Gesundheitsexperte skeptisch

Trotz Corona: Band veranstaltet dank spektakulärer Idee Konzert - Frontmann spricht von „sehr seltsamer Veranstaltung“

Seit fast einem Jahr finden weltweit keine Konzerte und Festivals mehr statt. Die US-Rockband Flaming Lips konnten mit einer genialen Idee trotz Corona ein Konzert veranstalten.

  • Aufgrund der Corona-Krise sind nahezu alle Konzerte und Festivals ausgefallen.
  • Viele Künstler gerieten dadurch in große finanzielle Schwierigkeiten.
  • Die US-Band Flaming Lips hatte jetzt einen genialen Einfall, um trotz Corona ein Konzert zu geben.

Oklahoma City - Die Corona-Maßnahmen haben die Kultur- und Konzertszene weitestgehend zum Erliegen gebracht. Autokonzerte und Livestreams waren zwar eine gelungene Abwechslung für den ansonsten monotonen Corona-Alltag, doch eine wirkliche Alternative zu echten Konzerten stellten sie nicht dar. Die US-Rockband Flaming Lips könnte jetzt mit einem neuen Konzept, große Konzerte auch während der Corona-Krise wieder ermöglichen.

Corona-Konzert: Flaming Lips punkten mit genialer Idee

Die Band Flaming Lips aus Oklahoma City gab vergangenes Wochenende ein Live-Konzert der besonderen Art. Aufgrund eines genialen Hygienekonzepts, konnte die Band eine fulminante Liveshow hinlegen - trotz Corona. Möglich wurde das Ganze durch Plastikbälle. Jedes Bandmitglied sowie alle Zuschauer wurden in geräumige Plastikbälle, sogenannte Space Bubbles, gepackt. Durch die Plastikbälle wurden zum einen der notwendige Sicherheitsabstand eingehalten und zum anderen die Gefahr einer Ansteckung durch Speichel oder Aerosole stark verringert.

Konzert während Corona: „Es ist ein sehr eingeschränktes, seltsames Ereignis“

Bis zu drei Personen konnten in einem Plastikball Platz nehmen. Jeder der Space Bubbles war zu dem mit einem Lautsprecher, Wasserflasche, Ventilator, Handtuch und ein Schild versehen, falls jemand die Toilette benutzen musste oder wenn es zu heiß wurde. „Es ist eine sehr eingeschränkte und seltsame Veranstaltung“, sagte der Frontmann der Band, Wayne Coyne, letzten Monat zu Rolling Stone. „Aber diesen verrückten Kram machen wir, damit wir ein Konzert genießen können, ohne unsere Familien und andere in Gefahr zu bringen.“

In dem Konzertraum waren 10 mal 10 Plastikbälle verteilt. Vor Beginn des Konzertes verteilten sich die rund 200 Zuschauer auf die Space Bubbles. Dabei galt natürlich die Maskenpflicht. Die Space Bubbles wurden anschließend aufgeblasen und das Konzert konnte beginnen. Um das Infektionsrisiko möglichst gering zu halten, rollten die Besucher nach dem Konzert in den Space Bubbles zum Ausgang.

Corona-Konzert: Band spielte schon lange mit der Idee

Die Idee ist dabei keineswegs neu für die Band. Bereits seit Jahren kommen die Space Bubbles bei Konzerten der Flaming Lips zum Einsatz. Seit Herbst vergangenen Jahres experimentierte die Band und ihre Crew-Mitglieder an dem Konzept. Ursprünglich waren die Konzerte für Dezember angesetzt, aufgrund der hohen Infektionszahlen in Oklahoma City wurden die Konzerte aber auf den Januar 2021 verschoben.

Bereits vor Corona ließ sich Frontsänger Wayne Coyne in einem Plastikball durch die Menge tragen.

Die New York Times erkundigte sich bei einem Gesundheitsexperten, ob das Konzept der Band denn auch wirklich sicher ist. Dr. Sandro Galea, Dekan der Boston University of Public Health, äußerte sich etwas besorgt über das Konzert: „Es gibt keine Hinweise für die Wirksamkeit dieser Plastikbälle unter dem Gesichtspunkt der Übertragung von Infektionskrankheiten.“ Vielmehr sei zusätzlich eine effektive Luftfilterung notwendig. Schutzbarrieren wie die Space Bubbles seien hilfreich, würden aber keinen ausreichenden Schutz darstellen, so der Gesundheitsexperte gegenüber der New York Times. (phf)

Rubriklistenbild: © Jose Coelho/dpa

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