1.800 Infizierte nach Impfung bereiten Sorgen

Corona-News: Ärzte sauer! Impf-Termine müssen teils storniert werden - Polizei warnt vor neuem Mega-Problem

In Deutschland sinken die Corona-Zahlen. Hausärzte sind wegen unzureichender Imfstoff-Lieferungen sauer, während die Polizei warnt. Der News-Ticker.

  • Die Neuinfektionen mit dem Coronavirus sinken in Deutschland immer weiter. Die Impfkampagne zieht dagegen an. Hausärzte bekommen offenbar nicht genug Astrazeneca-Impfstoff, um die Nachfrage zu decken (siehe Update vom 13. Mai, 12.49 Uhr).
  • In Nordrhein-Westfalen haben sich 1.800 Personen nach einer Impfung mit dem Virus infiziert (Update vom 12. Mai, 16.36 Uhr).
  • Polizisten warnen nun vor gefälschten Impf-Dokumenten und fordern mehr Daten-Zugriff (siehe Update vom 13. Mai, 9.38 Uhr).
  • Dieser News-Ticker ist beendet. Die Fortsetzung ab dem 13. Mai finden Sie hier.

Update vom 13. Mai, 12.49 Uhr: Anfang Mai hatten Bund und Länder die Priorisierung für Astrazeneca aufgegeben. Seitdem wird der Corona-Impfstoff offenbar massiv bei den Hausärzten nachgefragt. So sehr, dass er nun in vielen Praxen knapp wird. Das berichtet der Apothekerverband Nordrhein. „Der Impfstoff von Astrazeneca wird so stark nachgefragt, dass die bereitgestellten Mengen nicht mehr ausreichen“, so dessen Vorsitzender Thomas Preis zur Rheinischen Post.

Teilweise habe der Großhandel die Bestellungen, die die Ärzte über die Apotheken eingereicht hätten, um 80 Prozent reduzieren müssen. „Viele Ärzte sind sehr verärgert, denn bereits bestehende Impftermine müssen nun storniert werden“, berichtete Preis.

Zur erhöhten Nachfrage trägt demnach bei, dass die zweite Dosis nun bereits nach vier Wochen verabreicht werden kann. „Die Verkürzung der Impfabstände auf vier Wochen macht den Impfstoff für junge Menschen attraktiv. Sie wollen bei den anstehenden Lockerungen durch einen kompletten Impfschutz gut vorbereitet sein“, sagte Preis. „Medizinisch gesehen wäre es besser, sich erst nach zwölf Wochen die Zweitimpfung geben zu lassen.“

Corona: Polizei warnt vor neuem Problem in Deutschland - „Es besteht schon heute“

Update vom 13. Mai, 9.38 Uhr: „Das Problem besteht schon heute und wird eine ganze Weile aktuell bleiben“, stellt Sebastian Fidler, Vorsitzender des Bunds Deutscher Kriminalbeamten, im Gespräch mit dem Handelsblatt fest.

Gefälschte Impfpässe werden ab jetzt im Umlauf sein - oder sind es schon, befürchtet er. „Ich halte das Problem mit den gefälschten Impfpässen für ein typisches Beispiel für eine sicher prognostizierbares neues Phänomen“, wirft Fidler der Politik bei der Problematik Versäumnisse vor.

Für die Polizistinnen und Polizisten wird der Alltag jetzt schwieriger. „Impfpässe oder andere Impfbescheinigungen sind alles andere als fälschungssicher“, hält Gewerkschaftschef Rainer Wendt in der Osnabrücker Zeitung fest, „für die Polizei ist eine Fälschung auf dem Papier äußerst schwer zu erkennen, wenn sie nicht allzu plump ist.“ Deshalb fordert er nun Zugriff auf die Impf-Datenbanken für die Beamten. Aktuell verwaltet das Robert-Koch-Institut diese Daten vollständig anonymisiert.

Corona: Neue Regeln ab heute - Quarantäne und Test-Bestimmungen fallen für Geimpfte - unter einer Bedingung

Update vom 13. Mai, 09.19 Uhr: Ab heute sind bundesweit einheitliche Regeln für Urlaubsrückkehrer und andere Einreisende nach Deutschland in Kraft. Für vollständig Geimpfte und Genesene fallen damit Vorgaben zu Quarantäne und Test-Erfordernissen weg - außer, man kommt aus einem Gebiet mit neuen, ansteckenderen Virusvarianten, wie Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Mittwoch in Berlin sagte.

