Aktuelle Lage im PK-Ticker

RKI-Chef Wieler warnt vor „fulminantem Verlauf“ der Herbst-Welle - Spahn mit wichtigem Appell

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und RKI-Chef Lothar Wieler  auf einer Pressekonferenz in Berlin.
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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und RKI-Chef Lothar Wieler auf einer Pressekonferenz in Berlin (Archivfoto).

Es ist genug Impfstoff da, doch die Impfquote ist viel zu niedrig. Spahn und RKI-Chef Wieler äußern sich am Mittwoch auf einer Pressekonferenz zur Impfkampagne.

  • Mit Blick auf den Herbst und Winter ist die Corona-Impfquote in Deutschland viel zu niedrig.
  • Bundesgesundheitsminister Spahn und RKI-Chef Wieler haben am Mittwoch (8. September) über den Stand der Impfkampagne informiert.
  • Die Pressekonferenz in Berlin können Sie hier im Ticker nachlesen.

Update vom 8. September, 18.40 Uhr: Abseits von den Einschätzungen des RKI bleibt es ebenfalls interessant: Die Virologen Christian Drosten und Hendrik Streeck sollen in der Coronavirus-Pandemie in Deutschland* nicht das beste Verhältnis haben. Jetzt sickern angeblich brisante Infos zum Experten-Streit durch (siehe Link).

Corona-Pressekonferenz mit RKI-Chef Wieler und Spahn - Appell für weitere Impfungen

Update vom 8. September, 11.56 Uhr: Die gemeinsame Pressekonferenz mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und RKI-Chef Lothar Wieler ist beendet.

Die wichtigsten Punkte der PK in Berlin haben wir hier für Sie zusammengefasst:

  • Spahn und RKI-Chef Wieler appellieren eindringlich erneut an die Bevölkerung, sich gegen Corona impfen zu lassen.
  • Die Impfquote in Deutschland ist momentan viel zu niedrig.
  • RKI-Chef Lothar Wieler warnte, dass die vierte Welle einen „fulminanten Verlauf“ nehmen könnte, wenn die Impfquoten nicht steige (Update, 11.10 Uhr).
  • Nächste Woche wirbt die Bundesregierung verstärkt für die Corona-Schutzimpfung. Auch der Handel unterstützt mit Plakaten und Aktionen an vielen Orten die Impfkampagne (Update, 11.16 Uhr).

Update vom 8. September, 11.44 Uhr: Ein Corona-Impfstoff für Kinder soll laut RKI-Chef Wieler im nächsten Jahr kommen. „Wir müssen dafür sorgen, dass sich die Kinder nicht infizieren“, betont Wieler auf die Frage einer Journalistin. Deswegen sei aus Sicht des RKIs wichtig, dass alle ab 12 Jahren sich impfen lassen und gleichzeitig in den Kitas und Schulen die Maßnahmen aufrechtzuerhalten. Kinder erkranken weniger schwer als Erwachsene, das hätten Daten bisher gezeigt. Doch es gäbe auch Kinder, die schwer an Covid-19 erkranken, auf Intensivstationen behandelt werden müssen. Vieles sei allerdings noch unklar. Umso wichtiger sei es präventiv Kinder zu schützen.

„Kinder haben auf viele verzichten müssen in der Pandemie. Impfmuffel sollten sich das mal überlegen“, wirft Jens Spahn ein. Und wiederholt: Impfen sei eine persönliche Entscheidung, doch eine Entscheidung, die viele andere betrifft.

Corona: Wieler warnt - „Viele nehmen die Krankheit immer noch nicht ernst“

Update vom 8. September, 11.31 Uhr: „Viele Menschen nehmen die Krankheit immer noch nicht ernst“, so RKI-Chef Lothar Wieler auf Journalisten-Anfrage zu den Impfverweigerern. Es gäbe auch Skeptiker, die immer noch an der Sicherheit des Impfstoffs zweifeln würden. Deren Argumente seien beispielsweise „es sei bei dem Impfstoff alles so schnell gegangen.“

Update vom 8. September, 11.22 Uhr: 3G-Regeln, AHA-Regeln + L (Lüften) und Impfen seien für den Herbst und Winter festgelegt worden, sagt Spahn auf Anfrage eines Journalisten. 2G sei für private Anbieter eine Option beispielsweise eine Veranstaltung sicherer zu machen.

Update vom 8. September, 11.16 Uhr: Der Handelsverband unterstützt die Impfkampagne der Bundesregierung unter dem Motto „Leben statt Lockdown“. Es sei eine breite Allianz, die dafür zusammengeschlossen habe. Es sei wichtig, einen Neustart auch in den Innenstädten zu erreichen, so Stefan Genth vom Handelsverband Deutschland (HDE). So sollen täglich Millionen von Kundinnen und Kunden erreicht werden.

Auch RKI-Chef Lothar Wieler appelliert an Impfmuffel

Update vom 8. September, 11.10 Uhr: „Bitte lassen Sie sich impfen“, appelliert RKI-Chef Lothar Wieler. Alle möchten so sicher, wie möglich durch den Herbst und Winter kommen, sagt Wieler. Jede Impfung würde dabei helfen, die Pandemie einzudämmen. „Jeder, der sich nicht impfen lässt, wird früher oder später an Sars-CoV-2 erkranken.“ Die Impfung hätte zahlreiche Krankenhauseinweisungen und auch Todesfälle in Deutschland verhindert, wie das RKI berechnet habe. RKI-Chef Lothar Wieler warnte, dass die vierte Welle einen „fulminanten Verlauf“ nehmen könnte, wenn die Impfquoten nicht steige. Die Corona-Patienten auf den Intensivstationen würden immer jünger - und das liege vor allem daran, dass sich einige Menschen nicht impfen lassen.

