„Entführung“

200 Schüler auf Mallorca in Corona-Zwangsquarantäne randalieren und machen Lärm - Polizei muss anrücken

Ein Polizist steht vor dem Hotel, in dem mehr als 200 Schüler in Corona-Zwangsquarantäne gesetzt wurden.
+
Ein Polizist steht vor dem Hotel, in dem mehr als 200 Schüler in Corona-Zwangsquarantäne gesetzt wurden.

Die Zwangsquarantäne für mehr als 200 Schüler auf Mallorca sorgt für Wirbel. Diese wehrten sich. Die Polizei musste eingreifen. 

Mallorca / München - In Spanien war ein heftiger Streit über die Corona-Zwangsquarantäne für mehr als 200 teils noch minderjährige Schüler in einem Hotel auf Mallorca entbrannt. Die Regionalregierung hatte die Jugendlichen aus verschiedenen spanischen Regionen zwangsweise in das Hotel „Palma Bellver“ eingewiesen, weil sie engen Kontakt zu positiv auf das Coronavirus getesteten Schüler hatten.

Vandalismus und Lärm: Eingesperrte Schüler protestieren sich gegen Zwangsquarantäne

Viele protestierten in den sozialen Medien und mit Transparenten an den Balkonen ihrer Hotelzimmer gegen die zehntägige Quarantäne. Sie sprachen von „Entführung“. Beschwerden von Nachbarn über laute Musik aus dem „Palma Bellver“ sowie über auf die Straße geworfene Gegenstände führten indessen dazu, dass die Polizei nach eigenen Angaben dort mehrfach erschien. Die Zeitung Diario de Mallorca berichtet unter Berufung auf die Polizei von Vandalismus und Lärm. Eine nahegelegene Bar soll unter anderem Alkohol an die jungen Leute verkauft haben. Zwei Schüler hatten am Dienstagabend schließlich sogar ohne Genehmigung das „Palma Bellver“ verlassen.

Mallorca: 51 positiv getestete Schüler müssen in Quarantäne bleiben

Die meisten der spanischen Schüler, die negativ auf das Coronavirus getestet worden waren, sind am Donnerstag (1. Juli) aus der Zwangsquarantäne zu ihren Heimatregionen aufgebrochen. Sie sollten per Schiff nach Valencia gebracht werden, schrieb die Zeitung Última Hora. Einige wenigen seien schon am Vorabend auf eigene Faust per Flugzeug abgereist.

Am Mittwoch (30. Juni) hatte ein Gericht die von der Regionalregierung angeordnete Einweisung der Schüler in das eigens angemietete Corona-Hotel für rechtswidrig erklärt und die Freilassung der teilweise minderjährigen Schüler angeordnet. Die Behörden hatten die Zwangsquarantäne für die Teilnehmer von Abiturfahrten mit den engen Kontakten der Schüler bei Partys zu positiv Getesteten begründet. Weitere 51 positiv getestete Schüler mussten in Quarantäne bleiben. Insgesamt gibt es nach Abiturfahrten von verschiedenen Abschlussjahrgängen auf Mallorca mehr als tausend Corona-Fälle.

In Deutschland wächst indes die Kritik an der UEFA. Horst Seehofer kritisierte volle EM-Stadien auf einer Pressekonferenz, Jens Spahn stimmte ihm zu. (mbr/dpa/afp)

Auch interessant

Kommentare