Lebenslange Haftstrafe droht

Tausende Impfdosen gestohlen und weiterverkauft: Gefängnisarzt und drei weitere Verdächtige festgenommen

Handel mit gestohlenen Corona-Impfdosen: In Indonesien wurden deshalb vier Menschen festgenommen. Zu den Verdächtigen zählt ein Gefängnisarzt und ein Mitarbeiter der Gesundheitsbehörden.

München - Weltweit sind die Corona-Impfstoffe der große Hoffnungsträger im Kampf gegen die Pandemie. Betrug, wie etwa das Fälschen von Impfausweisen oder der Diebstahl von Impfstoff-Dosen sind dabei kein Novum. In Indonesien wurden vier Verdächtige wegen des Handels mit gestohlenen Corona-Impfdosen festgenommen.

Corona in Indonesien: Amtsarzt und Mitarbeiter der Gesundheitsbehörden zweigen Impfstoff ab

Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, werden die Verdächtigen beschuldigt, den eigentlich für Häftlinge bestimmten Impfstoff weiterverkauft zu haben. Demnach hatten sie mehr als tausend Impfdosen aus Lieferungen an Gefängnisse abgezweigt. Diese hatten sie schließlich Käufern in der indonesischen Hauptstadt Jakarta und auf der Insel Sumatra für umgerechnet je 14 Euro pro Stück angeboten. Zu den Verdächtigen zählt ein Gefängnisarzt der Stadt Medan sowie ein Mitarbeiter der Gesundheitsbehörden. Im Falle einer Verurteilung droht den Festgenommenen eine lebenslange Haftstrafe.

Corona in Indonesien: Impfstoffe sind knapp

Wie viele andere Länder wurde Indonesien hart von der Corona-Krise getroffen. 1,7 Millionen Corona-Infektionen und fast 50.00 Covid-19-Todesfälle wurden registriert. Impfungen gegen das Virus sind in dem Land mit seinen rund 270 Millionen Einwohnern normalerweise kostenlos. Der Impfstoff in Indonesien ist jedoch knapp. Viele Menschen konnten sich deshalb noch nicht impfen lassen.

Vorrangig werden in Indonesien Mitarbeiter in Krankenhäusern und andere Risikogruppen geimpft. Zu ihnen zählen auch die Insassen der überfüllen indonesischen Gefängnisse. Menschenrechtsgruppen hatten wegen prekärer Zustände in den Haftanstalten vor einer schnellen Ausbreitung des Coronavirus unter den Häftlingen gewarnt.

Auf der Insel Sumatra war erst kürzlich ein weiterer Corona-Skandal aufgeflogen: Mitarbeiter hatten am Flughafen in Medan Wattestäbchen für Corona-Tests gewaschen und wiederverwendet. Nach Angaben der Polizei wurden damit bei tausenden Passagiere Abstriche vorgenommen.

Indes sinken in Deutschland die Corona-Fallzahlen. Ein Bundeslang plant den Tourismus-Neustart schon ab Freitag. (afp/mbr)

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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