Update vom 8. September, 11.06 Uhr: Impfen bleibt eine persönliche Entscheidung, betont Spahn. Doch es gehe auch darum, andere zu schützen. Deutschland habe viel in der Corona-Pandemie erreicht. Er verweist auf die Erfolge auch beim Impfen. „Wir haben das Mittel in der Hand, raus aus der Pandemie zu kommen.“

Spahn: „Impfen, impfen, impfen“

Update vom 8. September, 11 Uhr: „Impfen, impfen, impfen“, sei nach Bundesgesundheitsminister Jens Spahn das Thema der Stunde. Ziel sei es, die Impfquoten hochzubringen, betont Spahn. An den Informationen sei niemand in den letzten Monaten vorbeigekommen. Vielleicht fehlte es an Gelegenheiten, beispielsweise am Sportplatz und beim Einkaufen. Eine gemeinsame Impfwoche mit Bund, Ländern, Kommunen und vielen anderen Akteuren soll nächste Woche starten.

Update vom 8. September, 10.57 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und RKI-Chef Lothar Wieler geben nach einer längeren Pause wieder gemeinsam eine Pressekonferenz zur Corona-Lage in Deutschland. Es geht vor allem um den Stand der Impfkampagne.

Update vom 8. September, 10.42 Uhr: Etwa 17 Millionen Erwachsene sind in Deutschland nach wie vor ungeimpft. Die Impfquote liegt aktuell bei 61,5 Prozent (vollständig geimpft). Um einen Corona-Ausbruch im Herbst zu verhindern, ist nach Ansicht von Ärzten und Experten eine höher Impfquote dringend nötig. Vor allem auch um Kinder zu schützen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn lobt die Impfkampagnen in Bremen, Nordrhein-Westfalen, dem Saarland und Schleswig-Holstein.

„66% (54,9 Mio) sind mindestens einmal geimpft, 61,6% (51,2 Mio) haben vollen Impfschutz. Bremen, NRW, Saarland oder Schleswig-Holstein zeigen, dass es geht: Wenn wir Impfquoten wie in diesen Ländern in ganz erreichen, wird es ein sicherer Winter für uns alle“, twittert Spahn am Mittwoch.

Corona-Impfkampagne stockt - Spahn und RKI-Chef äußern sich zur Lage

Erstmeldung vom 8. September 2021

Berlin - Die Corona-Neuinfektionen in Deutschland steigen unerbittlich, beim Impfen geht es aber nicht voran. Die Impfquote ist mit Blick auf den Herbst und Winter viel zu niedrig. Die vierte Corona-Welle lässt sich nach Ansicht von Experten so kaum abflachen. „Die Impfquote geht uns alle an“, twitterte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Montag. Im September brauche es eine gemeinsame Kraftanstrengung.

Die Bundesregierung will mit einer bundesweiten Aktionswoche vom kommenden Montag an Schwung in die Impfungen bringen. Gemeinsam mit den Ländern ruft sie dazu auf, an möglichst vielen Orten einfach wahrzunehmende Angebote zu machen - etwa in Sportvereinen, bei der freiwilligen Feuerwehr, in Apotheken oder Mehrgenerationenhäusern - mit dem Motto: „Hier wird geimpft“. Auf der Internetseite www.hierwirdgeimpft.de sollen Impfangebote zu finden sein. 

Corona in Deutschland - PK mit Spahn und Wieler in Berlin

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will sich an diesem Mittwoch mit dem Chef des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, zum Stand der Impfkampagne äußern. Auch Stefan Genth vom Handelsverband Deutschland (HDE) und Patrick Zahn von KiK Textilien sollen bei der Pressekonferenz dabei sein.

Ärztepräsident Reinhardt fordert Neustart der Corona-Impfkampagne

Ärztepräsident Klaus Reinhardt fordert deshalb einen Neustart. Viele Ungeimpfte seien keine überzeugten Impfverweigerer, sagte der Präsident der Bundesärztekammer der Deutschen Presse-Agentur. „Um diese Unentschlossenen zu erreichen, muss die Impfkampagne in Deutschland komplett neu aufgestellt werden.“ Die Aufforderung „Ärmel hoch“ habe anfangs genützt. „Jetzt aber brauchen wir viel zielgenauere Kommunikationsmaßnahmen und niedrigschwellige Impfangebote.“ Gefragt seien kreative Konzepte.

„Wir machen uns langsam das Gesundheitssystem kaputt“

Der Direktor der Virologie am Universitätsklinikum Essen warnte vor einer Überlastung der Intensivstationen. „Wir machen uns langsam das Gesundheitssystem kaputt“, sagte Ulf Dittmer der Rheinischen Post. In seiner Klinik liege die Zahl der Kranken mit schweren Symptomen bei 23. Davon seien 20 ungeimpft, der Jüngste sei 20 Jahre alt. Dittmer forderte deshalb eine Diskussion über die Impfpflicht. „Darüber müssen wir reden“, sagte er. Schon jetzt gebe es in Nordrhein-Westfalen (NRW) keinen freien Platz mehr für die Behandlung mit einer Herz-Lungen-Maschine.(dpa/ml) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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