Urlaubsreisen ins Ausland trotz Pandemie

Corona-Reise-Verbot nach Mallorca-Eklat? Entscheidung gefallen - Merkel kann sich nicht durchsetzen

Die Mallorca-Reisen vieler Deutscher sorgen bei Angela Merkel für eine Verstimmung. Doch ein Verbot von Auslands-Reisen wird es in der Corona-Krise vorerst nicht geben.

Berlin - Es war eines der großen Streit-Themen auf dem letzten Bund-Länder-Gipfel zur Coronavirus-Pandemie: Viele Deutsche buchten zuletzt Flugreisen nach Mallorca. Das sorgte für Unruhe bei Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Landes-Fürsten. Doch ein Urlaubs-Verbot im Ausland wird es wohl nicht geben, wie nun bekannt wurde.

Die hitzige Diskussion bei der Konferenz führte letztlich dazu, dass die Bundesregierung genau darüber nachdachte: Reisen in beliebte Urlaubsgebiete sollten vorübergehend unterbunden werden. Man fürchtet, dass sich besonders die ansteckenderen Mutanten des Coronavirus beim Zusammenkommen von Menschen aus vielen Ländern schnell ausbreiten würden.

Corona-Zwist um Mallorca-Urlaub: Angela Merkel kann sich nicht durchsetzen

Es könne doch nicht sein, dass man nicht in der Lage sei zu verhindern, dass Menschen nach Mallorca fliegen, aber in Flensburg ein 15-Kilometer-Bewegungsradius durchgesetzt werden könne, hatte Kanzlerin Merkel am Mittwoch bei ihren Beratungen mit den Ministerpräsidenten gesagt. Die zuständigen Ressorts wurden gebeten, juristische Möglichkeiten zu prüfen.

Doch Urlaubsreisen ins Ausland werden nun trotz der Corona-Pandemie weiter grundsätzlich möglich sein. Ein Regierungssprecher verwies am Montagabend auf dpa-Anfrage auf die geltenden Bestimmungen für Reisende und sagte: „Eine darüber hinausgehende rechtliche Regelung ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht geplant“. Ein von Kanzlerin Merkel erteilter Prüfauftrag zur möglichen Unterbindung touristischer Reisen gelte derzeit formal als abgeschlossen.

Urlaubs-Reisen trotz Corona-Krise: Merkel-Regierung führt Testpflicht ein

Ein Vergleich: In Belgien und Großbritannien gibt es Ausreiseverbote aus touristischen Zwecken. „Die Bundesregierung bittet weiterhin alle Bürgerinnen und Bürger angesichts der steigenden Infektionszahlen und der damit verbundenen Risiken von Reisen im In- und Ausland abzusehen“, erklärte der Regierungssprecher aus Berlin weiter: „Auf die bestehenden Einreisebestimmungen, insbesondere die neue Testnachweispflicht für Beförderungen im Luftverkehr aus dem Ausland sowie auf die Test- und Quarantänepflichten bei der Rückreise aus Risikogebieten, wird verwiesen.“

Zumindest eine generelle Corona-Testpflicht für alle Passagiere, die nach Deutschland fliegen, wurde inzwischen eingeführt und gilt ab Dienstag (30. März). Dafür muss man bereits vor dem Start im Abflugland einen Test machen. Wer der Fluggesellschaft keinen Nachweis über ein negatives Ergebnis vorlegen kann, darf nicht in die Maschine einsteigen.

In Deutschland stoppte derweil ein Kreis die Impfung mit Astrazeneca. Münchens OB Reiter stufte eine bestimmte Notbremsen-Regel unterdessen als „realitätsfern“ ein. (dpa/rjs)

Rubriklistenbild: © Clara Margais/dpa

Auch interessant

Kommentare