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Neue Studie: Warum die Booster-Impfung auch gegen Omikron wirkt

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Von: Felix Durach

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Ein junger Mann erhält in Potsdam die Booster-Impfung gegen das Coronavirus.
US-amerikanische Forscher haben weitere Erkenntnisse gesammelt, wieso eine Booster-Impfung gegen das Corona-Virus auch bei der Omikron-Variante vor einem schweren Verlauf schützt. © Jörg Carstensen/dpa

Eine Booster-Impfung schützt auch vor einem schweren Verlauf nach einer Omikron-Infektion. US-Forscher liefern nun weitere Erkenntnisse über die Hintergründe.

New York City - Der Impfstoff gegen das Coronavirus wurde zu Beginn des vergangenen Jahres als eine Art Heilsbringer erwartet, um der Welt endlich einen lang ersehnten Ausweg aus der Coronavirus-Pandemie zu ermöglichen. Gerade zu Beginn der Impfkampagne senkte eine vollständige Impfung die Wahrscheinlichkeit, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, enorm. Spätestens durch das vermehrte Auftreten der Omikron-Variante im Winter 2021 änderte sich dieser Umstand.

Bei Omikron können in der Bevölkerung deutlich mehr Durchbruchsinfektionen mit dem Coronavirus beobachtet werden. Auch eine Booster-Impfung mit den mRNA-Impfstoffen von Moderna und Biontech/Pfizer kann die Ansteckung mit der Omikron-Variante nicht mehr so zuverlässig verhindern wie bei den vorangegangenen Varianten. Das erscheint auch unter dem Gesichtspunkt logisch, dass der Corona-Impfstoff auf Basis des Stammvirus entwickelt wurde und so nicht auf zukünftige Mutationen eingestellt werden konnte. Umso erstaunlicher ist es jedoch, dass bei geboosterte Patienten in der Regel einen äußert milden Krankheitsverlauf beobachtet werden kann. Einen Erklärungsversuch dafür hat nun ein Forscherteam aus den USA in einer neuen Studie geliefert.

Coronavirus: US-Studie zeigt - darum schützt die Booster-Impfung auch gegen Omikron

Ein Forscherteam der Rockefeller University im US-Bundesstaat New York hat sich in einer neuen Studie genau mit der Frage beschäftigt, wieso eine Booster-Impfung schwere Verläufe der Omikron-Variante verhindern kann. Dafür haben die Autoren um den Mediziner Michel Nussenzweig Blutproben von 42 Menschen im Alter zwischen 23 und 78 Jahren untersucht, die je drei Dosen eines mRNA-Vakzins erhalten haben. Im Rahmen der Studie haben die Forscher den Probanden jeweils nach der ersten, zweiten und dritten Dosis Blut entnommen und die erhaltenen Proben anschließend analysiert. Die Ergebnisse wurden am 21. April in der Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlicht.

Anders als in vorangegangenen Studien untersuchte das Team von Nussenzweig die B-Gedächtniszellen und nicht die sonst im Fokus stehenden zytotoxischen T-Zellen. Letztere können körpereigene Zellen erkennen und abtöten, die von dem Virus befallen sind. B-Gedächtniszellen hingegen enthalten die gleichen verschlüsselten Erkennungssequenzen wie die für die Antikörper-Produktion verantwortlichen Plasmazellen. Zwar können B-Gedächtniszellen selber keine Antikörper produzieren, bleiben im Körper jedoch sehr lange bestehen. Bei einer Durchbruchsinfektion können sich die B-Gedächtniszellen stark vermehren und dabei neue Plasmazellen herstellen, die wiederum neue Antikörper gegen das Virus produzieren.

Booster-Impfung gegen Coronavirus: Anzahl an B-Gedächtniszellen deutlich höher

In ihrer Studie konnten die Wissenschaftler nun nachweisen, dass die Anzahl an B-Gedächtniszellen nach der dritten Impfung im Vergleich zur zweiten Dosis noch einmal enorm ansteigt. Die Antikörper, die nach einer Boosterimpfung produziert werden, wiesen darüber hinaus eine größere Breite und Effizienz bei der Bekämpfung des Coronavirus auf. Die Autoren begründen die Beobachtung damit, dass die Antikörper, die nach einer dritten Impfung durch die B-Gedächtniszellen gebildet werden können, mehr Bereiche der Rezeptorbindungsdomäne des Virus angreifen.

Patienten, die eine Booster-Impfung erhalten haben, verfügen somit über eine höhere Anzahl an effektiven B-Gedächtniszellen, die im Falle eine Durchbruchsinfektion neue Plasmazellen bilden können, die wiederum schnell und effektiv Antikörper produzieren, die auch die Omikron-Variante bekämpfen können. Die Durchbruchsinfektion an sich kann jedoch nicht immer verhindert werden. (fd)

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