Experte äußert schlimme Befürchtung

„Dritte Welle könnte heftiger werden als alles, was wir bislang gesehen haben“

Es ist passiert, was viele Corona-Experten vermutet haben. Nachdem in Deutschland seit dem 8. März gelockert wird, sind die Fallzahlen wieder deutlich angestiegen. Uns stehe unmittelbar eine dritte Welle bevor.

Berlin - Aller schlechten Dinge sind drei! Deutsche Wissenschaftler warnen: Wir rasen voll in die dritte Welle hinein. Und die aktuellen Corona-Zahlen geben ihnen recht. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitagmorgen (19.3.) meldete, wurden in den vergangenen 24 Stunden fast 17.500 Menschen offiziell auf das Coronavirus getestet. Das sind rund 5.000 mehr als noch am Freitag der vergangenen Woche.

Auch die aktuelle Sieben-Tage-Inzidenz des Landes macht wenig Mut. Innerhalb von einer Woche sind die gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner bundesweit erneut deutlich angestiegen. Lag der Inzidenzwert am Mittwoch laut RKI noch bei 86,2, erhöhte er sich am Donnerstag auf 90, um am Freitag bei 95,6 zu stehen (Stand: 19.3.). Wir nähern uns rasant der symbolischen 100er-Marke. Vor einer Woche lag der Wert noch bei 65,4!

Ein Archivfoto aus Burghausen (Oberbayern) vom 30.12.: Polizisten kontrollieren die nächtliche Ausgangssperre.

Corona-Zahlen steigen deutlich an - Sieben-Tage-Inzidenz nähert sich der 100er Marke

Viele Zahlen, wenig Hoffnung. Für Pandemie-Forscher Thorsten Lehr von der Universität des Saarlandes sind die Gründe für die steigenden Zahlen einfach zu erklären. In der ARD-Sendung Kontraste warnt er daher vor einer dritten Welle: „Zum einen haben wir die Lockerungen, zum zweiten haben wir die Mutanten, die sich gerade relativ stark ausbreiten. Und da haben wir eine sehr explosive Mischung.“ Nach seinem Covid-19-Simulator reißen wir in Kürze die 100er-Inzidenz, zu Ostern Anfang April droht ein Wert von weit über 200. „Die dritte Welle könnte heftiger werden, als alles was wir bislang gesehen haben“, prognostiziert der Wissenschaftler.

Mit anderen Worten: Die Fallzahlen würden wieder exponentiell ansteigen. Im ARD-Morgenmagazin kritisiert Dirk Brockmann, Corona-Experte des RKI, die Aufweichung des Lockdowns: „Wir sind genau in der Flanke der dritten Welle. Da gibt es gar nichts zu diskutieren. Und in diese Flanke hinein wurde gelockert“, so der Physiker: „Das heißt, das ist total irrational gewesen, hier zu lockern. Das befeuert nur das exponentielle Wachstum. Und wir müssen nun sehen, was die nächsten Tage bringen.“ Die Antwort ist simpel: Steigende Zahlen!

Coronavirus: Experte warnt vor steigenden Todeszahlen

Anfang März verkündete NRW-Ministerpräsident und CDU-Chef Armin Laschet noch vollmundig einen Dreiklang zur Pandemie-Bekämpfung: „testen, impfen, digitale Lösungen“. Wie die ARD-Sendung Kontraste berichtet, sei von den über 80-Jährigen gerade mal die Hälfte geimpft. Das Problem? Der fehlende Impfstoff und der schlechte Einsatz des vorhandenen Impfstoffes. Von den 12,5 Millionen erhaltenen Impfdosen werden aktuell 2,5 Millionen zurückgehalten - für Zweitimpfungen. Unverständlich für viele Experten.

Schon in der zweiten Welle der Pandemie ist die Zahl der Corona-Toten deutlich angestiegen. Laut RKI starben im Dezember und Januar jeweils mehr als 21.000 Menschen am Virus. Im Frühjahr 2020 zu Beginn der Corona-Pandemie starben im März 1122 Menschen, im April 6047 und im Mai 1574. Professor Thorsten Lehr malt ein schwarzes Bild für die nächsten Wochen: „Die Fallzahlen werden auch in den Krankenhäusern wieder ansteigen und auch die Todeszahlen werden wieder ansteigen. Das bringt einfach die Steigerung der Infektionszahlen mit sich.“ Alle aktuellen Entwicklungen in München lesen Sie hier.

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