Auch Nicht-Geimpfte können die übliche Quarantäne von zehn Tagen vermeiden, wenn sie aus einem so genannten Risikogebiet einreisen. Dafür muss man aktiv belegen, dass man negativ getestet ist. Gehen soll das auch durch Hochladen eines Nachweises bei der digitalen Einreiseanmeldung. Möglich sind Schnelltests, die nicht älter als 48 Stunden sind, oder maximal 72 Stunden alte PCR-Tests.

Der deutsche Reiseverband spricht von einem „Signal der Zuversicht“ mit Blick auf einen SOmmerurlaub - etwa am Mittelmeer.

Baden-Württemberg will bald auch Innen-Gastro öffnen

Update vom 12. Mai, 21.23 Uhr: Paukenschlag im Südwesten: Baden-Württemberg will Cafés und Restaurants von Samstag an (15. Mai) unter bestimmten Bedingungen wieder die Bewirtung in Außen- und Innenbereichen erlauben. Liegen die Corona-Zahlen in den Kreisen fünf Tage in Folge unter einer Inzidenz von 100, darf dort die Gastronomie mit Hygieneauflagen und Testkonzepten wieder öffnen. Damit wäre die sieben Monate lange Zwangspause für die Gaststätten zu Ende.

Corona in Deutschland: Nächster Impf-Meilenstein - Rekord an täglichen Zweitimpfungen

Update vom 12. Mai, 19.20 Uhr: Mehr als jeder Dritte in Deutschland ist mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft - zehn Prozent der Bevölkerung haben inzwischen den vollen Schutz mit einer zweiten Spritze. Nach Angaben des Robert Koch-Institut vom Mittwoch (Stand: 16.15 Uhr) haben nun 28,5 Millionen Menschen mindestens eine erste Impfung bekommen und damit 34,3 Prozent aller Einwohner. Mehr als 8,3 Millionen Menschen haben demnach mittlerweile auch eine Zweitimpfung erhalten. Bei den Zweitimpfungen meldete das RKI sogar einen neuen Rekord. 265.564 Menschen erhielten am Dienstag ihre zweite Dosis, bisheriger Rekord waren 223.305 am 5. Mai.

Am Dienstag wurden den Angaben zufolge 1.047.865 Impfungen gemacht. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erläuterte, damit habe es zum dritten Mal mehr als eine Million Impfungen an einem Tag gegeben. Je nach Bundesland variiert die Impfquote. Die höchste Quote an mindestens Erstgeimpften hat das Saarland mit 38,7 Prozent. Sachsen liegt mit 29,8 Prozent leicht hinter den anderen Bundesländern zurück.

Corona in Deutschland: 1.800 Infizierte nach Impfung - „Zahlen machen Sorgen“

Update vom 12. Mai, 16.36 Uhr: Trotz Impfung haben sich knapp 1.800 Kölner:innen mit dem Coronavirus infiziert. Das berichtet Bild. Dort hätten sich 1335 Personen nach einer ersten Impfdosis mit dem Coronavirus infiziert. Ganze 454 hätten sogar nach der zweiten Dosis eine Infektion gemeldet. „Dass man trotz Impfung infiziert wird, ist nicht der Normalfall. Diese Zahlen machen mir Sorgen“, sagt Gesundheitsamts-Chef Johannes Nießen dem Blatt.

Dass es zu einer Infektion nach der Impfung kommt, kann laut Robert Koch-Institut mehrere Gründe haben. Einerseits schützt keine Impfung zu 100 Prozent, andererseits können auch Infektionen, die kurz vor der Impfung geschehen, problematisch werden. In Köln haben bisher insgesamt 474.936 Personen eine Erstimpfung erhalten. Die Zahl der Personen, die sich dennoch infiziert haben, sei daher noch nicht akut.

