Die Fälle häufen sich

Brutaler Übergriff: Busfahrer weist Männer auf Corona-Maskenpflicht hin - die prügeln ihn arbeitsunfähig

Innerhalb kurzer Zeit ist es erneut zu einer brutalen Attacke auf einen Busfahrer gekommen - diesmal in Oldenburg. Es gab wieder Streit um die Maskenpflicht in der Corona-Pandemie.

  • Wegen der Corona-Pandemie ist das Tragen einer Maske im ÖPNV Pflicht - und eine wirksame Schutzmaßnahme.
  • Nun häufen sich Fälle, in denen sich Passagiere dagegen sträuben - und Gewalt gegen die Fahrer anwenden.
  • In Oldenburg kam es nun zu einer besonders widerlichen Attacke auf einen Busfahrer.

Oldenburg - Wieder ist ein Busfahrer Opfer einer Attacke aus Corona-Frust geworden: In Oldenburg haben zwei Unbekannten den Fahrer eines Linienbusses mehrfach beleidigt - und geschlagen. Der Anlass war offenbar, dass die Tatverdächtigen keinen Nasen-Mund-Schutz tragen wollten, auf dessen Tragepflicht im öffentlichen Nahverkehr sie der Fahrer mehrmals hinwies. Das berichtet der NRD. Die Attacke ereignete sich demnach in der Nacht vom 16. Juli gegen 23 Uhr.

Nun ermittelt die Polizei dem Bericht zufolge gegen zwei Männer wegen Körperverletzung und Beleidigung, und wertet dafür unter anderem das Material einer Video-Überwachungskamera aus. Bislang sind die Tatverdächtigen noch nicht gefasst.

Streit um Corona-Masken in Oldenburg eskaliert: Unbekannte prügeln Busfahrer arbeitsunfähig

„Der Busfahrer ist von den beiden Männern zunächst beleidigt worden“, zitiert der NRD einen Polizeisprecher. „Daraufhin hat er die Tür des Busses von innen zugemacht, um sie an die Polizei zu übergeben.“ Doch dann geschah das Unvorhergesehene: Die Männer öffneten die Bustür mit Gewalt und flüchteten - zuvor malträtierten sie den Fahrer jedoch mit Schlägen, so der NRD. Während der Attacke sollen sich fünf weitere Fahrgäste in dem Bus aufgehalten haben.

Oldenburg: Attacke wegen Maskenpflicht in ÖPNV kein Einzelfall

Der Fahrer erlitt bei dem Übergriff eine leichte Gehirnerschütterung - und ist seither arbeitsunfähig. Seine Kolleginnen und Kollegen seien tief betroffen, denn auch sie hätten schon häufiger mit uneinsichtigen Fahrgästen diskutieren müssen, sagte VWG-Betriebsleiter Carsten Atzler dem NRD: „Teilweise musste auch dort die Polizei hinzugezogen werden.“

Erst vor wenigen Tagen schlug in Bayern ein Fahrgast einem Busfahrer mit der Faust ins Gesicht, auch hier war der „Anlass", dass ihn die Maskenpflicht vermeintlich störte. Unfassbar eskalierte der Corona-Frust bereits in Frankreich: Dort konnten die Ärzte nach einer ähnlich gelagerten körperliche Attacke auf einen Busfahrer im Krankenhaus nur noch seinen Hirntod feststellen.

Corona-Maskenpflicht: Busfahrer in Frankreich tot nach „extremer Gewalt" durch frustrierte Männer

Gleich mehrere Passagiere hatten ihn zuvor brutal angegriffen. Der Fall im Südwesten des Landes sorgte international für große Anteilnahme. Vergangenen Montag wurde Philippe Monguillot, so der Name des Opfers, beigesetzt. Die französische Justiz beschuldigt zwei junge Männer des Totschlags. Sie sollen den Busfahrer laut den Ermittlern am 5. Juli mit „extremer Gewalt“ geschlagen und getreten haben. Zwei weiteren Männern wird Beihilfe und unterlassene Hilfeleistung vorgeworfen. Auch in Darmstadt wird eine Busfahrerin im Zusammenhang mit der Maskenpflicht angegriffen - und auch die Täterin war weiblich.

Rubriklistenbild: © Patrick Seeger / dpa

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