Dumm gelaufen

Einladung zu illegaler Corona-Party per Snapchat - Polizei antwortet auf Facebook

Mehrere Polizeibeamte gehen einen Weg entlang, der rechts und links mit Graffitis übersät ist.
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Polizeibeamte stehen in den frühen Morgenstunden auf einem mit unzähligen Flaschen und Spraydosen übersätem Bereich am Schlachthof.

Jugendliche haben eine illegale Corona-Party in Flein geplant. Die Einladung zu dieser haben sie aus „Sicherheitsgründen“ nur über Snapchat verbreitet.

  • Jugendliche haben via Snapchat zu einer illegalen Corona-Party eingeladen.
  • Die Polizei Heilbronn hat davon erfahren und einen ironischen Facebookpost dazu verfasst.
  • Dafür wird sie von der Facebook-Community reichlich gefeiert.

Heilbronn - Es gibt Jugendliche, die sich für sehr clever halten. Zu diesen gehören die Urheber eines Snapchat-Posts, die auf diese Weise zu einer illegalen Corona-Party eingeladen haben. Diese sollte von Freitag (23. Oktober) auf Samstag (24. Oktober) ab 22 Uhr auf dem Eselsberg in Flein bei Heilbronn stattfinden. Die Einladung erfolgte aus „Sicherheitsgründen“ über Snapchat und sollte auch nur dort weiterverbreitet werden. Zusätzlich wiesen die Urheber des Posts darauf hin, dass „im Falle des Blau-Weißen Vereins“ gelte: „Jeder steht auf seinen eigenen Beinen“.

Dieser besonders kollegiale Hinweis soll die potenziellen Gäste wohl darauf hinweisen, dass jeder in Bezug auf eine Bestrafung durch die Polizei, für sich selbst verantwortlich sei. Eine WhatsApp-Gruppe war den „Party-Veranstaltern“ zu unsicher. Blöd nur, dass die Polizei Heilbronn auch von dem Snapchat-Post erfahren hat.

Corona-Party in Flein geplant - Einladung via Snapchat fliegt auf

Die Schadenfreude darüber war wohl so groß, dass es sich die Polizeibeamten nicht haben nehmen lassen, einen ironischen Facebookpost dazu zu verfassen. Die Ironie bestand in diesem Post vor allem darin, dass sie inflationär Jugendworte verwendet haben. So sind sie „etwas #lost aufgrund der Tatsache“, dass sie „nicht zur Party am #Eselsberg eingeladen wurden“. Weiter heißt es: „Kommen werden wir trotzdem. Alkohol oder „other stuff“ bringen wir nicht mit, wir sind #wyld genug.“

Es folgt natürlich auch ein Seitenhieb auf die enormen Sicherheitsmaßnahmen, die die Jugendlichen ergriffen haben, um mit ihrer Schnapsidee durchzukommen: „Auch wenn die Einladung nur über #Snap erfolgte, natürlich für Eure Sicherheit, und keine WhatsApp-Gruppe wie in der Vergangenheit bei ähnlichen TEUREN Partys auf dem Haigern existiert, sind wir uns ziemlich sicher, dass wir den oder die Verantwortlichen ausfindig machen können, bzw. das schon gemacht haben.“

Polizei Heilbronn auf Facebook gefeiert - Beamter verfasst ironischen Post

Die Beamten haben es sich auch nicht nehmen lassen, im Facebookpost bereits darauf hinzuweisen, wer den Einsatz bezahlen darf und bei wem es sich um die besonders umsichtig agierenden Urheber der Partyeinladung handelt: „Da wir Euch über Facebook nicht oder nur schwer erreichen können, dachten wir uns, wir schreiben direkt die an, die später den Polizeieinsatz bezahlen. #spoiler, das geht nämlich auf den Nacken Eurer Eltern Lasst sie nicht #cringy werden, #lol.“ Die Eltern der Jugendlichen, die für die Partyeinladung verantwortlich sind, werden sich über die Rechnung bestimmt freuen.

Dieser ironische Facebookpost kam sehr gut bei den Nutzern an. Fast 900 Kommentare finden sich mittlerweile unter den Beitrag der Polizei Heilbronn. Die meisten Nutzer stimmen fröhlich in den ironischen Ton ein: „Was sind das alles für Fachbegriffe? Bin ich schon so alt?“ Der Beamte, der sich die Mühe gemacht hat, diesen Post zu verfassen, kommt in den Kommentaren sehr gut weg. Die Nutzer sind angetan von so viel Ironie.

Auftauchen wird bei dieser „Party“ wohl nun niemand mehr. Die „Partyplaner“ werden für ihre verboten unkluge Idee nun wohl von ihren Eltern ein herzliches Dankeschön zu hören bekommen. Vielleicht werden die Verantwortlichen sich ihr „Sicherheitskonzept“ nochmal überlegen - oder einfach zur Vernunft kommen. (at)

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