Scharfe Kritik an Aufhebung der Impfpriorisierung in Bayern & Baden-Württemberg

Update vom 12. Mai, 13.59 Uhr: In Bayern und Baden-Württemberg dürfen Hausärzt:innen nun ungeachtet der staatlichen Priorität impfen. Dieser Schritt stößt nicht überall auf Gegenliebe, es gibt auch harsche Kritik. So hat die Deutsche Stiftung Patientenschutz die Freigabe aller Corona-Impfstoffe in den Arztpraxen kritisiert. Solange es nicht genügend Impfstoff gebe, setze die Politik mit einer solchen Entscheidung einen „Spaltpilz“ in die Gesellschaft, sagte Vorstand Eugen Brysch am Mittwoch in Dortmund der dpa. „Nicht die Priorisierung ist der Hemmschuh beim Impffortschritt, sondern einzig der Mangel an Impfstoff.“

Mit der Aufhebung in Praxen erhöhe man den Impfdruck auf Ärzt:innen und schaffe Frust in der Gesellschaft. Es werde nicht nur die Aggression zwischen Arzt und Patient, sondern auch Konflikte zwischen den Generationen steigern. „Aber damit hat dann ein Minister oder eine Ministerin nichts mehr zu tun.“

Impfung für Kinder und Jugendliche - bis Ende der Sommerferien soll das Angebot kommen

Update vom 12. Mai, 11.53 Uhr: Ein Impfangebot für Jugendliche soll - im Falle einer Zulassung - in Abstimmung mit den Bundesländern „bis Ende der Sommerferien“ möglich gemacht werden. Dabei müssten die Kinder- und Jugendärzt:innen natürlich in die Kampagne einbezogen werden, so Spahn. „Das war nie anders gedacht.“ Er sei optimistisch, dass dies gelingen könne. Die Entscheidung, sich impfen zu lassen, liege dann bei den Jugendlichen oder je nach Alter bei ihren Eltern.

Auch der europaweite digitale Impfpass soll zeitnah kommen. Bis Ende Juni soll er einsatzbereit sein. Ein genaues Datum konnte Spahn aber nicht nennen. Ein paar Wochen früher wären besser gewesen, räumt er ein. Aber es gehe darum, eine EU-weite Lösung zu finden. „Wenn uns dies gelingt, setzen wir einen weltweiten Maßstab“, so der Gesundheitsminister weiter.

Neue Einreiseregelung für Deutschland - Spahn kündet einheitliche Maßnahmen an

Jens Spahn kündigt neue Einreise-Regelung für Deutschland an.

Update vom 12. Mai, 11.18 Uhr: Jens Spahn hat nun das Wort. Er kündigt an, dass eine einheitliche Einreiseverordnung beschlossen wurde. Bereits im Vorfeld der Pressekonferenz war eine mögliche Einigung aller Bundesländer durchgesickert. Demnach sollen unter anderem für vollständig Geimpfte und Genesene Testpflichten und Quarantänevorgaben wegfallen - es sei denn man kommt aus einem Gebiet mit ansteckenderen Virus-Varianten.

Zur aktuellen Lage erklärt der CDU-Politiker, dass die Entwicklung durchaus positiv sei. Man müsse aber besonders jetzt aufpassen, dass aus „Zuversicht nicht Übermut“ werde. Denn wie die Situation in Deutschland im Sommer letztlich sei, bestimme sich in den nächsten Wochen. Daher sei es wichtig, weiter Vorsicht walten zu lassen. Außerdem mahnt er: „Wir haben nur eine Wahl: Entweder man wird geimpft, oder man wird infiziert. Jeder wird das Virus erleben.“ Die Entwicklung von Medikamenten sei daher wichtig.

„Wir sind auf einem guten Weg“, sagt auch RKI-Chef Lothar Wieler im Anschluss. Bisher sei viel erreicht worden, erklärt er und bittet darum, jetzt nicht nachzulassen. Denn die Situation sei „weiterhin ernst“. Vollständig geimpft seien erst 10 Prozent der Bürger:innen, das genüge nicht, um die Neuinfektionen dauerhaft aufzuhalten. Man müsse „eben auch Kontakte reduzieren, Abstand halten, Maske tragen, lüften. Bitte nehmen Sie Testangebote wahr.“ Verzichten könne man auf die Maßnahmen erst dann weitgehend, wenn „deutlich über 80 Prozent“ geimpft sind.

