzentren der Länder fast fünf Millionen Dosen liefern“, so Spahn am Samstag in Berlin. „Die Größenordnung gab es noch nie“, erklärte der Bundesgesundheitsminister. „Wenn die Lieferungen so weitergehen, vielleicht noch ein Stück früher.“

Jens Spahn hat große Impfstoff-Lieferungen für den Juli und August angekündigt. (Archivbild)

Coronavirus in Deutschland: Neuansteckungen auf Hälfte des Niveaus der Vorwoche

Update vom 26. Juni, 7.02 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen 24 Stunden 592 Corona Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Samstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.18 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 1108 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI mit bundesweit 5,9 an (Vortag: 6,2; Vorwoche: 9,3).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen eines Tages 68 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 99 Tote. Der Sieben-Tage-R-Wert lag dem RKI zufolge am Freitagabend bei 0,78 (Vortag: 0,75). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 78 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Update vom 25. Juni, 15.35 Uhr: Angela Merkel warnt angesichts der schnellen Ausbreitung der Delta-Variante vor steigenden Infektionszahlen in der Corona-Pandemie in Deutschland. „Wir müssen alles versuchen, um eine vierte Welle zu verhindern“, forderte die Kanzlerin nach dem EU-Gipfel. Dabei betonte sie vor allem die möglichen wirtschaftlichen Folgen.

Sie halte Testen, Abstand und Maske für kleine Einschränkungen gemessen an dem, „was passieren würde, wenn uns die Dinge außer Kontrolle geraten und wir wieder stärkere Maßnahmen einführen müssten“. Derzeit habe die Bundesrepublik das Infektionsgeschehen gut im Griff. Doch die CDU-Politikerin stellt auch klar: „Es muss alles dafür getan werden, dass das auch so bleibt.“

Erstmeldung vom 25. Juni:

München - Die Coronavirus-Lage in Deutschland ist weiterhin positiv: Auch am Freitag (25. Juni) ist die Sieben-Tage-Inzidenz gesunken. Das Robert-Koch-Institut gab den Inzidenzwert am Freitagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mit 6,2 an. Am Donnerstag hatte er 6,6 betragen. Dennoch mahnen Politiker und Experten zur Vorsicht. Hintergrund ist die Delta-Variante des Coronavirus.

Coronavirus in Deutschland: Spahn und Wieler mahnen vor Delta-Variante

So war die Corona-Mutation auch auf der Pressekonferenz mit Gesundheitsminister Jens Spahn und RKI-Chef Lothar Wieler das große Thema. Diese Variante werde „über den Sommer auch bei uns die Oberhand gewinnen“, warnte Spahn. Auch Wieler warnte angesichts einer zunehmenden Verbreitung der Delta-Variante in Deutschland vor steigenden Fallzahlen. „Delta verbreitet sich also noch schneller, vor allem natürlich in der ungeimpften Bevölkerung. Daher müssen wir damit rechnen, dass künftig auch die Fallzahlen wieder steigen werden.“

Grund für die derzeit erfreulich niedrige Sieben-Tage-Inzidenzen sei auch das verantwortungsbewusste Handeln der Bevölkerung. „Lassen Sie und diese niedrigen Inzidenzen verteidigen!“, appellierte Wieler. In der zweiten Juni-Woche lag der Anteil der Delta-Variante in Deutschland nach jüngsten RKI-Daten schon bei 15 Prozent. „Wir gehen davon aus, dass er heute schon höher sein wird“, so Wieler. Es sei nur „eine Frage der Zeit, bis diese Variante Hoheit übernehmen wird“.

Coronavirus: Schutz vor Delta-Variante durch die Impfung

„Wir wissen, dass Menschen, die vollständig geimpft sind, vor schweren Erkrankungen durch Delta geschützt sind“, sagte Wieler. Erst einmal Geimpfte seien nicht nur schlechter geschützt, sondern könnten das Virus auch weitergeben. „Gerade mit Blick auf die Delta-Variante ist es wichtig, die zweite Impfung wahrzunehmen“, sagte auch Spahn. Nur dann sei man „gut geschützt“.

Grundsätzlich bieten die in Deutschland zugelassenen Corona-Impfungen demnach einen „exzellenten Schutz“ vor den zirkulierenden Virusvarianten, darunter auch die Delta-Variante. Das bestätigte auch Leif Erik Sander, Infektiologe der Berliner Charite. Auf der Pressekonferenz nahm er dazu Stellung:

Coronavirus: Spahn warnt vor „Sorgenherbst“ - Wieler äußert sich zu Debatte um Schulen

Angesichts der Urlaubszeit warnte Spahn indes vor zu viel Sorglosigkeit. Aus einem sorglosen Sommer dürfe kein „Sorgenherbst“ werden. So sollten Testangebote auch beim Reisen weiterhin genutzt werden, um bei der Rückkehr nicht andere Menschen anzustecken. RKI-Chef Wieler forderte einmal mehr, auf nicht nötige Reisen zu verzichten und sich vor Ort an die Regeln wie das Tragen von Masken und die Meidung von Menschenansammlungen zu halten.

Wieler äußerte sich des Weiteren zu der Debatte um die Schulen. Wie wird es für die Schüler in Deutschland nach den Sommerferien weitergehen? Zuletzt hatte eine Studie mit niederschmetterndem Ergebnis für Aufsehen gesorgt. Wieler sprach sich indes für eine Beibehaltung der Schutzmaßnahmen bis zum Frühjahr 2022 aus. „Ziel ist es, die Schulen aufzuhalten, aber mit sicherem Unterricht“, sagte der RKI-Präsident. Dazu gehörten weiterhin das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes, Lüften und regelmäßige Tests. Mit dem Maskentragen gebe es eine wenig aufwändige Schutzmöglichkeit. (mbr/dpa)

Rubriklistenbild: © Christian Ohde/imago

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