Lockdown in Auckland

Neuer Lockdown in Auckland wegen einer einzigen Familie: Reaktion auf Mutation sorgt für Proteste

Rund sechs Monate lang gab es in Neuseeland keinen Lockdown mehr. Nun kam es aber zu Maßnahmen aufgrund von erwiesenen Fällen der Mutante B1.1.7 - Einwohner protestieren.

Auckland - Kein Covid-19 auf Neuseeland? Monatelang war der Inselstaat frei von Infektionen. Der Alltag schien für die Menschen dort schon lange zur Normalität zurückgekehrt sein. Doch am Valentinstag-Wochenende kam der Schock: insgesamt drei Menschen sollen im neuseeländischen Auckland positiv auf die britische Mutation des Coronavirus getestet worden sein, wie die Premierministerin Jacinda Ardern mitteilte.

Coronavirus: Mutation aus England erstmalig in Neuseeland angelangt

Laut Chris Hipkins, dem Minister für Corona-Maßnahmen handle es sich dabei um Mutter, Vater und Tochter. Die drei sollen die ersten Einwohner des Inselstaats sein, die die in Großbritannien verbreitete Coronamutation B.1.1.7 nach Neuseeland gebracht haben. Um eine mögliche Ausbreitung, der noch ansteckenderen Virusmutation zu verhindern, ordnete die neuseeländische Premierministerin nun einen dreitägigen Lockdown an. In Auckland wurden die Beschränkungen auf Warnlevel 3 ausgerufen, im restlichen Neuseeland auf Level 2.

Ministerpräsidentin Jacinda Arderns Leitsatz zum Coronavirus: „go hard, go early“.

Neben dem Lockdown sollen auch Massentests durchgeführt werden. Doch mit den strengen Maßnahmen stößt die Regierung auch auf viel Kritik. Laut Nzherald.co.nz gingen dutzende Menschen kurze Zeit nach der Bekanntgabe des Lockdowns zu Protesten auf die Straßen. Dabei demonstrierten sie vor dem Büro der Ministerpräsidentin gegen die ihrer Meinung nach viel zu harten Maßnahmen.

Neuseeland: Lockdown gegen Verbreitung der Coronavirus-Mutation sorgt für Proteste

Die Kritiker argumentierten, dass der Lockdown zu übertrieben sei, da sich nur eine Familie mit der Coronavirus-Mutation infiziert habe. All das, obwohl Jacinda Ardern noch am Sonntag, dem 14.02, zum Verständnis für ihre Maßnahmen aufgerufen hatte. Auch das Gesundheitsministerium bestärkte ihre Entscheidung und betonte, dass die auf die Virusmutation positiv getesteten Personen nur die „Entscheidung, schnell und robust zu handeln“ untermauerten, damit die Verbreitung möglichst verhindert werden kann.

Erster „Knallhart-Lockdown“ zahlte sich in Neuseeland aus

Die strengen Maßnahmen sowie die schnelle Reaktion der Regierung zahlte sich bisher aber jedenfalls schon deutlich aus. So kam Neuseeland mit seinen um die fünf Millionen Einwohnern vergleichbar gut durch die Krise. Insgesamt 25 Menschen starben in Verbindung mit dem Coronavirus, während sich nur 2000 infizierten. Der harte Lockdown, den die Ministerin schon frühzeitig anordnete, ermöglichte dem Inselstaat im Anschluss wieder zur Normalität zurückzukehren. So konnten die Neuseeländer in der Zwischenzeit ohne Maskenpflicht sogar in gefüllte Stadien gehen. (lp)

Rubriklistenbild: © Mark Mitchell/NZME

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