Nachmachen klappt nicht so gut

Nach Italien: Österreicher singt am Fenster, doch wird angeschrien - „Ruhe! So schee ist des net!“

Österreich, Coronavirus
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Ein Österreicher singt aus dem Fenster - doch einer gefällt das überhaupt nicht. 

Das Coronavirus hat unter anderem Österreich in einen Ausnahmezustand versetzt. Eine nett gemeinte Aktion geht nach hinten los.

  • Das Coronavirus* hat die ganze Welt im Griff. 
  • In Italien reagierten einige Bewohner auf kreative Weise auf die Situation. 
  • In Österreich wollten es die Bewohner nachahmen, mit eher mäßigem Erfolg. 

Wien - Das Coronavirus hält die ganze Welt auf Trapp. Auch in Italien* und Österreich* herrscht Ausnahmezustand. Wie man in Zeiten der Krise mit der Situation umgeht, haben vor allem die Italiener bewiesen, die beispielsweise in Siena oder in Mailand für herzzerreißende Videos sorgten. Die Einwohner, die sich in ihren Wohnungen aufhielten, „trafen“ sich auf den Balkonen und sangen zusammen. 

Das Gleiche wollten nun auch die Österreicher organisieren. Via Social Media ging ein Aufruf viral, der alle Österreicher auf den Balkon oder auf die Fensterbank bringen sollte, um ein Zeichen der Gemeinschaft zu setzen. „Alle Musiker in Österreich um Punkt 18 Uhr spielen mit ihrem Instrument ein großes Gratiskonzert für die Bevölkerung“, heißt es in einem Posting. 

Coronavirus in Österreich: Balkonsingen kommt nicht gut an

Doch die Österreicher konnten keine so fantastischen oder erwärmenden Mitschnitte ins Netz stellen. Nur vereinzelt ließen sich Leute zu einem Ständchen hinreißen. Selten wurde aus voller Kehle von vielen Wohnhäusern zusammen ein Lied geträllert. Auf dem Balkon waren Musiker eher alleine. In Wien versuchte sich einer mit einem italienischen Opernlied - zumindest hörte es sich so an. 

Doch einer Frau gefiel dieses Ständchen überhaupt nicht. Sie öffnete ihr Fenster und schrie den Hobbymusiker an. Im berühmten Schmäh sagte sie zu ihm: „Ruhe! So schee ist das net!“. Die Empörung der Frau ist im Nachdruck der Stimme deutlich zu hören. Das italienische Blut scheint für solch ein Event wohl deutlich besser geeignet zu sein. 

Eine Frau kommentierte darunter: „Hier wurde ein Fensterkonzert nach einem beherztem ‚So ... Und jetzt hoits de Bappn!‘ beendet“. „Hoits de Bappn“ ist Dialekt für „Haltet euer Mund“. 

Coronavirus und singen? Ist das in Deutschland auch möglich?

Ob es in Deutschland* auch solche Szenen gibt? Am Sonntagnachmittag, dem 15. März, wurde von Innenminister Horst Seehofer verkündet, dass einige Grenzen dicht sind und das öffentliche Leben, auch in Bayern, sehr eingeschränkt werden soll. Balkon-Gesänge, große Arien oder zusammen singen sind jetzt nicht charaktertypisch für die Deutschen. Man darf gespannt sein, wie solidarisch und gemeinschaftlich hierzulande mit der Ausnahmesituation umgegangen wird. Für skurrile Corona-Situationen sind auch die Amerikaner gut: Wie eine 93-Jährige mit sehr speziellem Hilferuf.

Es sind die kleinen Gesten, die zählen. Polizisten haben in der Corona-Krise mit einer ungewöhnlichen Tanzeinlage für eine tolle Aktion gesorgt. 

ank

*tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redakitonsnetzwerks

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