Medikamente gegen Corona: 300 Millionen Euro für neue Forschungsförderung in Deutschland

Update vom 12. Mai, 11.07 Uhr: In einer Pressekonferenz informieren Jens Spahn (CDU), Lothar Wieler und Anja Karliczek (CDU) über die aktuelle Corona-Lage und die Situation der Forschung hinsichtlich von Corona-Medikamenten. Zu Beginn spricht die Bundesministerin für Bildung und Forschung und betont die Wichtigkeit von Medikamenten gegen Corona. Die Pandemie sei noch nicht vorbei, man sei aber schon weit gekommen. „Das sage ich als Forschungsministerin nicht ohne Stolz, das ist ein Verdienst der Wissenschaft.“ 

Neben der Impfung seien diese Medikamente ein zentrales Instrument, um Infizierte bestmöglich zu behandeln. Denn nicht jeder wolle oder könne sich impfen lassen. Karliczek kündigt ein Förderprogramm über 300 Millionen Euro für die Entwicklung von Arzneimitteln an. Bisher habe sich „jeder Cent an Forschungsförderung“ ausgezahlt. Man müsse der Pandemie „in den nächsten Jahren den Schrecken nehmen“.  

Corona-Zahlen im Sinkflug: Jens Spahn warnt vor Übermut

Erstmeldung vom 12. Mai: München - Die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus fällt immer weiter. Die Impf-Kampagne zieht in Sachen Tempo ordentlich an. In Deutschland macht sich Hoffnung auf ein baldiges Ende der Maßnahmen breit. Doch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) warnt vor vorschneller Freude.

Tatsächlich haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 14.909 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Mittwochmorgen hervor und bestätigt den positiven Trend der letzten Tage. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 18.034 Neuansteckungen gelegen. Damit sinkt auch die 7-Tage-Inzidenz, die als wichtiger Indikator für die Lockerung oder Schärfung von Corona-Maßnahmen gilt. Sie liegt am Mittwoch bei 107,8. Am Vortag betrug sie noch 115,4 und vor genau einer Woche sogar noch 132,8.

Jens Spahn warnt vor Übermut: „Sonst holt uns das viel zu schnell wieder ein“

Das sei ein Grund für „Zuversicht“ erklärt Jens Spahn* im Gespräch mit Deutschlandfunk. In Deutschland könne es „ein guter Sommer werden“, so der CDU-Politiker. Allerdings nur dann, wenn „wir das zusammen bis Ende Juni durchhalten“. Denn die Fallzahlen könnten schnell wieder steigen, wenn jetzt vorschnell und übermütig gehandelt werde. Das sehe man in anderen Ländern. Aber er bestätigt auch: „Wir haben Grund zur Zuversicht. Die dritte Welle ist gebrochen.“

Voraussetzung für die sinkende Inzidenz und weitere Lockerungen ist auch die Impfkampagne*, die nach einem stotternden Start nun immer mehr an Fahrt aufnimmt. Schon Ende Juni soll die Impfpriorisierung in der Bundesrepublik aufgehoben werden. Bereits jetzt kann sich jede:r in Hausarztpraxen mit Astrazeneca impfen lassen. Auch für das Vakzin von Johnson&Johnson wurde die Rangfolge aufgehoben.

Jens Spahn informiert regelmäßig in Pressekonferenzen zur Corona-Lage.

Öffnungsschritte in den Bundesländern: So reagieren sie auf sinkende Corona-Zahlen

Diese Entwicklung macht sich in vielen Bundesländern bereits jetzt an konkreten Lockerungen der Pandemie-Regeln bemerkbar. So fallen nach und nach nächtliche Ausgangsbeschränkungen weg, die Außengastronomie darf bei Inzidenzen unter 100 öffnen und auch für den Tourismus gibt es Perspektiven. Aktuell fallen die Öffnungsschritte je nach Bundesland aber noch sehr unterschiedlich aus. An einheitlichen Regelungen für bestimmte Bereiche wird gearbeitet.

Zur aktuellen Lage und der Situation von Corona-Forscher:innen berichten der Gesundheitsminister und RKI-Chef Lothar Wieler am Mittwoch in ihrer turnusmäßigen Pressekonferenz. (mam/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Bodo Schackow

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