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Corona-Krise: Münchner Mediziner sagt Folge der Quarantäne voraus - viele haben es schon geahnt

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Von: Matthias Bieber

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Steht den Krankenhäusern rund um Weihnachten die nächste stressige Zeit bevor? Ein Sexualmediziner prophezeit einen Baby-Boom gegen Jahresende.
Steht den Krankenhäusern rund um Weihnachten die nächste stressige Zeit bevor? Ein Sexualmediziner prophezeit einen Baby-Boom gegen Jahresende. © dpa / -

Neun Monate nach Beginn der Corona-Krise in Europa und den USA ist Weihnachten. Dann könnte der Welt ein Baby-Boom ins Haus stehen. Sagt ein Münchner Mediziner, der seinen Teil dazu beitragen möchte.

München - Als 1965 in New York stundenlang der Strom ausgefallen war, soll es einen Baby-Boom gegeben haben. Neun Monate später, versteht sich. Doch der Blackout hielt nur ein paar Stunden an. Derzeit sprechen wir schon von Wochen, in denen wir wegen Corona in die eigenen vier Wände gedrängt* werden. Für den Münchner Sexual- und Partnerschaftsmediziner Axel-Jürg Potempa hat das auch sein Gutes. Denn der Doktor sagt: „An Weihnachten kriegen wir einen Baby-Boom!“

Der 52-Jährige beschreibt es so: „Die erste Reaktion auf die Corona-Ausbreitung und schließlich der Pandemie war Entsetzen: O Gott, was kommt da auf uns zu?! Dabei wurde vermehrt das Action-Hormon Adrenalin ausgeschüttet.“ Doch dabei blieb es nicht: Je länger der ,Hausarrest‘ dauert, desto mehr übernimmt das Hormon Dopamin das Sagen. Und das setzt ordentlich Energie frei. Die Folge: „Bei Beziehungen, die gut funktionieren, steigt die Lust, sich neu zu entdecken. Man übt vielleicht neue Rollenspiele, man hat mehr Lust, Tatendrang und Power.“

Corona-Krise: In „kokainähnlichem Rausch“ wird Verhütung vergessen

Und weil es gar zu einem „kokain­ähnlichen Rausch“ kommen könne, denke man auch nicht unbedingt an Verhütung*, formuliert es der Experte. Ausgenommen sind freilich alle, „die sich schon vor der Krise nichts mehr zu sagen hatten und auch jetzt der Zeit zu zweit nichts abgewinnen können“. Diese Paare können nun die Beziehung in ruhigen, stressfreien Gesprächen beenden.

Und dann gibt es noch die dritte Paargruppe: „Die hatte Angst davor, permanent zusammen zu sein, entdeckt sich und seine Beziehung jetzt aber ganz neu. Und damit auch den Sex. Kleine Missverständnisse werden nun ausgeräumt, und man entwickelt eine tolle, neue Zweisamkeit.“ Tatsächlich vermeldet übrigens der Kondomhersteller Ritex bereits verdoppelte Verkaufszahlen im März.

Potempa wirbt dafür, „die Krise als Chance zu sehen“. Und geht mit gutem Beispiel voran, wie er lächelt anfügt: „Ich habe meine Freundin - sie ist 19 Jahre jünger als ich - gefragt, ob sie ein Geschwisterchen für unsere Tochter will. Sie hat sich bis Wochenende Bedenkzeit erbeten.“

Video: Tipps gegen den Lagerkoller

Geburtenanstieg nach Stromausfall?

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs und

Sieht die Corona-Krise als Chance für Beziehungen: Sexual- und Partnerschaftsmediziner Axel-Jürg Potempa erwartet zu Weihnachten einen Baby-Boom.
Sieht die Corona-Krise als Chance für Beziehungen: Sexual- und Partnerschaftsmediziner Axel-Jürg Potempa erwartet zu Weihnachten einen Baby-Boom. © fkn

mit zunehmenden Wohlstand kam es in Europa und den USA zur Generation Baby-Boomer. Aber auch andere Ereignisse sollen zu einem regelrechten Baby-Boom geführt haben. Bekanntestes Beispiel ist der große Stromausfall in New York 1965. Neun Monate später berichtete die New York Times von einem deutlichen Geburtenanstieg. Andere Studien widersprechen dieser These - statistisch habe es keinen großen Anstieg gegeben. Die Theorie tauchte auch bei den nächsten großen Blackouts 1977 und 2003 wieder auf - auch hier ohne Nachweis.

In vergangenen Jahr war es zu einem Baby-Boom der kleineren Sorte gekommen - neun Kolleginnen waren gleichzeitig schwanger. Bisherige Studien lassen übrigens vermuten, dass Kinder häufig von Covid-19 betroffen sind, dies aber gar nicht bemerken.*

Eine Münchner Klinik muss unter Quarantäne gestellt werden, weil mehrere Patienten und Mitglieder des Personals infiziert wurden.

*merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

M. Bieber

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